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6 Erzeugung und Märkte

6.2 Tierische Erzeugung

Der globale Fleischmarkt wächst weiter – Geflügel vorn
OECD und FAO prognostizieren für den Zehnjahreszeitraum von 2017 bis 2027 ein Wachstum der globalen Fleischerzeugung von gut 13 Prozent. In der zurückliegenden Dekade waren es 21 Prozent. Überdurchschnittlich bis 2027 sollen dieser Prognose zufolge die Erzeugung von Rindfleisch (+ 14 Prozent), Geflügelfleisch (+ 16 Prozent) und Schaffleisch (+ 19 Prozent) ansteigen. Die Schweinefleischerzeugung soll dagegen nur um gut 10 Prozent zunehmen. Spitzenreiter ist 2027 Geflügelfleisch mit einem Marktanteil von 38 Prozent an der gesamten Fleischerzeugung, gefolgt von Schweinefleisch mit 36 Prozent. Auf Rind- und Schaffleisch werden rund 22 bzw. 5 Prozent der Weltfleischerzeugung entfallen.
 
Weltfleischerzeugung nimmt 2018 um anderthalb Prozent zu
Die FAO rechnet für 2018 mit einem Anstieg der globalen Fleischproduktion um 1,5 Prozent oder 5,0 auf 335,0 Millionen Tonnen. Das ist der stärkste Anstieg seit 2014. Dabei konzentriert sich das Wachstum auf die USA, China und die EU. Auf Wachstumskurs ist vor allem die Rindfleischerzeugung (+ 2,0 Prozent). Die globale Schweine- und Geflügelfleischerzeugung wächst um 1,6 bzw. 1,4 Prozent. Niedriger fällt die Wachstumsrate bei der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,8 Prozent) aus. Der globale Handel mit Fleisch steigt nach FAO-Einschätzung in 2018 um 2,6 Prozent an, nach plus 2,8 Prozent in 2017. Das rege Handelswachstum führt die FAO vor allem auf gesteigerte Exportaktivitäten aus den USA, Australien, Argentinien, Thailand und der EU zurück. 
 
Moderates Wachstum der Fleischerzeugung auch in 2019
 
Ähnlich stark wie in 2018 dürfte der globale Fleischmarkt im Jahr 2019 wachsen. Internationalen Prognosen zufolge werden die Produk-tion von Rind- und Schweinefleisch mit + 1,2 bzw. + 1,3 Prozent weniger stark wachsen als die von Geflügelfleisch mit + 2,3 Prozent. Unter der Annahme, dass größere Tierseuchen ausbleiben und auch Witterungsextreme sich nicht wiederholen, sollte auch der interna-tionale Handel mit Fleisch weiter deutlich zulegen.
 
Globale Fleischnachfrage wächst
 
Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Für die Industriestaaten wird ein Fleischverzehr von 68 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung geschätzt. Deutlich niedriger, aber mit Aufwärtstrend, ist der Verzehr in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 27 Kilogramm pro Kopf.
 
Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischerzeuger
 
Die EU ist mit rund 48,1 Millionen Tonnen nach China (2018: 86,6 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischerzeuger. Drittgrößter Fleischerzeuger sind die USA mit 47,1 Millionen Tonnen. Differenziert nach Fleischarten entfallen auf die EU im Jahr 2018 bei Schweinefleisch rund 20 Prozent, bei Geflügelfleisch gut 12 Prozent, bei Rindfleisch rund 11 Prozent sowie bei Schaf- und Ziegenfleisch annähernd 6 Prozent der Weltproduktion. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch wird von der FAO für 2018 auf rund 108 Prozent geschätzt.
 
EU-Fleischerzeugung steigt
 
Die EU-Fleischerzeugung steigt 2018 gegenüber Vorjahr nach Schätzung der Europäischen Kommission um 1,7 Prozent auf 48,1 Millionen Tonnen. Während die Erzeugung von Rindfleisch unterdurchschnittlich (+ 0,7 Prozent) ansteigt und von Schaf- und Ziegenfleisch sogar zurückgeht (- 2,2 Prozent), wachsen die Geflügelfleischerzeugung (+ 2,1 Prozent) und die Schweinefleischerzeugung (+ 2,5 Prozent).

Leichter Rückgang der EU-Fleischproduktion in 2019
 
Nach Schätzungen der Europäischen Kommission für das Jahr 2019 dürfte die Fleischerzeugung leicht zurückgehen (- 0,5 Prozent). Für den Schweinefleischsektor wird ein Minus von 0,4 Prozent und für den Rindfleischsektor sogar ein Minus von 1,5 Prozent erwartet. Geflügelfleisch dürfte das Produktionsniveau des Vorjahres in etwa halten, während die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch leicht ansteigen soll (+ 0,7 Prozent). 
 
EU-Fleischkonsum wenig verändert
In der Europäischen Union (EU) stagniert der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch. Mit durchschnittlich 69,3 Kilogramm je Kopf der Bevölkerung liegt der Verbrauch 2018 etwas höher als im Vorjahr. Für 2019 allerdings wird nach Kommissionseinschätzung ein leichter Rückgang auf 69,2 Kilogramm erwartet. Während sich die Nachfrage für Rind- und Schaffleisch 2019 mit zusammen 12,7 Kilogramm je Kopf der Bevölkerung behaupten dürfte, nimmt der Pro-Kopf-Verzehr an Geflügelfleisch auf 24,2 Kilogramm leicht zu und geht bei Schweinefleisch auf 32,3 Kilogramm leicht zurück. 
 
Produktionsanteile haben sich verschoben
Von einem relativ hohen Ausgangsniveau aus ist die deutsche Fleischerzeugung seit 2016 geringfügig geschrumpft. Verantwortlich dafür ist ein leicht vermindertes Aufkommen an Schweine- und Rindfleisch. Die Marktanteile der einzelnen Fleischarten haben sich in den letzten 20 Jahren kräftig verschoben. Knapp 58 Prozent der Inlandserzeugung entfallen heute (2018) auf Schweinefleisch. Rindfleisch hat zu Gunsten von Geflügel Marktanteile verloren. Während 1998 noch 23 Prozent des gesamten Fleischaufkommens von Rindern stammte, schlägt aktuell nur noch ein Anteil von 14 Prozent zu Buche. Dagegen erfreut sich Geflügel zunehmender Beliebtheit. 1998 stammten rund 12 Prozent der gesamten Fleischerzeugung aus der Geflügelfleischbranche. Heute sind es gut 21 Prozent.
 
Globale Fleischpreise stehen unter Druck
 
Der FAO-Fleischpreisindex ist seit Mitte 2017 tendenziell rückläufig. Das globale Preisniveau für Fleisch lag im Oktober 2018 um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Mit 9 bis 10 Prozent überdurchschnittlich fielen die Preisrückgänge im Jahresvergleich bei Schweine- und Geflügelfleisch aus. Insbesondere bei Schweinefleisch belasten die Einfuhrbeschränkungen durch das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest die Preise. Beim volumenmäßig relativ kleinen Schaf- und Ziegenfleischsektor ziehen die Preise deutlich an.  
 
Globale Rindfleischerzeugung legt zu
 
Die globale Rindfleischerzeugung für 2018 wird von der AMI auf Basis von Daten der FAO und des USDA auf 72,2 Millionen Tonnen geschätzt. Gegenüber 2017 sind das 2,0 Prozent mehr. Weniger stark zunehmen dürfte die Erzeugung dagegen in 2019 (+ 1,2 Prozent). Treibende Kräfte hinter den Produktionssteigerungen sind die USA, Brasilien und Argentinien, während für die EU eine etwas rückläufige Produktion veranschlagt wird. 
 
Globale Rindfleischexporte nehmen deutlich zu
Die weltweiten Rindfleischexporte werden nach Prognosen aus November 2018 in 2018 um 5,0 Prozent auf geschätzte 10,7 Millionen Tonnen ansteigen. Beachtliche Wachstumsraten werden für Brasilien, die USA, Australien und Kanada geschätzt. Im weltweiten Ranking spielt die EU im Handel nur eine kleine Rolle. Die Rindfleischausfuhren aus der EU sind mit rund 250.000 Tonnen (2018) eher bescheiden. Eine deutlich steigende Importnachfrage wird vor allem aus China  verzeichnet. 
 
USA, Brasilien, die EU und China dominieren Weltrindfleischmarkt
Das weltweite Aufkommen an Rindfleisch wird von der Produktion in Nord- und Südamerika, der EU sowie Asien dominiert. Die Top 4 in der Welt: USA, Brasilien, die EU und China erzeugen gut die Hälfte der globalen Menge.
 
 
Preise am Weltmarkt für Rindfleisch etwas unter Druck
Die kaufkräftige Nachfrage nach Rindfleisch ließ seit Mitte des Jahres 2018 etwas nach. Das führte im weiteren Jahresverlauf zu tendenziell sinkenden Preisen auf den globalen Märkten für Schlachtrinder. Zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 sind die globalen Rindfleischpreise nach Angaben der FAO um knapp 6 Prozent zurückgegangen. Wie sich das globale Preisniveau weiterentwickeln wird, hängt nach Expertenauffassung besonders von der Produktionsausweitung in den USA, Brasilien und Argentinien einerseits und dem weiteren Nachfragewachstum in China und anderen kaufkräftigen Ländern der Welt andererseits ab. Aus China, den USA und Teilen Südamerikas wird eine sich erholende bis steigende Rind-fleischnachfrage gemeldet.
 
Stabile EU-Rindfleischerzeugung
Die Rindfleischproduktion in der Europäischen Union hat sich nach Einschätzung des EU-Prognoseausschusses 2018 auf dem relativ hohen Niveau des Vorjahres stabilisiert. Die geschätzte Rindfleischerzeugung von 8,250 Millionen Tonnen übertrifft das Vorjahresergebnis um 2,3 Prozent. Für das Jahr 2019 allerdings wird eine etwas verringerte Produktion angenommen (gegenüber Vorjahr - 1,1 Prozent). Bei den Schätzungen für das Jahr 2018 sind die Entwicklungen für Polen und die Niederlande auffällig. Während die polnische Rinderhaltung insbesondere durch eine deutliche Ausdehnung der Kuhbestände, weniger Kälberexporten und mehr Kälberimporten voraussichtlich stark wächst, ist in den Niederlanden das Gegenteil der Fall. Dort sind aufgrund einzelbetrieblicher Phosphat-Quoten die Rinderbestände kräftig abgebaut worden, was für 2018 ein starkes Produktionsminus nach sich zieht.

Deutsche Rindererzeugung leicht angestiegen
Für Deutschland wird für das Jahr 2018 mit einer leicht höheren Produktion von Rindfleisch gerechnet, obwohl sich der Rinderbestand weiter rückläufig entwickelt hat. Die Ursache liegt in den 2018 gestiegenen Kuhschlachtungen. Aufgrund der Futterunsicherheit nach der langen Trockenheit selektierten viele Landwirte verstärkt Kühe und Färsen aus. Längerfristig wird sich allerdings der Trend der sinkenden Erzeugung von Rindfleisch in Deutschland fortsetzen.
 
Deutsche Rinder im Ausland stark nachgefragt
 
Guter Nachfrage im Ausland erfreuen sich Nutz- und Zuchtrinder aus Deutschland. Im ersten Halbjahr 2018 wurden 430.300 Rinder aus Deutschland exportiert, das sind 6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Hauptabnahmeland ist die Niederlande, in das fast zwei Drittel der deutschen Ausfuhren gehen. Stark zugenommen haben die Rinderexporte nach Belgien. Dagegen sind die Rinderausfuhren in die Türkei, nach Italien und Polen erheblich zurückgegangen.
 
Positive Entwicklung der EU-Rinderpreise 
 
 
 
 
 
Das EU-Erzeugerpreisniveau bei Schlachtkühen und männlichen Rindern liegt über das gesamte Jahr 2018 gesehen mehr oder weniger über dem Vorjahresniveau. Auch für das Jahr 2019 werden zumindest stabile Kurse erwartet. Große Verunsicherung über die weitere Preis- und Marktentwicklung gibt es hingegen in Irland und im Vereinigten Königreich mit dem nahenden Brexit. 
 
EU-Schaf- und -Ziegenfleischerzeugung erholt sich weiter
 
Die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung in der EU sinkt nach Prognosen der Europäischen Kommission in 2018 um 2,2 Prozent auf 922.000 Tonnen. Für 2019 wird ein Wachstum von 0,7 Prozent auf 908.000 Tonnen prognostiziert. Die Entwicklungen in den einzelnen Ländern der EU sind unterschiedlich. Der größte Erzeuger bleibt dabei unangefochten und mit deutlichem Abstand das Vereinigte Königreich mit einem Anteil von knapp einem Drittel an der gesamten EU-Schaf- und Ziegenfleischerzeugung. Beim Lammfleischverzehr wird für die EU 2018 ein Konsum von im Schnitt 1,7 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung sowie ein Selbstversorgungsgrad um die 90 Prozent geschätzt.
 
Schaffleisch-Selbstversorgungsgrad in Deutschland nur bei 42 Prozent
 
Zwischen 2011 und 2015 ist die deutsche Schaf- und Ziegenfleisch- erzeugung um fast 11.000 auf 32.000 Tonnen auf Grund rückläufiger Bestandszahlen drastisch zurückgegangen. In 2018 dürfte sich die heimische Erzeugung nach Einschätzung der AMI auf 33.000 Tonnen belaufen. Das wären 2.000 Tonnen mehr als in 2017. Im Vergleich zu Schweine-, Geflügel- und Rindfleisch bleiben sowohl Schaf- als auch Ziegenfleisch ein wichtiger Nischenbereich. Der Selbstversorgungsgrad an Schaf- und Ziegenfleisch in Deutschland wird für 2018 auf 42 Prozent geschätzt.
 
Leicht höhere Preise am Schlachtlämmermarkt
 
Die Erzeugerpreise für Lammfleisch dürften in Deutschland im Durchschnitt des Jahres 2018 einen Preis je Kilogramm Schlachtgewicht für schwere Lämmer von 5,46 Euro erreichen. Das sind gegenüber dem Vorjahr 5 Cent oder knapp 1 Prozent mehr. Für 2019 wird mit leicht höheren Preisen gerechnet. Der Lammfleischverzehr in Deutschland hat einen positiven Trend. Dennoch liegt der jährliche Pro-Kopf-Verzehr bislang nur bei 0,9 Kilogramm.
 
Weltweite Schweineerzeugung steigt stetig
Die weltweite Erzeugung von Schweinefleisch wird von der AMI auf Basis von Daten der FAO und des USDA für 2018 auf 121,1 Millionen Tonnen geschätzt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,0 Prozent. Maßgebend für diese Aufwärtsentwicklung sind vor allem Produktionssteigerungen in den USA, Russland und auch in der EU. In 2019 dürfte die globale Schweinefleischerzeugung weiter ansteigen, jedoch etwas weniger stark als im Jahr 2018. Haupttreiber für diese Entwicklung sind auch 2019 erhebliche Bestandsaufstockungen in den USA.
 
Weltweit größter Schweineerzeuger ist China
 
Auch in China findet ein moderates Wachstum der Schweineerzeugung statt. Es geht dort auf Folgen von Umstrukturierungen zurück. Viele kleine und stadtnahe Betriebe wurden und werden auf Grund verschärfter Umweltschutzauflagen geschlossen. Dafür entstehen neue und größere Anlagen mit einer spürbar verbesserten Effizienz. In China wird fast die Hälfte des Schweinefleisches der Welt erzeugt. Die Europäische Union ist der weltweit zweitgrößte Schweinefleischerzeuger und nach den USA der zweitgrößte Exporteur von Schweinefleisch. Der Außenhandel bleibt für die EU weiterhin ein wichtiger Absatzweg, insbesondere weil die heimische Nachfrage in einigen Ländern der EU seit Jahren stagniert oder sogar rückläufig ist, so zum Beispiel in Deutschland. Wichtigster Schweinefleischkunde der EU ist China, in das 36 Prozent (Januar bis September 2018) der Schweinefleischausfuhren der EU gehen. 
 
EU-Erzeugung von Schweinefleisch dürfte 2019 leicht zurückgehen
Der Prognoseausschuss der EU-Kommission rechnet für 2018 mit einer EU-Schweinefleischerzeugung von 24,0 Millionen Tonnen. Das sind 1,5 Prozent mehr als in 2017. Antriebsfeder dieser Entwicklung ist mit Abstand Spanien. Aber auch in Polen, Dänemark und in den Niederlanden sind die Bestände mehr oder weniger kräftig aufgestockt worden. Spanien hat Deutschland bei der Zahl der gehaltenen Schweine überholt und ist damit zum größten Schweinehalter in der EU geworden. Für 2019 gehen aktuelle Schätzungen zur EU-Produktion von einem leichten Minus aus. Der Grund sind hohe Futterkosten und niedrige Erlöse.
 
Deutsche Schweinefleischerzeugung tendenziell leicht rückläufig
Die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch in Deutschland hat sich 2018 nach Einschätzung der AMI nur knapp behaupten können (- 0,2 Prozent), nachdem sie bereits in 2016 und 2017 um 1,4 bzw. 0,6 Prozent zurückgegangen war. Für 2019 rechnen Marktexperten der AMI mit einer weiter verringerten deutschen Schweineerzeugung (- 1,0 Prozent). Höhere Anforderungen und Kosten hinsichtlich Umwelt- und Tierschutz belasten die deutsche Schweineerzeugung. Die Gefahr der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest von Ost- nach Mitteleuropa wird besonders in Deutschland mit großer Sorge gesehen.
 
Chinas Schweinefleisch-Importe steigen
Die Importe Chinas an Schweinefleisch, Schlachtnebenprodukten und Innereien dürften 2018 mit rund 2,6 Millionen Tonnen etwas höher ausfallen als in 2017 (+ 6 Prozent). Der wichtigste Lieferant für China sind die USA, gefolgt von Spanien und Deutschland auf den Plätzen 2 und 3. China führt neben klassischen Asien-Artikeln (Fette, Specke, Nebenerzeugnisse) anteilig immer mehr Schlacht-Edelteile ein. Der Importbedarf Chinas an Schweinefleisch dürfte auch in 2019 nach Erwartungen von US-Marktexperten weiter steigen, und wird unter anderem mit den möglichen Folgen der sich in China offensichtlich weiter ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest begründet.
 
Export von deutschem Schweinefleisch hat sich behauptet
Deutschlands Exporte an Schweinefleisch werden 2018 auf etwa 2,5 Millionen Tonnen geschätzt. Das ist geringfügig mehr als in 2017. China ist unter den Drittländern der Hauptabnehmer für deutsches Schweinefleisch. 70 Prozent des gesamten exportierten deutschen Schweinefleisches allerdings finden ihr Ziel innerhalb der EU. In Europa sind die Niederlande und Italien die größten Abnehmer. Die deutschen Importe an Schweinefleisch werden in 2018 auf 1,2 Millionen Tonnen geschätzt. Der deutsche Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch liegt bei 120 Prozent.
 
Ausfuhr und Einfuhr von lebenden Schweinen
Im Jahr 2018 dürften 11,7 Millionen Ferkel und 3,2 Millionen Schlachtschweine von außerhalb der Grenzen Deutschlands eingeführt worden sein. Die Hauptlieferanten sind die Niederlande und Dänemark. Aus Deutschland ins Ausland verkauft werden 2018 voraussichtlich nur rund 2,7 Millionen Schlachtschweine und Ferkel. Zum größten Abnehmer von deutschen Schweinen hat sich Rumänien entwickelt, gefolgt von Ungarn, Österreich und Polen auf den Plätzen 2 bis 4. 
 
Starkes Minus bei den EU-Erzeugerpreisen in 2018
 
Die Erzeugerpreise in der EU liegen in 2018 mit geschätzten 1,41 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht für Schweine der Handelsklasse E um 20 Cent pro Kilogramm und damit erheblich unter dem Vorjahresstand. Für das 1. Halbjahr 2019 rechnet der EU-Prognoseausschuss der Kommission mit weiter unter Druck stehenden Erzeugerpreisen. Für das gesamte Jahr 2019 wird allerdings mit einem Preisniveau gerechnet, das bei etwa 1,43 Euro je Kilogramm oder darüber liegt. Die EU-Prognosen für das Jahr 2019 werden von den Unsicherheiten der Produktionsentwicklung in China und der Gefahr der weiteren Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest in Westeuropa überschattet. 
 
In Deutschland ähnliche Preisentwicklung
 
 
 
 
 
 
Ähnlich wie für die EU insgesamt fällt die Erzeugerpreisentwicklung in Deutschland aus. Die durchschnittlichen Preise für Schweine der Handelsklasse E in Deutschland dürften im Jahr 2018 nach Schätzungen der AMI im Jahresdurchschnitt bei rund 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht liegen. Damit wäre das Niveau des Vorjahres um 21 Cent je Kilogramm oder 13 Prozent unterschritten. Hauptgründe für diese Entwicklung sind auch in Deutschland ein großes Schlachtaufkommen bei einer gleichzeitig schwächeren Fleischnachfrage. Anfang November erzielten die deutschen Schweinemäster 1,38 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht der Handelsklasse E. Im Vorjahr lag das entsprechende Preisniveau bei 1,46 Euro, ein weiteres Jahr zuvor bei 1,53 Euro.
 
Moderater Anstieg der globalen Geflügelfleischerzeugung 
 
Die globale Produktion von Geflügelfleisch steigt 2018 nach Einschätzung der FAO um 1,4 Prozent auf 121,6 Millionen Tonnen. Überdurchschnittlich hoch sind auch die Wachstumsraten in den USA, Indien, Indonesien, Thailand, Türkei und Mexiko. Größte Geflügelfleischproduzenten sind die USA mit 22,5 Millionen Tonnen, China mit 17,6 Millionen Tonnen, die EU-28 mit 14,9 Millionen Tonnen sowie Brasilien mit 13,2 Millionen Tonnen. Etwa 88 Prozent der Welterzeugung an Geflügelfleisch sind Hähnchen. Der Trend der zunehmenden Beliebtheit von Hähnchenfleisch aufgrund von veränderten Verzehrgewohnheiten und des relativ günstigen Preises hält weltweit an. Für 2019 wird ein ähnlich moderates Wachstum der globalen Geflügelfleischerzeugung erwartet wie in 2018.
 
Weiterer Produktionszuwachs in der EU
Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch in der EU beträgt nach Schätzungen der Europäischen Kommission in 2018 14,8 Millionen Tonnen. Das sind 1,2 Prozent mehr als in 2017. Für 2019 deutet sich eine gegenüber dem Vorjahr etwas schwächere Zunahme der EU-Geflügelfleischerzeugung an. Die EU-Erzeugung von Hähnchen, die die Geflügelfleischerzeugung mit einem Anteil von 81 Prozent dominiert, dürfte 2019 um gut 1 Prozent zunehmen (2018 + 0,8 Prozent). Leicht rückläufig ist dagegen die Putenerzeugung. Die Putenerzeugung macht knapp 14 Prozent an der EU-Erzeugung an Geflügelfleisch aus. Auf Grund hoher Zuwachsraten ist Polen zum größten Putenerzeugerland in der EU aufgestiegen Die EU-Entenerzeugung, die rund 3 Prozent der EU-Geflügelfleischerzeugung ausmacht, dürfte in 2018 kräftig steigen, nachdem die Vogelgrippe 2017 vor allem in Frankreich und Ungarn zu einer starken Produktionseinschränkung geführt hatte. Aus Frankreich kommen 43 Prozent aller in der EU erzeugten Enten.
 
Deutsche Geflügelerzeugung: Kaum Zuwachs
 
Die deutsche Geflügelfleischerzeugung bleibt 2018 mit 1,722 Millionen Tonnen gegenüber Vorjahr nahezu unverändert. Während die Hähnchenerzeugung ein wenig zulegen kann, geht die Putenerzeugung zurück. Für 2019 wird für Deutschland mit einer kaum veränderten Geflügelerzeugung gerechnet, sowohl bei Hähnchen als auch bei Puten. Ein Grund für die Stagnation in Deutschland liegt an der relativ starken Beteiligung der Hähnchenmäster an der Initiative Tierwohl. Damit verbunden sind u.a. niedrigere Besatzdichten. Die dadurch verringerte Erzeugung kann kaum durch neue Ställe kompensiert werden. Auf Hähnchen entfallen 2018 73 Prozent der deutschen Geflügelfleischerzeugung, auf Puten 22 Prozent und auf Enten knapp 3 Prozent.
 
Erzeugerpreise für Geflügel über Vorjahr
 
Die Erzeugerpreise für Masthähnchen übertrafen im gesamten Verlauf des Jahres 2018 das Vorjahresergebnis. Den damit verbundenen höheren Erlösen standen höhere Futtermittelkosten insbesondere als Folge der dürrebedingten Ernteausfälle gegenüber. Im Durchschnitt des Jahres 2018 rechnen Experten der MEG für Deutschland mit einem Erzeugerpreis für Masthähnchen (1.500 g) von rund 87 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht und für Puten (18,5 kg Hähne) von 121 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht. Das wäre bei Masthähnchen ein Preisplus von 2 Prozent und bei Puten ein Preisplus von rund 4 Prozent. Für 2019 wird bei Hähnchen- und Putenfleisch mit keinen gravierenden Änderungen der Erzeugerpreise gerechnet. 
 
Geflügel hat die beste Futterverwertung

Der weltweite Trend zur Erzeugung von Geflügelfleisch hängt mit der im Vergleich zur Erzeugung anderer Fleischarten relativ kostengünstigen Futterverwertung des Federviehs zusammen. Steigen die Futterkosten, ist der Trend zur Geflügelfleischerzeugung besonders stark ausgeprägt, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern. In modernen Mastbetrieben ist heute etwa 1,8 Kilogramm Futter nötig, um 1 Kilogramm Hähnchenfleisch zu erzeugen.
 
Welt-Eierproduktion wächst weiter
 
Die Welt-Eierproduktion wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent. Nach Einschätzung von Experten wird der Eierwirtschaft zur Versorgung der Weltbevölkerung mit hochwertigem tierischem Eiweiß mittel- und langfristig eine wachsende Bedeutung zukommen. Ein Drittel aller Eier auf der Welt werden in China erzeugt.
 
EU-Eiererzeugung mit leichten Zuwächsen
 
In der EU setzt sich das moderate Wachstum der Eiererzeugung fort. Die EU-Bruttoeigenerzeugung an Konsumeiern wird für 2018 auf 6,924 Millionen Tonnen geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr sind das 2,6 Prozent mehr. Für 2019 wird mit einem abgeschwächten Wachstum der Eiererzeugung gerechnet. Frankreich ist der größte Konsumierproduzent in der EU. Zweitgrößter Erzeuger ist Deutschland, gefolgt von Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Für Deutschland werden für 2018 und 2019 leichte Erzeugungszuwächse von jeweils etwa einem Prozent erwartet. Der deutsche Selbstversorgungsgrad an Konsumeiern wird für 2018 auf 68 Prozent geschätzt. 
 
EU: Mehr als jede zweite Henne in ausgestalteten Käfigen
 
Seit dem 1. Januar 2012 gilt in der EU das Verbot der konventionellen Käfighaltung. Viele Käfiganlagen sind daher zu ausgestalteten Käfigen umgebaut worden. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden 2017 53 Prozent der Hennen in der EU in Form von Kleingruppen in ausgestalteten Käfigen gehalten. In Deutschland liegt dieser Anteil 2018 bei 8 Prozent. 42 Prozent der Hennen in der EU entfallen auf Boden- und Freilandhaltung (Deutschland 81 Prozent). Der Anteil von Bioplätzen für Legehennen liegt in der EU bei 5 Prozent (Deutschland knapp 11 Prozent).
 
Eierpreise unter Vorjahr
 
 
 
 
 
 
Im Jahr 2017 kam es durch die Fipronilfunde in Eiern zu erheblichen Produktionsausfällen in den Niederlanden. Drastische Auswirkungen auf das Preisgefüge waren die Folge. Im Jahr 2018 allerdings hat sich das Preisniveau wieder „normalisiert“. Waren die Preise im ersten Quartal noch ungewöhnlich hoch, lagen sie ab Jahresmitte nur noch wenig über dem Niveau des Jahres 2016. Der durchschnittliche Eierpreis in der Gewichtsklasse M, Bodenhaltung, wird für Jahr 2018 in Deutschland auf 8,15 Euro je 100 Eier geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1,07 Euro weniger, aber noch 1,71 Euro mehr als im Schnitt des Jahres 2016. Kontraktpreise für 2019 liegen unter Vorjahr.
 
Welt-Milcherzeugung nimmt 2018 wieder stärker zu 
 
Die Weltmilchmenge wird von der FAO für 2018 auf 826,9 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber 2017 2,0 Prozent mehr, nachdem der Zuwachs im Vorjahr nur 1,4 Prozent betragen hatte. Grund für das stärkere Wachstum der Welt-Milcherzeugung sind die weltweit wieder gestiegenen Milcherzeugerpreise. Die größten Produktionszuwächse sind in Asien zu verzeichnen.  
 
EU ist weltweit der größte Milchproduzent
 
Größter Milcherzeuger im weltweiten Vergleich ist seit 2017 nicht mehr die Europäische Union, sondern Indien. Die Erzeugungsmengen dort werden für 2018 auf 172,9 Millionen Tonnen geschätzt, gegenüber Vorjahr + 4,4 Prozent. Die EU-Erzeugung wird 2018 auf 166,6 Millionen Tonnen geschätzt. Das ist nur ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund für den vergleichsweise geringen Zuwachs sind die Auswirkungen der langanhaltenden Trockenheit im nördlichen Europa. Die EU hat einen Anteil an der Welterzeugung von 20 Prozent. Drittgrößter Milchproduzent der Erde sind die USA (98,8 Millionen Tonnen). 
 
Welthandel mit Milchprodukten
 
Der Welthandel mit Milchprodukten wächst 2018 voraussichtlich auf 74,5 Millionen Tonnen (gegenüber Vorjahr + 2,5 Prozent) an. Er ist import- und exportseitig von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Während viele afrikanische Länder, Vietnam, Japan und Mexiko gegenüber Vorjahr deutlich mehr importieren, führen Brasilien und Russland dagegen weniger Milchprodukte ein. Hauptimporteure von Milchprodukten sind die Länder Asiens. Auf sie entfallen 60 Prozent der globalen Milchimporte. Starke Exportzuwächse weisen die USA, aber auch Mexiko, Neuseeland, Argentinien, Uruguay und Australien auf. Der weltweit größte Exporteur von Milch und Milchprodukten ist die EU. Sie kann ihr Exportvolumen in 2018 nur knapp behaupten.
 
27 Prozent des Weltmilchhandels entfallen auf die EU
 
Umgerechnet in Milchäquivalente entfallen gut 27 Prozent des Weltexports (22,3 Mio. t) auf die Europäische Union. Weitere gut 25 Prozent (19,0 Mio. t) entfallen auf Neuseeland, 16 Prozent (11,9 Mio. t) auf die USA. Wirtschaftswachstum und geänderte Ernährungsgewohnheiten beflügeln tendenziell den internationalen Handel mit Milch und Milchprodukten. 
 
Integration der EU in den globalen Milchmarkt schreitet voran
 
2018 sind gut 12 Prozent der von europäischen Bauern angelieferten Milch (umgerechnet in Milchäquivalente) in Drittländer außerhalb der EU exportiert werden. Eine tendenziell stark zunehmende Nachfrage aus den Entwicklungs- und Schwellenländern dürfte diesen Anteil in den nächsten Jahren weiter anwachsen lassen. 
 
EU-Milchanlieferungen nehmen moderat zu
Die wieder deutlich höheren Milchpreise kurbeln die Produktion an. Für das Jahr 2018 rechnet die
Europäischen Kommission mit einer Milchanlieferungsmenge an EU-Molkereien von 157,5 Millionen Tonnen (+ 0,8 Prozent). Ohne die Auswirkungen der ungewöhnlich heißen und trockenen Witterung im Sommer 2018 in vielen Staaten der Europäischen Union wären die Milchmengen deutlich stärker angestiegen. Für das Jahr 2019 wird bei Milchanlieferungen ein moderates Wachstum von etwa einem Prozent gerechnet. 
 
Allmählicher Abbau der Lagerbestände
 
Infolge der teils fehlenden Absatzmöglichkeiten und des phasenweise sehr niedrigen Preisniveaus sind in der EU im Laufe des Jahres 2016 umfangreiche Produktionsmengen eingelagert worden. Während die Einlagerung von relativ geringen Mengen an Butter schnell abgebaut werden konnte, sind die hohen Lagerbestände über 428.000 Tonnen Magermilchpulver immer noch nicht ganz abgebaut. Die Kommission geht von einem Ende 2018 noch bestehenden Bestand in der Öffentlichen und Privaten Lagerhaltung von insgesamt 211.000 Tonnen Magermilchpulver aus, die dann in 2019 vollständig abgebaut werden sollen. 211.000 Tonnen entsprechen 14 Prozent der EU-Jahresproduktion an Magermilchpulver.
 
Mehr Milch in Deutschland
 
  
 
 
 
 
 
Von Januar bis September 2018 haben die deutschen Molkereien bezogen auf den Erzeugerstandort insgesamt 2,6 Prozent mehr Milch erfasst als im Vorjahr. Ähnlich stark zugenommen hat die Milchanlieferung in Polen (+ 2,3 Prozent) und  Österreich (+ 2,0 Prozent). In Frankreich und Irland gab es dagegen nur ein leichtes Plus (jeweils + 0,8 Prozent). In den Niederlanden war die Milchanlieferung sogar rückläufig (- 1,9 Prozent). Für die EU insgesamt wird für 2018 ein leichtes Wachstum von nur 0,8 Prozent erwartet.
 
Käse bestimmt fast zur Hälfte die Milchverwertung
 
Der größte Teil der deutschen Milcherzeugung fließt in die Käseverarbeitung. Im Jahr 2017 wurden 45 Prozent der angelieferten Milch in die Käsereien gelenkt. Die Vermarktung von Käse hat daher einen hohen Einfluss auf die Milch
erlöse. Auch die Verwertung der Milch in Form von Konsummilch oder Frischprodukten hat mit einem Anteil von 25 Prozent einen maßgeblichen Einfluss auf die Milchverwertung.
 
Export behauptet sich
 
Die deutschen Exporte von Milchprodukten konnten sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in etwa behaupten. Aushängeschild für den deutschen Export von Milchprodukten sind Käse und Frischmilchprodukte. Die Exporte nach China verringerten sich in diesem Neunmonatszeitraum im Jahresvergleich um knapp ein Fünftel, und zwar produktübergreifend mit Ausnahme von Molkenpulver (+ 14 Prozent).
 
Weltmarktpreise für Milchprodukte mit starken Schwankungen
Der FAO-Preisindex für Milchprodukte hat sich in den ersten fünf Monaten des Jahres 2018 deutlich nach oben entwickelt. Nach Mai 2018 schwächten sich die globalen Preise für fast alle Milchprodukte deutlich ab und erreichten im Oktober einen Stand wie zur Jahreswende 2017/18. Eine wesentliche Ursache für den Preisrückgang wird in der reichlichen Versorgung mit Ware gesehen. Besonders Neuseeland hat mit seinen zusätzlichen Lieferungen einen Druck auf die Exportpreise ausgelöst. Insgesamt wird die Entwicklung des globalen Milchpreisniveaus von der weiteren Entwicklung von Angebot und Nachfrage abhängen. Wird die globale Erzeugung durch die höheren Milchpreise sehr stark angeregt, könnten Preisabschläge die Folge sein.  
 
Können sich die Milchpreise weiter behaupten? 
 
 
Die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß lagen im Durchschnitt der Monate Januar bis September 2018 bei 33,40 Euro je Kilogramm. Für das gesamte Jahr 2018 schätzt die AMI einen Milcherzeugerpreis von 34,0 bis 34,5 Euro je Kilogramm. Das sind gegenüber dem Vorjahr rund 5 Prozent weniger. Der Blick auf die Preisentwicklung im Jahr 2019 ist mit vielen Unsicherheiten behaftet. 

Regionale Milchpreisunterschiede
 
 
 
 
 
 
 
In Abhängigkeit von Molkerei und Region sind allerdings auch Unterschiede in der Ausprägung der Preisentwicklungen zu verzeichnen. Im September 2018 lagen die Milcherzeugerpreise in Deutschland im bundesweiten Mittel nach Schätzungen der AMI bei 34,68 Cent je Kilogramm Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Mit 35,58 Cent je Kilogramm Milch waren die Milchpreise in Baden-Württemberg am höchsten und mit 33,29 Cent je Kilogramm in der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland am niedrigsten.