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6 Erzeugung und Märkte

6.1 Agrarpreise und Agrarrohstoffmärkte

Niedrigere Agrarpreise, aber auch niedrigere Betriebsmittelpreise
Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte sind im Jahr 2013 gegenüber 2012 durchschnittlich um 1,5 Prozent (Vorjahr: 5,3 Prozent) gestiegen. Landwirtschaftliche Betriebsmittel wurden im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent teurer. Anders sieht die Entwicklung bei Betrachtung des Wirtschaftsjahres 2013/14 aus (Juli 2013 bis Juni 2014). Sowohl die Erzeuger- als auch die Betriebsmittelpreise waren rückläufig. Der Index der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte in Deutschland lag im Wirtschaftsjahr 2013/14 um 1,9 Prozent unter dem Stand des Vorjahres, der Index der Betriebsmittelpreise um entsprechend 2,9 Prozent darunter. Auf der Erzeugerpreisseite gingen vor allem die Preise für Getreide, Raps, Gemüse, Rinder, aber auch für Eier und Schweine zurück, während die Milchpreise deutlich zulegten. Auf der Betriebsmittelseite sanken besonders stark die Einkaufspreise für Futter- und Düngemittel. Energie- und Treibstoffpreise gingen dagegen nur leicht zurück.
 
Zu Beginn der Wirtschaftsjahres 2014/15 starke Preisrückgänge
Im ersten Quartal des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 standen die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für die meisten Produkte unter Druck. Der Index der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte lag im Zeitraum Juli bis September 2014 um 6,9 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Aber auch die Betriebsmittelpreise waren deutlich rückläufig. Sie verbilligten sich im Jahresvergleich im Durchschnitt um 3,3 Prozent. Besonders stark sanken wiederum die Einkaufspreise für Dünge- und Futtermittel. Auch die Energie- und Treibstoffpreise blieben unter dem entsprechenden Vorjahresstand.
 
AMI-Agrarrohstoff-Index ist deutlich gefallen
Weltweit große Ernten und die russische Einfuhrsperre setzten die Preise für Agrarrohstoffe 2014 unter Druck. Der Agrarrohstoff-Index der Agrarmarkt Informations-GmbH für die 13 wichtigsten in Deutschland erzeugten Agrarprodukte ist im Oktober 2014 mit 124,2 Punkten auf den tiefsten Stand seit August 2010 gefallen. Anhaltende Absatzschwäche im nationalen und internationalen Fleischhandel hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 negativ auf die Märkte für Schweine- und Rindfleisch ausgewirkt. Bei den Milchpreisen haben sich die schwächeren Tendenzen auch in den Herbst hinein fortgesetzt. Für Anfang 2015 gehen die Marktbeteiligten allerdings von einer insgesamt wieder etwas festeren Entwicklung der Erzeugerpreise aus.
 
Sinkende Preistendenz für Agrarrohstoffe
Die internationalen Preise für Agrarrohstoffe stehen besonders seit dem Frühjahr 2014 unter Druck. Der FAO-Preisindex für die wichtigsten weltweit gehandelten Agrarrohstoffe fiel im Oktober den siebten Monat in Folge auf den niedrigsten Stand seit August 2010. Besonders betroffen waren Milchprodukte. Der im Oktober 2014 gemessene Indexwert für Agrarrohstoffe lag um knapp 7 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand.
 
Viele wichtige Agrarprodukte unter globalem Preisdruck
Der FAO-Preisindex für Fleisch legte im Laufe der Jahres 2014 beinahe kontinuierlich zu und erreichte im Oktober 2014 ein Niveau, das um fast 12 Prozent über dem Vorjahresstand lag. Maßgeblich für diesen Anstieg waren die Preise für Rindfleisch, während die globalen Preise für Schweine- und Geflügelfleisch nur leicht angestiegen sind. Die seit Anfang des Jahres 2014 stark gefallenen Milchpreise erreichten im Oktober ein Niveau, das im Jahresvergleich um gut ein Viertel niedriger ausfällt, aber immer noch über die zuletzt in Mitte 2012 registrierte Phase relativ niedriger Erzeugerpreise liegt.  Die  globalen  Getreidepreise sind in 2014 weiter deutlich zurückgegangen und erreichten im Oktober einen Stand, der um 9 Prozent unter dem entsprechenden Stand des Vorjahres lag, allerdings das Ergebnis aus dem Vormonat September leicht übertraf. Im Jahresvergleich ähnlich ungünstig verlief die globale Preisentwicklung bei Ölen/Fetten sowie Zucker.
 
Nominal steigende Agrarpreise erwartet
Unabhängig von der guten Versorgung mit Agrarrohstoffen in 2014 deuten die globalen Fundamentaldaten darauf hin, dass sich an der relativ knappen globalen Versorgungssituation mit Agrarrohstoffen in den nächsten Jahren wenig ändern wird. Die FAO geht in ihren Projektionen bis zum Jahre 2023 davon aus, dass sich das globale Agrarpreisniveau tendenziell nominal erhöhen und unter Berücksichtigung der Inflation (real) sinken wird.
 
Preisschwankungen bei industriellen Rohstoffen
Die weltweiten Rohstoffpreise für Metalle und Energie bewegen sich seit 2011 auf einem relativ hohen Niveau. Preisausschläge noch oben und nach unten fallen geringer aus als in den Vorjahren. Die globalen Preise für Nahrungsmittel folgen der Entwicklung der Rohstoffpreise für Metalle und Energie, ihre Preisschwankungen fallen jedoch nicht so stark aus.
 
Volatilere Agrarpreise in der EU
Seit dem Abbau der EU-Agrarpreisstützung werden die heimischen Erzeugerpreise immer mehr von der Situation auf den internationalen Agrarmärkten geprägt. Infolgedessen haben sich die Preisschwankungen (Volatilitäten) an den europäischen Agrarmärkten in den letzten Jahren deutlich erhöht. Angesichts dieser zunehmenden Volatilitäten auf den Agrarrohstoffmärkten gewinnen Preisabsicherungsinstrumente wie Warenterminmärkte für Anbieter und Nachfrager dieser Rohstoffe an Bedeutung. Landwirte sichern sich dabei vor allem über Warenterminprodukte wie zum Beispiel Vorkontrakte ab.
 
Einfluss der Finanzmärkte auf die Agrarmärkte
Kapitalanleger suchen auch auf den Rohstoffmärkten nach rentierlichen Anlagemöglichkeiten. Begünstigt wird diese Entwicklung durch ein niedriges Zinsniveau bzw. eine lockere Geldpolitik der Notenbanken in vielen Industrieländern, die die Konjunktur ankurbeln soll. Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, können spekulative „Blasen“ an den Terminmärkten („Preisübertreibungen“) in der Regel nur dann entstehen, wenn in den von Angebot und Nachfrage bestimmten Börsenplätzen Markttransparenz nicht oder nur teilweise gegeben ist. Bislang konnten derartige Marktverzerrungen an den Agrarterminmärkten aber nicht nachgewiesen werden.
 
Dollarkurs spielt für den internationalen Handel eine wichtige Rolle
Der globale Handel mit Agrarprodukten wird nicht nur durch Angebot und Nachfrage beeinflusst. Erhebliche Bedeutung haben auch die Wechselkurse. Der internationale Rohstoffhandel wird überwiegend auf US-Dollar-Basis abgewickelt. Der seit Anfang 2014 schwächer gewordene Euro wirkt sich positiv auf die deutschen Exportgeschäfte aus, da die Unternehmen günstiger auf dem Weltmarkt anbieten können. Andererseits verteuern sich Importe von Rohstoffen und Gütern, was sich belastend auf die Produktionskosten auswirkt. Ende Oktober 2014 gab es für einen Euro 1,26 US-Dollar. Gegenüber Ende Oktober 2013 sind das rund 12 US-Cent weniger.
 
Enger Zusammenhang zwischen Energie- und Agrarpreisen
Die Entwicklung der Getreide-, Ölsaaten- und Zuckerpreise steht in einer Wechselbeziehung zu der kaufkräftigen Nachfrage nach Nahrungsmitteln und der Nachfrage nach Bioenergie, die wiederum vor allem vom Rohölpreis abhängt. Bei Rohölpreisen von zum Beispiel mehr als 80 US-Dollar je Barrel kann die energetische Getreideverwertung auch bei Getreidepreisen um die 160 Euro je Tonne wettbewerbsfähig sein. Hohe Energiepreise stützen also die Weltagrarpreise, besonders bei Getreide, anderen pflanzlichen Rohstoffen und auch bei Holz.
 
Nahrungsmittelmärkte an Energie-Märkte gekoppelt
Der Ausbau der Bioenergie bzw. der nachwachsenden Rohstoffe bietet den Landwirten Chancen für eine alternative Vermarktung ihrer Erzeugnisse. Die Preise am Energiemarkt bilden grundsätzlich die Preisuntergrenze für landwirtschaftliche Produkte. Durch die Koppelproduktion, z.B. bei Raps für Biodiesel und für Rapsschrot-Futtermittel, wird die Anfälligkeit der Verarbeitungskette gegen Preisschwankungen gemindert.
 
5 Prozent der Weltacker-fläche für Biokraftstoffe
Von der gesamten weltweiten Landfläche sind 1,5 Milliarden Hektar Ackerland. 5 Prozent davon oder 78 Millionen Hektar wurden nach FAO-Schätzungen für 2014 für den Anbau von Energiepflanzen wie Getreide, Ölpflanzen und Zuckerrohr/Zuckerrüben genutzt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei der Biokraftstofferzeugung zu einem hohen Anteil pflanzliche Nebenprodukte (Getreide: circa 40 Prozent Schlempe; Raps: circa 60 Prozent Schrot) anfallen, die als Futtermittel Verwendung finden und damit die Netto-Inanspruchnahme von Flächen für Energiezwecke etwa um die Hälfte kleiner ausfallen lassen.
 
Wachstum vor allem bei Pflanzenöl und Zucker
Prognosen von OECD/FAO zufolge ist mit einem weiteren, begrenzten Wachstum der Biokraftstoffproduktion zu rechnen. Danach dürfte die Erzeugung von Bioethanol und Biodiesel bis 2023 auf etwa 40 Milliarden Liter Biodiesel (gegenüber 2014 + 42 Prozent) bzw. 158 Milliarden Liter Bioethanol (+ 36 Prozent) anwachsen. Dies würde zu einer Flächeninanspruchnahme von etwa 85 Millionen Hektar oder knapp 6 Prozent der globalen Ackerfläche führen, und das vor allem auf Grund höherer Verwendung von Pflanzenölen, Zucker und anderen Biomassestoffen. Nicht Getreide, sondern Pflanzenöle und Zucker sind nach dieser Prognose die Träger des Wachstums auf den Biokraftstoffmärkten.
 
Zwei Drittel aller Biokraftstoffe stammen aus den USA und Brasilien
Von der globalen Biokraftstofferzeugung (Bioethanol und Biodiesel) des Jahres 2014 entfallen 44 Prozent auf die USA und 23 Prozent auf Brasilien. Auf diese beiden Länder entfallen damit zwei Drittel des globalen Energiepflanzenanbaus. Weitere 12 Prozent entfallen auf die EU und 7 Prozent auf China. Eine deutsche Besonderheit ist die mittelbare Förderung des Anbaus von Bioenergiepflanzen für Biogasanlagen durch das EEG.
 
Knapp 7 Prozent des Weltgetreides für Biokraftstoffe
Vom Weltgetreideverbrauch werden 2014 nach FAO-Einschätzung voraussichtlich 161 Millionen Tonnen oder knapp 7 Prozent für Biokraftstoffe genutzt. Vom globalen Pflanzenölvorkommen fließen etwa 12 Prozent in die Biodieselherstellung. Bei Zucker dienen 19 Prozent der Welterzeugung der Ethanolherstellung. Dabei handelt es sich zu 96 Prozent um Rohrzucker. Prognosen der FAO zufolge wird der Biokraftstoffanteil von Getreide auch in 2023 bei knapp 7 Prozent liegen, während die Anteile bei pflanzlichen Ölen und Zucker auf voraussichtlich 14 bzw. 28 Prozent ansteigen werden.
 
Biokraftstoffe und Spekulation verantwortlich für Hunger in der Welt?
Wissenschaftliche Analysen kommen zu dem Schluss, dass Biokraftstoffe und „Spekulation“ nicht den oft behaupteten Einfluss auf das Preisgeschehen am Weltmarkt haben. Entscheidend sind die fundamentalen Nachfragetrends bei Agrarrohstoffen. Die Agrarmärkte in den ärmeren Ländern sind oft wenig funktionsfähig. Hunger und Armut sind vor allem der abgekoppelten Preissituation in Entwicklungsländern selbst geschuldet und häufig Folge von schlechter Regierungsführung, Korruption, Bürgerkriegen, Wetterextremen, staatlicher Markteinflussnahme und unzureichenden Eigentums- und Nutzungsrechten.
 
Hunger auf der Welt rückläufig, aber immer noch groß
Nach dem Mitte Oktober 2014 von der FAO vorgelegten Welternährungsbericht ist die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt auf 805 Millionen zurückgegangen, obwohl die Weltbevölkerung auf 7,2 Milliarden Menschen angewachsen ist und die landwirtschaftliche Fläche kaum zugenommen hat. Anfang der 90er Jahre waren es noch über 1 Milliarde hungernde Menschen auf der Welt. Der Anteil der Menschen, die längere Zeit unter Hunger leiden, ging demnach seit Anfang der 90er Jahre von 19 Prozent auf 11 Prozent zurück. Dennoch bleibt die Zahl von Menschen, die nicht genügend Kalorien zu sich nehmen können, immer noch sehr hoch. Rund 800 Millionen unterernährten Menschen stehen 1,4 Milliarden Menschen gegenüber, die als übergewichtig gelten.
 
Hungerbekämpfung durch höhere Produktivität der Landwirtschaft
Als Gründe für die Verbesserung der Welternährungssituation sieht die FAO vor allem eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft und den wachsenden Handel mit Agrarprodukten. Das Wachstum der Weltwirtschaft habe dazu geführt, dass sich die Menschen mehr Lebensmittel leisten und Landwirte mehr Geld in moderne Agrartechnik investieren können. Große Fortschritte gab es insbesondere in China und Südostasien sowie in Teilen Afrikas. Die seit 2008 stark gestiegenen Lebensmittelpreise haben nach FAO-Angaben dazu beigetragen, dass der Hunger sinkt. Um mehr Nahrungsmittel bei geringerem Ressourcenverbrauch zu produzieren, wird eine weitere Modernisierung und Professionalisierung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern gefordert. Gleichzeitig gehe es darum, die massiven Nachernteverluste zu reduzieren und vor allem in eine bessere Lagerhaltung zu investieren.
 
Entwicklungsländer profitieren von hohen Agrarpreisen
Von der eher knappen Versorgungssituation und den damit verbundenen relativ hohen Agrarpreisen profitieren nach Einschätzung der FAO die Entwicklungs- und Schwellenländer. Ihr Anteil an der Weltagrarerzeugung und am Weltagrarhandel wird nach FAO-Einschätzung künftig weiter wachsen. Für die Industrieländer wie die Länder der EU dagegen wird eine weitere, wenn auch verlangsamte Steigerung der Agrarerzeugung erwartet. Mit ihrer hohen Produktivität und Effizienz werden sie nach Prognosen der FAO weiter bedeutende Versorger der Weltagrarmärkte bleiben. Angesichts stagnierender Bevölkerung und weitgehend gesättigter Nahrungsmittelmärkte können die Produktionspotentiale der europäischen Landwirtschaft zunehmend für den Export und auch die Energieversorgung genutzt werden.
 
Notwendig sind weitere Produktivitätssteigerungen
Da die produktiven landwirtschaftlichen Flächen kaum zunehmen werden, sind weitere Produktivitätssteigerungen erforderlich. Gleichzeitig ist eine effizientere Nutzung der knapper werdenden Ressource Wasser angezeigt. Die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen diese Knappheit.
 
Herausforderung einer effizienteren Nutzung der Ressource Wasser
Nur weniger als 1 Prozent oder 13.000 km3 sind zugängliche erneuerbare Süßwasserreserven. Der globale Wasserverbrauch wird auf etwa 4.200 km3 im Jahr geschätzt. Allerdings sind die Süßwasserressourcen auf der Erde nicht gleichmäßig verteilt. In vielen Regionen der Welt ist das nutzbare Wasser schon heute limitierend für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und wichtiger Wirtschaftszweige wie der Landwirtschaft. Besonders verschärft sich der Wassermangel in den heutigen Trockenregionen. Weitere Regionen stehen vor der Herausforderung zunehmender Wasserknappheit.
 
„Wasserstress“ nimmt zu
Nach dem Weltwasserbericht 2014 der UNESCO ist der Wasserverbrauch in den vergangenen 50 Jahren etwa doppelt so schnell gestiegen wie die Weltbevölkerung. Nach dem aktuellen UNESCO-Bericht haben auf der Erde schätzungsweise 768 Millionen Menschen keinen Zugang zu guter Wasserversorgung. 2,5 Milliarden können keine geeigneten sanitären Anlagen nutzen. Der globale Bedarf an Wasser wird bis 2050 nach Einschätzung der UNESCO um gut die Hälfte ansteigen. Als Gründe dafür werden die wachsende Weltbevölkerung und verbrauchsintensivere Lebensstile angeführt. Schließlich kommt die UNESCO zu dem Schluss, dass bis 2050 mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten mit starkem Wasserstress leben werden.
 
Kann die Ernährung der Weltbevölkerung sichergestellt werden?
Das globale Produktionswachstum bei Agrarrohstoffen lag in der Dekade 2003 bis 2012 bei 2,1 Prozent pro Jahr. Für die Dekade 2013 bis 2022 schätzt die FAO das Wachstum auf nur 1,5 Prozent pro Jahr. Die FAO führt das geringere Wachstum vor allem auf knappe Anbauflächen, gestiegene Produktionskosten und zunehmende Umweltbelastungen zurück. Dennoch soll die Versorgung mit der globalen Nachfrage Schritt halten können. Diese wird durch eine höhere Kaufkraft und geänderte Ernährungsgewohnheiten geprägt. In den Schwellenländern ist mit einem weiter steigenden Konsum von höherwertigen Lebensmitteln wie Fleisch- und Milchprodukten sowie Obst und Gemüse zu rechnen. Hinzu kommt die wachsende Verwendung von Agrarrohstoffen für energetische und industrielle Zwecke.
Bis 2050 wird die globale Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln nach FAO-Einschätzung gegenüber 2005/07 um 60 Prozent zunehmen. Etwa die Hälfte der weltweiten Getreideernte wird dann voraussichtlich als Tierfutter verbraucht.
 
Bislang hielt Getreideproduktion mit Bevölkerungswachstum Schritt
Die Weltgetreideproduktion (ohne Reis) ist in den letzten Jahrzehnten in etwa so stark gewachsen wie die Weltbevölkerung. Allerdings schwanken die Ernten von Jahr zu Jahr. Während sich die Anbaufläche für Weizen und Futtergetreide in den letzten 30 Jahren insgesamt nur wenig verändert hat, sind die Hektarerträge um mehr als 70 Prozent gestiegen. Etwa 48 Prozent der Weltproduktion an pflanzlichen Erzeugnissen kommt durch den gezielten Einsatz von  Düngemitteln zustande.
 
 
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