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6 Erzeugung und Märkte

6.3 Pflanzliche Erzeugung

Gute Globale Versorgungslage
Mit 2,47 Milliarden Tonnen liegt die für 2014 geschätzte Weltgetreideernte nahezu auf der Höhe der Vorjahresernte (- 0,2 Prozent). Der Verbrauch steigt im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht an, dürfte aber im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 um 18 Millionen Tonnen unter der Erntemenge bleiben. Entsprechend steigen die Lagerbestände  (gegenüber Vorjahr + 4 Prozent). Bereits im Vorjahr hatten sich die Lagerbestände um 48 Millionen Tonnen oder rund 11 Prozent erhöht.
 
EU größter Weizenlieferant
Die USA dominieren den globalen Handel mit Getreide. In der Saison 2014/15 dürfte der Marktanteil von US-Getreide am Weltmarkt voraussichtlich 26 Prozent erreichen, von US-Grob- und Futtergetreide sogar 34 Prozent. Dabei spielt Mais eine maßgebliche Rolle. Die EU dagegen ist ein wichtiger Akteur am globalen Weizenmarkt. Dabei handelt es sich vor allem um qualitativ hochwertigen Brotweizen. Die Weizen-Ausfuhren der EU dürften im Wirtschaftsjahr 2014/15 mit geschätzten 28 Millionen Tonnen unter dem hohen Vorjahresstand bleiben. Dennoch behält die Union ihren ersten Platz in der Rangliste der wichtigsten Weizenlieferanten vor den USA, Kanada und Russland. Der EU-Anteil am Welthandel mit Weizen beträgt 18 Prozent. Die 2014 eingetretene Schwäche des Euro gegenüber dem Dollar fördert den Drittlandexport der EU-28, während US-Ware am Weltmarkt verliert.
 
Hohe Ernten – weniger Handel
Angebot und Verbrauch am globalen Weizenmarkt werden 2014/15 steigen. In vielen Ländern verringert sich aufgrund der höheren Ernten der Importbedarf gegenüber dem Vorjahr, weshalb der globale Getreidehandel zurückgehen dürfte, insbesondere bei Weizen.
 
Weltweite Weizenbestände weiter eher niedrig
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt die weltweite Weizenernte 2014 auf 720 Millionen Tonnen – das sind knapp 1 Prozent oder 5 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Verbrauch wird auf 713 Millionen Tonnen geschätzt und liegt damit nur um 7 Millionen Tonnen unter dem Ernteergebnis. Entsprechend dürften sich die eher knappen weltweiten Weizenbestände zum Ende des Wirtschaftsjahres 2014/15 nur leicht auf 193 Millionen Tonnen erhöhen. Rein rechnerisch decken die zum Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres erwarteten Weizenbestände den Bedarf von etwas mehr als einem Quartal (99 Tage).
 
Größere Bestände an Grob- und Futtergetreide
Am Weltmarkt für Futter- und Grobgetreide ist dagegen in 2014/15 mit einem spürbareren Bestandsaufbau zu rechnen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) steht der Erzeugung von 1.274 Millionen Tonnen Futtergetreide voraussichtlich ein Verbrauch von 1.255 Millionen Tonnen gegenüber. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres 2014/15 werden Futtergetreidebestände von weltweit 229 Millionen Tonnen erwartet. Das sind 19 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr.
 
Höhere EU-Getreideernte führt zu höheren Lagerbeständen
In der EU-28 fällt das Getreideaufkommen 2014 nach Schätzung des  europäischen Getreidehandelsverband COCERAL mit 320,4 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr (301,1 Millionen Tonnen) um gut 6 Prozent höher aus. Die EU-Kommission ermittelt eine Ernte von 317 Millionen Tonnen (plus 5 Porzent). Bereits im Vorjahr war deutlich mehr geerntet worden (+ 8 Prozent). Bei nahezu unveränderter Anbaufläche (57,3 Millionen Hektar) ist das größere Getreideaufkommen fast ausschließlich auf höhere Hektarerträge zurückzuführen. Die Lagerbestände bei Getreide werden nach Einschätzung der EU-Kommission am Ende des Wirtschaftsjahres 2014/15 auf rund 51 Millionen Tonnen anwachsen. Das wären im Jahresvergleich fast 19 Millionen Tonnen mehr.
 
Deutsche Getreideernte 2014 mit neuem Rekord
Trotz insgesamt schwieriger Erntebedingungen erreicht die deutsche Getreideernte in 2014 mit 51,9 Millionen Tonnen (einschließlich Körnermais) ein Niveau, das um fast 9 Prozent über dem guten Vorjahresergebnis liegt. Ausschlaggebend für den Zuwachs sind bei nahezu unveränderten Anbauflächen deutlich höhere Erträge. Regional gesehen ist die Ertragsentwicklung wegen unterschiedlicher Witterungsbedingungen allerdings uneinheitlich.
 
Globale Getreidepreise deutlich niedriger
Angesichts hoher Ernten, insbesondere bei Mais, ist der globale Getreidepreisindex der FAO in 2014 gefallen. Im Oktober jedoch erholten sich die Preise auf den internationalen Getreidemärkten wieder leicht, besonders bei Weizen. Im dritten Quartal 2014 lag der Preisindex um 13 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Im Oktober 2014 lag das Preisminus gegenüber Vorjahr bei 9 Prozent. Gebildet wird der FAO-Getreidepreisindex auf Basis der Exportpreise für Weizen, Mais und Reis an den wichtigsten globalen Handelsplätzen.
 
Mittelfristig weiterhin eher knappe Versorgungssituation
Trotz der in 2014/15 komfortablen Versorgung rechnen FAO und OECD mittelfristig mit einer weiter eher knappen globalen Versorgungssituation und somit mit einem sich wieder festigenden Preisniveau. Als Gründe werden das weitere Bevölkerungswachstum, begrenzte Anbauflächen und verringerte Produktivitätsfortschritte angegeben. Marktexperten erwarten weiter große Preisausschläge (Volatilitäten).
 
Auch Getreidepreise in Deutschland unter Druck
Seit der letzten „Hochpreisphase“ im Frühjahr 2014 haben sich die Preise nicht nur international, sondern auch in Deutschland um gut 20 Prozent ermäßigt und sackten auf ein 4-Jahrestief. Allerdings konnten sich die Erzeugerpreise seit ihrem Tiefpunkt Ende September in den Monaten Oktober und November 2014 (Redaktionsschluss) wieder etwas festigen.
 
Wieder festere Preise erwartet
Auch im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2014/15 wird die Entwicklung am Weltmarkt für die hiesigen Märkte tonangebend sein. Marktexperten gehen von einer sich weiter festigenden Tendenz bei den Preisen für Brot- und Futtergetreide aus. Für diese Annahme sprechen die positiven Vorgaben von den Terminmärkten. Offen ist, inwieweit im Frühjahr 2015 Anbau- und Ernteprognosen für 2015/16 aussehen und damit die Richtung und die Stärke der Preisentwicklung verändern.
 
Getreide wird preisgünstiger – Brot und Backwaren nicht
Während die Entwicklung der Erzeugerpreise für Brotweizen im Zeitverlauf durch ein starkes Auf und Ab gekennzeichnet ist, sind die Verbraucherpreise für Brot und Kleingebäck relativ stabil geblieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Rohstoffanteil an den Verbraucherpreisen für Brot und Backwaren nur bei etwa drei bis fünf Prozent liegt. Wie Berechnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zeigen, blieben die Verbraucherpreise für Brot von der Abwärtsentwicklung der Erzeugerpreise für Weizen unbeeindruckt.
 
Globale Ölsaatenerzeugung nimmt deutlich zu
Weltweit wird die Ölsaatenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 528,9 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind fast 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Bereits im Wirtschaftsjahr zuvor hatte die globale Ölsaatenerzeugung mit über 6 Prozent deutlich zugenommen. Die mit Abstand wichtigste Ölsaat ist im Wirtschaftsjahr 2014/15 die Sojabohne mit 312,1 Millionen Tonnen, gefolgt von Raps mit 70,7 Millionen Tonnen und der Baumwollsaat mit 45,0 Millionen Tonnen.
 
USA, Brasilien und Argentinien dominieren den Sojaanbau
Sojabohnen werden hauptsächlich in Form von Schrot zu Tierfutter verarbeitet. Der Vorteil ist der hohe Eiweißgehalt, der mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist wie beim Raps. Zudem enthalten Sojabohnen rund 20 Prozent Öl. Der weltgrößte Erzeuger von Sojabohnen sind die USA mit geschätzten 107,7 Millionen Tonnen in 2014/15, gefolgt von Brasilen mit 94,0 Millionen Tonnen sowie Argentinien mit 55,0 Millionen Tonnen. Hauptimporteur von Sojabohnen ist China mit 74,0 Millionen Tonnen, gefolgt von der EU mit 12,8 Millionen Tonnen. Die für das Wirtschaftsjahr 2014/15 geschätzte Welt-Sojabohnenernte liegt bei 312,2 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr fast 10 Prozent mehr.
 
Palm- und Sojaöl beherrschen den Pflanzenölmarkt
Der weltweite Pflanzenölmarkt wird vom Palmöl dominiert. Im Wirtschaftsjahr 2014/15 macht die Palmölerzeugung mit 63,3 Millionen Tonnen knapp 36 Prozent der globalen Pflanzenölerzeugung von insgesamt 177,0 Millionen Tonnen aus. Die größten Palmölproduzenten der Welt sind Indonesien und Malaysia mit zusammen 86 Prozent Markanteil. Sojaöl nimmt mit einer Weltproduktion von 47,0 Millionen Tonnen und einem Anteil von knapp 27 Prozent an der Gesamtproduktion die zweite Stelle bei den pflanzlichen Ölen ein. Es folgen Raps- und Sonnenblumenöl mit 26,8 Millionen Tonnen (15 Prozent) und 15,3 Millionen Tonnen (9 Prozent).
 
Globale Nachfrage nach pflanzlichen Ölen wächst rasant
Die Erzeugung der weltweit neun wichtigsten pflanzlichen Öle (aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumen, Baumwoll- und Erdnusssaat sowie Palm und Palmkerne, Kokos und Oliven) dürfte im Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 177,0 Millionen Tonnen ansteigen. Dies sind 7,0 Millionen Tonnen oder gut 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Verbrauch verdoppelt. Nahezu unabhängig von der Preisentwicklung steigt die Nachfrage nach Pflanzenölen jedes Jahr deutlich an. Der Grund dafür ist der hohe Anteil der Verwendung im Nahrungsmittelbereich. Nur etwa ein Fünftel geht in die oleo-chemische Industrie oder wird zur Herstellung von Biodiesel verwandt.
 
Weiterhin global rege Nachfrage
Die FAO erwartet eine weiterhin kräftige Nachfragesteigerung nach Pflanzenölen für den menschlichen Verzehr sowie nach Ölschroten zur Verfütterung. Hinzu kommt eine höhere Produktion von Biokraftstoffen, siehe Kapitel 6.1).
 
Auch höhere Ölsaatenernte in der EU
In der EU-28 hat die Ölsaatenerzeugung in 2014 ertrags- und anbaubedingt ebenfalls mit einem deutlich höheren Ergebnis abgeschlossen. Mit einer Erntemenge von 34,9 Millionen Tonnen wurde das Vorjahresergebnis um 3,2 Millionen Tonnen oder 10 Prozent überschritten. Mit 24,0 Millionen Tonnen (gegenüber Vorjahr + 14 Prozent) dominiert in der EU-Ölsaatenerzeugung der Raps, gefolgt von Sonnenblumen mit 8,8 Millionen Tonnen (- 1 Prozent) und Sojabohnen mit 1,6 Millionen Tonnen (+ 28 Prozent).
 
Überdurchschnittliche Rapsernte 2014 in Deutschland
Nach Ergebnissen der amtlichen Statistik wurden 2014 in Deutschland 6,263 Millionen Tonnen Winterraps geerntet. Das waren 0,493 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Erstmals seit 4 Jahren wurde auch wieder das langjährige Mittel von 5,3 Millionen Tonnen überschritten. Die damit um fast 9 Prozent höhere Erntemenge geht ausschließlich auf höhere Erträge zurück. Denn die Anbauflächen waren um gut 4 Prozent verkleinert worden.
 
Bei Ölsaaten und -schroten hohe Netto-Importe
Deutschland führte im Wirtschaftsjahr 2013/14 12,9 Millionen Tonnen Ölsaaten und -schrote ein und 3,6 Millionen Tonnen aus. Importiert wurden vor allem Raps (4,4 Mio. t), Sojabohnen (3,6 Mio. t) und Sojaschrot (2,8 Mio. t). In beachtlichen Mengen exportiert wurden Rapsschrot (1,8 Mio. t) und Sojaschrot (1,3 Mio. t).
 
Abwärtstrend der Preise für Öle und Fette beendet?
Der Preisindex für Öle/Fette der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erreichte im Juli 2014 den niedrigsten Wert seit Juli 2010. Verantwortlich für den bereits seit März 2014 einsetzenden Abwärtstrend sind vor allem die kräftigen Preisrücknahmen für Palmöl, aber auch die Preise für die anderen Öle und Fette tendierten schwach. Im Oktober 2014 hat der globale Pflanzenölpreisindex gegenüber dem Vormonat allerdings wieder leicht zulegen können. Damit scheint die seit März 2014 anhaltende Schwächephase beendet. Maßgeblich hierfür ist vor allem der steigende Palmölpreis. Das entsprechende Vorjahresniveau wurde im Oktober dennoch um 13 Prozent unterschritten.
 
Rapspreise deutlich unter Druck
Die Preise für Ölsaaten und pflanzliche Öle in der EU und in Deutschland folgen den globalen Notierungen. Sie standen auch im Jahr 2014 unter Druck, der sich durch das umfangreiche Rohstoffangebot aus der Ernte 2014 sowie stark schwächelnde US-Sojanotierungen noch erhöhte. Seit Oktober jedoch sind wieder Aufwärtstendenzen zu verzeichnen.
 
Globale Zuckerzeugung steigt nur leicht an
Die Weltzuckererzeugung wird von der FAO für das Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 183,9 Millionen Tonnen Zucker geschätzt. Das ist nur geringfügig mehr als im Vorjahr (+ 0,9 Prozent). Mit dem Wirtschaftsjahr 2014/15 ist die Erzeugung im fünften Jahr hintereinander, wenn auch geringfügig, höher als die Nachfrage. Vorräte, die mehrere Jahre in Folge abgebaut wurden, wachsen weiter leicht an. Sie bleiben aber niedriger als in früheren Jahren, so dass Marktgleichgewichte fragil sind und bei ersten Hinweisen auf Nachfragesteigerungen oder Produktionsrückgängen schnell die Preise wieder steigen können. Der Welthandel mit Zucker wird in 2014/15 von relativ niedrigen Zuckerpreisen und steigender Wirtschaftskraft in Entwicklungs- und Schwellenländern angetrieben. Angesichts hoher Volatilitäten ist die Unsicherheit über die sich zuletzt (Oktober 2014) nach oben entwickelnden internationalen Zuckerpreise groß. Der Anteil des Rübenzuckers an der weltweiten Zuckererzeugung beträgt rund 22 Prozent.
 
EU-Zuckererzeugung bei 19,1 Millionen Tonnen
Nach 16,82 Millionen Tonnen Zucker in 2013/14 wird für das Wirtschaftsjahr 2014/15 eine EU-Erzeugung von 19,07 Millionen Tonnen Zucker geschätzt. Das sind 2,25 Millionen Tonnen oder 13 Prozent mehr. Seit der letzten EU-Zuckerreform stehen gut 13,2 Millionen Tonnen an Quote zur Verfügung. Die Differenz wird von der Zuckerindustrie über Exporte, die Bioenergieverwertung und die chemische Industrie vermarktet, und zwar zu Marktpreisen, die durch das Überangebot in 2014 unter starken Druck geraten sind. Es kann aber auch Quote in das nächste Wirtschaftsjahr übertragen werden. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für EU-Quotenzucker sind von den Preisentwicklungen auf den Weltmärkten relativ stark abgekoppelt. Die EU-Zuckermarktordnung läuft 2017 aus.
 
Deutsche Zuckererzeugung 2014 bei 4,4 Millionen Tonnen
Die Zuckererzeugung aus Rüben fällt in 2014/15 nach vorläufigen Ergebnissen mit 4,44 Millionen Tonnen um 1,0 Millionen Tonnen oder 30 Prozent höher aus als die relativ niedrige Ernte in der Kampagne 2013/14. Die Ursachen für das erheblich höhere Kampagne-Ergebnis sind eine Anbauausdehnung (+ 5 Prozent) auf 374.000 Hektar und vor allem höhere Erträge. Der Zuckerertrag je Hektar ist von 10,5 auf 13,9 Tonnen angestiegen (+ 23 Prozent).
 
2014 gute Kartoffelernte in der EU
In der EU-28 wurden 2014 geschätzte 58,4 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das waren 4,1 Millionen Tonnen oder 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei großen regionalen Unterschieden waren vor allem deutlich höhere Hektarerträge für die relativ gute EU-Kartoffelernte maßgebend.
 
Auch deutsche Kartoffelernte 2014 erheblich höher
Nach dem vorläufigen Ergebnis der amtlichen Statistik liegt die deutsche Kartoffelernte des Jahres 2014 bei knapp 11,5 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis 19 Prozent mehr Kartoffeln. Der mehrjährige Durchschnitt wird um 5 Prozent übertroffen.  Gründe für die gute Ernte sind eine leichte Anbauausdehnung um 1 Prozent auf 245.000 Hektar und vor allem auf Grund insgesamt günstiger Witterungsbedingungen hohe Ertragszuwächse. Die Hektarerträge sind im Bundesdurchschnitt mit knapp 469 Dezitonnen um 18 Prozent höher als im Vorjahr und erreichen damit eine neue Höchstmarke. Angesichts des großen Speisekartoffelangebotes bewegten sich die Kartoffelpreise in 2014 auf einem sehr niedrigen Niveau.
 
Vermarktungsspanne ist größer geworden
Der Zusammenhang zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist bei Speisekartoffeln relativ eng. Ein Blick auf den jeweiligen Verlauf in der Saison 2013/14 zeigt, dass sinkende (steigende) Erzeugerpreise mit sinkenden (steigenden) Verbraucherpreisen einhergehen. Sowohl Erzeuger- als auch Verbraucherpreise haben im Verlauf der Saison 2013/14 deutlich nachgegeben. Die Vermarktungsspanne hat dabei zugenommen.
 
Hohe EU-Apfelernte
Für die 28 Mitgliedstaaten der EU fällt die Apfelernte in 2014 mit rund 11,9 Millionen Tonnen besonders hoch aus. Das sind rund 9 Prozent mehr als Vorjahr. Deutschland ist mit 1,0 Millionen Tonnen der viertgrößte Apfelerzeuger in der EU, nach Polen (3,5 Mio. t), Italien (2,4 Mio. t) und Frankreich (1,5 Mio. t).
Die EU-Birnenernte dagegen erreicht in 2014 das Vorjahresergebnis nicht ganz. Sie wird auf 2,3 Millionen Tonnen geschätzt (- 2 Prozent). Der wichtigste Erzeuger ist Italien mit 0,7 Millionen Tonnen, gefolgt von Spanien (0,37 Mio. t) und den Niederlanden (0,30 Mio. t). Deutschland spielt mit 0,04 Millionen Tonnen im EU-Vergleich nur eine untergeordnete Rolle.
 
Überdurchschnittlich hohe Obsternten
Bei Obst stellt fast jedes Produkt einen eigenen Markt dar. Auf Grund günstiger Witterungsbedingungen wird die deutsche Apfelernte in 2014 auf 1,036 Millionen Tonnen veranschlagt. Das relativ schwache Vorjahresergebnis von 802.000 Tonnen wird damit um 29 Prozent übertroffen. Die Marke von 1 Million Tonnen wurde zuletzt 2009 übertroffen. Die Birnenernte liegt nach vorläufigen Ergebnissen bei 42.000 Tonnen (+ 7 Prozent), die Erdbeerenernte bei 158.000 Tonnen (+ 10 Prozent), die Kirschernte bei 59.000 Tonnen (+ 56 Prozent) und die Ernte von Pflaumen/Mirabellen bei 49.000 Tonnen (+ 7 Prozent).
 
Auswirkungen des russischen Importembargos
Russland hat den Apfelimport in den vergangenen 5 Jahren um 200.000 t auf über 1,2 Mio. t gesteigert. Fast zwei Drittel davon kommen aus der EU und hier ganz besonders aus Polen. Angesichts geringer Mengen hat das russische Importembargo kaum direkten Einfluss auf den deutschen Apfelmarkt. Nicht ausgeführte polnische Äpfel drücken allerdings auf die Märkte der EU-Länder und führen mittelbar zu Preisdruck.
 
Erzeugermärkte setzten 2013 weniger Obst ab, erzielten aber Rekorderlös
Die deutschen Erzeugermärkte haben 2013 mit 623.000 Tonnen die zweitkleinste Menge an Obst der vergangenen 10 Jahre abgesetzt. Lediglich 2003 war die Vermarktungsmenge noch kleiner. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 14 Prozent. Allerdings war 2012 auch ein Jahr mit besonders hoher Absatzmenge. Trotz der deutlich niedrigeren Ernte erzielten die deutschen Obsterzeuger in 2013 einen neuen Rekorderlös. In 2014 ist die Situation umgekehrt. Der größeren Obsternte stehen starke Preiseinbußen entgegen, so dass die Erlöse deutlich zurückgehen.
 
Anbau von Freilandgemüse hat zugenommen
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungserhebung des Statistischen Bundesamtes beläuft sich die Anbaufläche für Gemüse und Erdbeeren in Deutschland in 2014 auf 129.200 Hektar. Gegenüber dem Vorjahr sind das gut 4 Prozent mehr. Zu den flächenmäßig wichtigsten Kulturen gehören Spargel, Möhren und Zwiebeln. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nach wie vor die Bundesländer mit der größten Freilandgemüsefläche. In Gewächshäusern wird in Deutschland auf rund 1.300 Hektar Gemüse angebaut. Die wichtigste Kultur ist die Tomate, gefolgt von Feldsalat und anderen Salaten.
 
Gemüseernte 2014 steigt gegenüber Vorjahr
Der ausgesprochen milde Winter und das warme Frühjahr wirkten sich auf die Gemüsekulturen günstig aus. Mit einem neuen Spitzenwert von 56 Dezitonnen je Hektar wurde zum Beispiel beim Spargel 2014 eine neue Rekordernte von 114.500 Tonnen erzielt. Die gesamte Gemüseernte liegt nach Schätzungen der AMI 2014 bei 3,70 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorjahresernte von 3,21 Millionen Tonnen sind das 15 Prozent mehr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung je nach Produkt und Region unterschiedlich ausfiel, ganz besonders wenn dabei ungünstige Witterungsverhältnisse eine Rolle spielten.
Die Frischgemüseabsatzmenge der deutschen Erzeugermärkte im Jahr 2013 hatte die Menge des Vorjahres um 10 Prozent  verfehlt. Durch höhere Preise konnte dieser Rückgang in vielen Fällen aber mehr als ausgeglichen werden. Umgekehrt ist die Situation in 2014, wo der guten Ernte erheblich niedrigere Preise gegenüber stehen.
 
Deutschland unter den TOP-10-Weinländern
Die globale Weinerzeugung in 2014 wird auf 269,4 Millionen Hektoliter geschätzt. Das wären gegenüber dem Vorjahr gut 6 Prozent weniger. Auch in 2014 führen Frankreich und Italien mit jeweils mehr als 44 Millionen Hektolitern die Rangliste der weltweit wichtigsten Weinerzeugerländer an, vor Spanien. Auf Platz 4 folgen die USA mit 22,5 Millionen Hektolitern. Deutschland liegt mit 9,5 Millionen Hektolitern auf Platz 10 der Weltrangliste, noch vor Portugal und Griechenland.
 
Traubenernte 2014 mit guten Qualitäten
Die deutsche Weinmosternte 2014 wird auf rund 9,5 Millionen Hektoliter geschätzt. Damit läge die 2014er Ernte um 13 Prozent über der des Vorjahres und 3 Prozent über dem zehnjährigen Mittel von 9,3 Millionen Hektolitern. Die Mosternte 2014 wird als qualitativ guter Jahrgang beschrieben. Mit 157,7 Millionen Hektolitern wird in der EU 2014 eine Weinmosternte erzielt, die um etwa 10 Prozent unter dem Vorjahresergebnis bleibt.
 
Wein und Weinbau in Deutschland
Deutschland beheimatet die nördlichsten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. Die gesamte beerntete Rebfläche betrug 2013 etwa 99.500 Hektar. Rund zwei Drittel davon befinden sich in Rheinland-Pfalz. Die meisten der etwa 20.000 Winzer – viele davon im Nebenerwerb - sind in 230 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen.
 
Gute Hopfenernte in 2014
In Deutschland werden auf mehr als 17.300 Hektar Hopfen angebaut. Damit liegt mehr als ein Drittel der weltweiten Anbaufläche in Deutschland. Die Erzeugnisse der knapp 1.200 Betriebe in Deutschland werden in über 100 Länder exportiert. Die Hopfenernte in 2014 wird auf 34.000 Tonnen geschätzt (2013 rund 27.500 Tonnen). Damit ist Deutschland der weltweit größte Hopfenanbauer.
 
 
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