©
6 Erzeugung und Märkte

6.4 Tierische Erzeugung

Der globale Fleischmarkt wächst weiter
Die weltweite Fleischerzeugung wird in den kommenden Jahren weniger stark wachsen. OECD und FAO prognostizieren für den Zehnjahreszeitraum bis 2023 noch ein Wachstum der globalen Fleischerzeugung von jährlich 1,6 Prozent. In der zurückliegenden Dekade waren es 2,3 Prozent. So soll die Weltfleischproduktion von 308 Millionen Tonnen in 2013 auf 357 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2023 ansteigen, wobei die erwarteten Zuwächse bei Geflügelfleisch mit 2,3 Prozent pro Jahr deutlicher ausfallen als bei Schweinefleisch (1,2 Prozent) oder Rindfleisch (ebenfalls + 1,2 Prozent). Auf Schweinefleisch sollen dann 36 Prozent und auf Geflügelfleisch 38 Prozent Marktanteil entfallen. Auf Rind- und Schaffleisch entfallen dann 21 bzw. 5 Prozent der Weltfleischerzeugung. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung vervierfacht.
 
Weltfleischerzeugung 2014 mit verhaltener Zunahme
Für 2014 rechnet die FAO mit einem Anstieg der globalen Fleischproduktion auf 311,6 Millionen Tonnen (plus 1,1 Prozent zum Vorjahr). Dabei konzentriert sich das Wachstum auf die Entwicklungs- und Schwellenländer. Auf Wachstumskurs sind vor allem die Geflügel- (+ 1,1 Prozent) und Schweinefleischerzeugung (+ 1,4 Prozent). Niedriger fallen die Wachstumsraten bei der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,6 Prozent) und Rindern aus (+ 0,8 Prozent).
 
Globale Fleischnachfrage wird weiter wachsen
Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Für die Industriestaaten wird für 2014 ein gegenüber Vorjahr leicht verringerter Fleischverbrauch von 75,5 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung geschätzt. Deutlich niedriger, aber mit Aufwärtstrend, ist der Verbrauch in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 33,8 Kilogramm pro Kopf und Jahr.
 
Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischerzeuger
Die Europäische Union (EU) ist mit rund 44 Millionen Tonnen nach China (2014: 87 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischerzeuger. Differenziert nach Fleischarten entfallen im Jahr 2014 bei Schweinefleisch rund 19 Prozent, bei Geflügelfleisch 12 Prozent, bei Rindfleisch 11 Prozent sowie Schaf- und Ziegenfleisch rund 7 Prozent der Weltproduktion auf die EU. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch wird für 2014 auf rund 106 Prozent geschätzt.
 
Geringes Wachstum in der EU-Fleischerzeugung
Die EU-Fleischerzeugung steigt 2014 gegenüber Vorjahr leicht um 0,6 Prozent auf rund 44 Millionen Tonnen. Während die Rindfleisch- und Geflügelfleischerzeugung deutlicher ansteigen (+ 1,8 Prozent bzw. + 1,9 Prozent), fällt die Schweinefleischerzeugung unter den Vorjahresstand (- 0,5 Prozent). Die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung steuert nach Rückgängen in den beiden Vorjahren in 2014 auf eine stabile Entwicklung zu (+ 0,3 Prozent). Für 2015 erwartet die Europäische Kommission für alle Fleischarten zusammen ein Plus von über 1 Prozent. Während das angenommene Wachstum bei Schweine-, Geflügel- und Schaffleisch unter 1 Prozent liegt, könnte es bei Rindfleisch als mittelbare Folge des Milchpreisdrucks bis zu 3 Prozent ausmachen.
 
In der EU wurde 2013 weniger Fleisch konsumiert
In der Europäischen Union (EU) sank der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 1,4 Kilogramm bzw. 1,6 Prozent. Auch in Deutschland wurden pro Einwohner 0,7 Kilogramm weniger Fleisch konsumiert, wofür hauptsächlich der reduzierte Schweinefleischverbrauch verantwortlich war. Im Ranking der EU-Staaten liegt Deutschland auf Platz 11 hinter den südeuropäischen Ländern, Dänemark, Österreich, Frankreich, Italien sowie Irland. Ohne Knochen, Futter, industrieller Verwertung und Verlusten verzehrte ein Bundesbürger 2013 im Durchschnitt 60,3 Kilogramm.
 
Weniger Schweinefleisch, mehr Geflügel- und Rindfleisch
Der seit dem Jahr 2000 anhaltende Wachstumskurs der heimischen Fleischerzeugung ist seit 2012 unterbrochen worden. Auch im Jahr 2014 ist die Inlandsproduktion weiter leicht zurückgegangen. Hauptgrund dafür ist die gedrosselte Schweinefleischerzeugung. Die Geflügelfleischerzeugung nahm dagegen deutlich zu, die Rindfleischerzeugung stieg moderat. In den gewerblichen Schlachtbetrieben Deutschlands werden 2014 schätzungsweise 8,15  Millionen Tonnen Fleisch verarbeitet. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 64.000 Tonnen oder 0,8 Prozent mehr.
 
Produktionsanteile haben sich verschoben
Gut 58 Prozent der Inlandserzeugung entfallen heute auf Schweinefleisch. Rindfleisch hat zu Gunsten von Geflügel Marktanteile verloren. Während 1994 noch ein Viertel des gesamten Fleischaufkommens von Rindern stammte, steht aktuell nur noch ein Anteil von 14 Prozent zu Buche. Dagegen erfreut sich Geflügel zunehmender Beliebtheit. 1994 stammten rund 11 Prozent der gesamten Fleischerzeugung aus der Geflügelfleischbranche. Heute ist es rund ein Fünftel.
 
Globale Fleischpreise weiter auf relativ hohem Niveau
Die globalen Fleischpreise hielten ihr relativ hohes Niveau der letzten drei Jahre auch in 2014 und legten bei Rindfleisch sogar kräftig zu. Grund dafür ist die stetig steigende Fleischnachfrage, hauptsächlich in China und anderen Teilen Asiens. Der Fleischpreisindex der FAO, der die globale Preisentwicklung für die 4 wichtigsten Fleischarten (Rind, Schwein, Geflügel und Schaf) auf den bedeutendsten internationalen Handelsplätzen abbildet, lag im Oktober 2014 um gut 11 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Die Rindfleischpreise sind binnen Jahresfrist sogar um fast 25 Prozent gestiegen, während der Preisanstieg bei Geflügel- und Schweinefleisch mit knapp 4 bzw. knapp 5 Prozent deutlich geringer ausfiel. Die Preise für Schaffleisch blieben nahezu unverändert. Die zuletzt etwas nachgebenden globalen Schweinepreise führen OECD und FAO darauf zurück, dass mehrere Länder, in denen der Porcine Epidemic Diarrhea-Virus (PEDV) wütete, ihre Schweinebestände mittlerweile wieder aufgestockt haben. Die Entwicklung der Schweine- und Geflügelpreise ist volatiler als bei Rind- und Schaffleisch.
 
Für 2015 Rückgang der weltweiten Rindererzeugung erwartet
Nachdem die weltweite Produktion von Rind- und Kalbfleisch bereits 2013 nur geringfügig anstieg, erwarten Prognosen der FAO auch für 2014 nur ein leichtes Plus (+0,8 Prozent). Die weltweite Rindfleischproduktion beträgt 2014 diesen Schätzungen zufolge 68,3 Millionen Tonnen. Die leichte Mengensteigerung wird den Entwicklungs- und Schwellenländern zugeschrieben, die für etwa 60 Prozent der Welterzeugung stehen. Für 2015 gehen Prognosen des USDA sogar von einer um 1,6 Prozent niedrigeren globalen Rindfleischerzeugung aus. Während die Erzeugung 2015 in den USA erneut deutlich zurückgehen wird, werden vor allem für Brasilien, aber auch für Indien und Pakistan weitere Produktionszuwächse erwartet. Für den Außenhandel erwarten die Marktexperten des US-Landwirtschaftsministeriums einen weltweiten Anstieg um rund 2 Prozent. Antriebsfeder dieser Entwicklung ist der zusätzliche Importbedarf in Asien, vor allem in Hong Kong und China.
 
Nord- und Südamerika, Indien und China dominieren Weltrindfleischmarkt
Das weltweite Aufkommen an Rindfleisch wird von der Produktion in Nord- und Südamerika sowie in Asien dominiert. Die Top 5 in der Welt: USA, Brasilien, China, Indien und Argentinien erzeugen die Hälfte der globalen Menge.
 
Hohe Preise am Weltmarkt für Rindfleisch
Die eher stagnierende globale Rindfleischproduktion und eine rege kaufkräftige Nachfrage haben seit Ende 2010 zu relativ hohen Preisen auf den globalen Märkten für Schlachtrinder geführt. Daran hat sich auch in 2014 grundlegend nichts geändert. Im dritten Quartal 2014 haben die globalen Rindfleischpreise sogar kräftig angezogen und erreichten im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ein Plus von rund 28 Prozent.
 
Europäische Rinderhaltung ausgeweitet
Das zweite Mal in Folge haben die Rinderhalter in Europa in 2014 ihre Bestände aufgestockt. Nach den Ergebnissen der Viehzählung von Mai 2014 wurden mit insgesamt 88,5 Millionen Tieren etwa 1 Prozent mehr Rinder in der EU als noch 2013 gehalten. Die Hauptursache dafür liegt in der Aufstockung des Milchviehs. Innerhalb von 12 Monaten vergrößerte sich der Milchkuhbestand um 1,7 Prozent. Im Hinblick auf den Wegfall der Milchquote ab Frühjahr 2015 stocken viele Milcherzeuger ihre Herden auf. Der EU-Prognoseausschuss rechnet für 2014 mit einer Rindererzeugung (Bruttoeigenerzeugung) von 7,852 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem 2013 1,1 Prozent mehr. Für 2015 erwarten Experten der EU-Kommission einen moderaten Anstieg der europäischen Rinderbestände um etwa 1,5 Prozent und auch der Rindfleischproduktion in einer ähnlichen Größenordnung.
 
Auch deutsche Rindererzeugung hat 2014 zugenommen
Die deutsche Rindfleischerzeugung ist 2014 – nach 3 Jahren rückläufiger Produktion – erstmals wieder gewachsen. Grund dafür sind die aufgestockten Rinderbestände, was vorwiegend der Ausdehnung der Milchviehhaltung geschuldet ist. Mit voraussichtlich 1,164 Millionen Tonnen Schlachtgewicht liegt die deutsche Rinderproduktion in 2014 um 2,6 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Für 2015 wird ein leichtes Minus von etwa einem Prozent erwartet. Während sich der Rinderbestand im Mai 2014 mit 12,7 Millionen Stück gegenüber dem Vorjahr geringfügig größer zeigt (+ 0,9 Prozent), hat die Zahl der Rinderhalter um 1,8 Prozent (2.800 Betriebe) abgenommen.
 
Starke Zunahme des Exports von lebenden Rindern
Im Jahr 2014 werden voraussichtlich über 800.0000 Tiere und damit deutlich mehr Rinder als Zucht- und Nutzvieh aus Deutschland ausgeführt als im Jahr zuvor. Darauf deuten die Exportzahlen hin.
 
Rindfleischpreise in der EU unter Druck
Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit liegen die Erzeugerpreise für männliche und weibliche Schlachtrinder im Jahr 2014 unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Mitte November 2014 hat sich der Preis für R3-Jungbullen in der EU auf ein Niveau von 3,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (kalt) befestigt. Gegenüber dem Vorjahr bewegen sich die Notierungen auf einem um 5 Prozent niedrigerem Niveau. Der Grund für die schwächeren Kurse ist vordergründig im erhöhten Angebot zu suchen. Die übliche Preisschwäche im Herbst ist in 2014 besonders stark zu spüren: Milchviehhalter sortieren überdurchschnittlich viele Milchkühe aus. Aufgrund der gesunkenen Milchpreise und der vermutlich deutlich überlieferten Quote treten etliche Milchviehhalter offenbar auf die Bremse. Der Preisverfall bei den Schlachtkuhpreisen ist mit rund 10 Prozent unter Vorjahresniveau stärker ausgeprägt als bei den Jungbullen.
 
EU profitiert nicht vom globalen Preishoch auf dem Weltmarkt
Vom Preishoch am Weltrindfleischmarkt können deutsche und europäische Rinderhalter nicht profitieren, da oft Handelsvereinbarungen mit den Regionen fehlen, wo Rindfleisch knapp und teuer ist. Dazu zählen die Regionen in Nordafrika, im Nahen und Mittleren Osten, aber auch in Asien. Einen weiteren Dämpfer gab es, seitdem Russland ab August 2014 sämtliche Fleischlieferungen unter anderem aus der EU stoppte.
 
Für 2015 werden wieder festere Preise erwartet
Für 2015 wird für die Jungbullen vom EU-Prognoseausschuss ein Preisanstieg um rund 10 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht prognostiziert. Dies würde einem Preisniveau von 3,77 Euro je Kilogramm in 2015 entsprechen. Die Gründe für den Preisanstieg werden vor allem darin gesehen, dass die Rindfleischproduktion im Jahr 2015 in relevanten Ländern wieder etwas kleiner ausfallen dürfte. Im Falle der Öffnung neuer Absatzmärkte würde dieser Preistrend zusätzlich gestützt.
Der Preis für R3-Jungbullen für Deutschland wird 2015 auf 3,75 Euro je Kilogramm geschätzt, nach entsprechend 3,66 Euro in 2014 und 3,85 Euro in 2013.
 
Immer weniger Schaf- und Ziegenfleisch
Der Schaf- und Ziegenfleischmarkt in der Europäischen Union war in den vergangenen Jahren von einem deutlich reduzierten Tierbestand sowie einer damit verbundenen rückläufigen Erzeugung geprägt. Auch in 2014 wird mit einem Minus bei der Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch gerechnet (-2,4 Prozent). Nach Prognosen der Europäischen Kommission wird die Erzeugung in 2015 allerdings nur noch leicht zurückgehen (-0,5 Prozent). Dabei sind die Entwicklungen in den einzelnen Ländern der EU unterschiedlich. Beim Lammfleischverzehr wird ein stagnierender Konsum von im Schnitt 1,8 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung sowie ein stabiler Selbstversorgungsgrad der EU von rund 88 Prozent prognostiziert.
 
Schaffleisch-Selbstversorgungsgrad nur bei 51 Prozent
Die deutsche Schaffleischerzeugung dürfte in 2014 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 3,7 Prozent kleiner ausfallen. Ursache hierfür sind rückläufige Bestandszahlen. 2015 dagegen wird mit einer eher stabilen Erzeugung gerechnet. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland liegt 2014 bei geschätzten 51 Prozent.
 
Relativ hohe Preise für kleinere Mengen
Lammfleisch ist die einzige Fleischart, die im Jahr 2014 und auch 2015 an das hohe Preisniveau der Vorjahre nicht nur anknüpfen kann, sondern sogar noch darüber liegt. Grund ist die  gegenüber der Nachfrage knappe Eigenproduktion. Die Aussichten am Schaf- und Lämmermarkt werden für das Jahr 2015 europaweit aus Erzeugersicht positiv beurteilt. Es wird zumindest mit einer Stabilisierung der Schlachtlämmerpreise, wahrscheinlich mit einer eher leicht festeren Preisentwicklung gerechnet.
 
Weltweite Schweineerzeugung nimmt weiter zu
Die weltweite Erzeugung von Schweinefleisch wird von der FAO für 2014 auf 116,1 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1,4 Prozent mehr. Das Wachstum wird von den Entwicklungs- und Schwellenländern getragen. In den Industrieländern dagegen ist die Erzeugung leicht rückläufig gewesen (EU -0,5 Prozent, USA -1,9 Prozent).
 
Globale Schweineerzeugung wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent
Das jährliche Wachstum der globalen Schweinefleischproduktion zwischen 1 und 2 Prozent dürfte nach FAO-Einschätzung auch im Jahr 2015 Bestand haben. Relativ hohe Schweinepreise sowie erhöhte Leistungskennziffern in der Fruchtbarkeit und in der Schweinemast beflügeln diesen Trend vor allem in Nord- und Südamerika. Besonders starke Steigerungsraten in der Erzeugung gegenüber dem Vorjahr werden in den USA, Russland, Brasilien und auch China erwartet. In China wird fast die Hälfte des Schweinefleisches der Welt erzeugt. Global rechnet die FAO für 2015 mit einem Zuwachs der Schweineerzeugung von 1,1 Prozent auf 117,4 Millionen Tonnen. Unterdurchschnittlich fällt der prognostizierte Erzeugungszuwachs in der EU aus (+ 0,9 Prozent).
 
EU-Erzeugung von Schweinefleisch steigt wieder an
Nachdem die EU-Schweinefleischerzeugung in 2014 leicht zurückgegangen ist, schätzt der Prognose-Ausschuss der EU-Kommission für 2015 eine EU-Schweineproduktion, die mit rund 2,3 Millionen Stück gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent höher ausfallen wird. Nach Aufstockung der Sauenbestände wird in den meisten Ländern eine höhere Erzeugung erwartet. Besonders in Spanien, dem zweitwichtigsten Produktionsland innerhalb der EU, wird das Angebot stärker wachsen als in anderen EU-Ländern.
 
Auch deutsche Schweinefleisch-Erzeugung stabilisiert sich
Die Inlandserzeugung von Schweinefleisch in Deutschland ist 2014 das dritte Jahr in Folge nicht weiter gewachsen. Nach leichten Rückgängen in den Jahren 2012 und 2013 wird 2014 die heimische Produktion (Bruttoeigenerzeugung) des Vorjahres knapp verfehlt (-0,4 Prozent).
 
Preisdruck forciert den Strukturwandel
Sauenhalter und Mäster hatten in Erwartung relativ hoher Erzeugerpreise ihre Bestände und Produktion im ersten Halbjahr 2014 aufgestockt, so dass das Aufkommen an Schlachtschweinen in der ersten Hälfte 2015 gegenüber 2014 voraussichtlich größer ausfallen wird. Ähnlich wie in der EU insgesamt wird zumindest für die erste Hälfte der Jahres 2015 ein leichter Zuwachs der deutschen Schweineerzeugung erwartet (+0,7 Prozent). Der wieder sichtbare „Schweinezyklus“ (mehr Ferkel, mehr Schlachtschweine, niedrigere Preise) bedingt, dass vielfach kleinere Sauenhalter mit weniger hohen Leistungen aus der Produktion aussteigen werden.
 
Russisches Handelsembargo belastet EU-Märkte
Die EU-Schweinefleischexporte fallen 2014 infolge des russischen Handelsembargos deutlich unter den Stand des Vorjahres. Russland erließ bereits im Februar 2014 einen Importstopp gegen die gesamte EU wegen des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest in Polen und im Baltikum. Mit einem Anteil von 23 Prozent ist Deutschland in der EU der Hauptexporteur von Schweinefleisch vor Dänemark. Als alternative Wachstumsmärkte mit beachtlichem Absatzpotenzial werden China und Südkorea, aber auch Mexiko und Hongkong gesehen.
 
Deutscher Schweinefleischexport orientiert sich um
Im Zeitraum Januar bis August 2014 lagen die Ausfuhren von Schweinefleisch aus Deutschland weiterhin unter dem Vorjahresniveau, jedoch konnten die Exporte in andere EU-Länder und nach Asien, speziell nach Südkorea und in die Philippinen, stark ausgebaut werden. Nach dem Importstopp Russlands gewinnen zunehmend andere Handelspartner an Bedeutung.
 
Ausfuhr und Einfuhr von lebenden Schweinen
Im Jahr 2014 werden voraussichtlich rund 3,6 Millionen Schweine und Ferkel aus Deutschland im Ausland verkauft. Allein von Januar bis September 2014 konnten mit 2,54 Millionen Tieren rund 3 Prozent bzw. 76.000 Stück mehr als im Vorjahreszeitraum exportiert werden. Deutsche Tiere werden besonders aus Polen stark nachgefragt. Umgekehrt werden neben Schlachtschweinen auch Ferkel in erheblichem Umfang importiert. Im Jahr 2014 dürften rund 11,4 Millionen Ferkel von außerhalb der Grenzen Deutschlands kommen. Davon haben knapp zwei Drittel der Ferkel ihr Herkunftsland in Dänemark und rund ein Drittel in den Niederlanden.
 
Schweinepreise unter starkem Druck
Als Folge des russischen Handelsembargos sind die Erzeugerpreise für Schweine besonders in den Monaten September und Oktober 2014 EU-weit eingebrochen. Im Oktober lagen die Erzeugerpreise im EU-Durchschnitt bei rund 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (kalt) für Schweine der Handelsklasse E. Hält Russland sein Embargo auch in 2015 aufrecht, sind nach Oktober-Einschätzung des EU-Prognoseausschusses im Jahresdurchschnitt 2015 kaum höhere Preise zu erwarten. Das würde um 5 bis 8 Prozent niedrigere Schweinepreise als im Jahr 2014 zur Folge haben. Im November 2014 dominierten EU-weit wieder stabile Preistendenzen und ausgeglichenere Marktverhältnisse.
 
Preisminus von 11 Prozent in 2014
Für 2014 wird der Erzeugerpreis für die EU auf 1,56 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (kalt) für Schweine der Handelsklasse E geschätzt. Das sind gegenüber 2013 19 Cent oder 11 Prozent weniger. Wäre das Handelsembargo der EU-Ausfuhren nach Russland nicht eingetreten, so würden die EU-Erzeugerpreise im Jahr 2014 wohl 10 bis 15 Prozent über dem  Niveau des Vorjahres liegen, so die Einschätzung von zahlreichen Mitgliedern des EU-Prognoseausschusses.
 
Ferkelerzeuger besonders betroffen
Ähnlich wie für die EU insgesamt fällt die Erzeugerpreisentwicklung in Deutschland aus. Für 2014 wird eine Erzeugerpreis je Kilogramm Schlachtgewicht (warm) für Schweine der Handelsklasse E von 1,55 Euro geschätzt. Das sind gegenüber 2013 16 Cent oder 9 Prozent weniger. Auf Grund drastisch gesunkener Ferkelpreise sind nach AMI-Einschätzung vor allem die Ferkelerzeuger von der schwierigen Marktlage betroffen. Deutlich niedrigere Futtermittelkosten führen dagegen zu wirtschaftlichen Entlastungen.
 
Globale Rekordproduktion an Geflügelfleisch
Die weltweite Produktion von Geflügelfleisch hat 2014 erneut einen Rekordwert erreicht. Nach Schätzungen der FAO steigt die Erzeugung um 1,1 Prozent auf 107,2 Millionen Tonnen Schlachtgewicht. Überdurchschnittlich hoch sind die Wachstumsraten in Indien, Russland, und auch Brasilien. Größte Geflügelfleischproduzenten sind die USA mit 20,6 Millionen Tonnen, China mit 17,5 Millionen Tonnen, die EU-28 mit 13,0 Millionen Tonnen sowie Brasilien mit 12,1 Millionen Tonnen. Etwa 88 Prozent der Welterzeugung an Geflügelfleisch sind Hähnchen.
 
Jährliche Steigerungsraten von 2 bis 3 Prozent
In den vergangenen Jahren erhöhte sich die Geflügelfleischerzeugung weltweit stetig. Steigerungsraten von 2 bis 3 Prozent von Jahr zu Jahr waren dabei zu beobachten. Auch für 2015 ist eine Ausweitung von über 2 Prozent zu erwarten. Größere Produktionszuwächse werden wieder in Russland, Indien und Brasilien erwartet. Insgesamt gewinnt Geflügelfleisch aufgrund geänderter Verzehrgewohnheiten weltweit weiter an Beliebtheit. Zusätzlich wird Geflügelfleisch auch wegen seines günstigeren Preises im Vergleich zu Schweine- oder Rindfleisch stärker nachgefragt.
 
Moderater Produktionszuwachs in der EU
Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch in der EU beträgt nach Schätzungen des Prognoseausschusses der Europäischen Kommission in 2014 14,1 Millionen Tonnen. Das sind 2,5 Prozent mehr als in 2013. Für 2015 deutet sich eine nur geringe Zunahme der EU-Geflügelfleischerzeugung von 0,3 Prozent an. Die EU-Erzeugung von Hähnchen, die die Geflügelfleischerzeugung mit einem Anteil von 75 Prozent dominiert, dürfte 2015 um 1,4 Prozent zunehmen (2014: + 3,3 Prozent). Um voraussichtlich etwa 0,7  Prozent abnehmen (2014: - 0,2 Prozent) wird dagegen die Erzeugung von Puten, die 14 Prozent der EU-Erzeugung an Geflügelfleisch ausmacht.
 
Deutsche Geflügelerzeugung mit deutlichem Zuwachs in 2014
Nach einem geschätzten Zuwachs von 3,0 Prozent in 2014 wird für 2015 ein Rückgang der deutschen Geflügelfleischerzeugung um 1,1 Prozent auf 1,74 Millionen Tonnen angenommen. Sowohl die Hähnchenfleisch- als auch die Putenfleischerzeugung werden gegenüber 2014 mehr oder minder geringer ausfallen. Auf Hähnchen entfallen 71 Prozent der deutschen Geflügelfleischerzeugung, auf Puten 22 Prozent.
 
Rückläufige Erzeugerpreise für Geflügel
Die deutschen Erzeugerpreise für Geflügelfleisch verfehlten im gesamten Jahresverlauf das Vorjahresniveau; das gilt sowohl für die Hähnchen- als auch die Putenpreise. Auch wenn das Russland-Embargo wegen relativ geringer deutscher Geflügelfleischexporte kaum direkte Auswirkungen für die deutschen Geflügelerzeuger hat, so hat das Ende bislang beachtlicher Exporte anderer EU-Länder nach Russland mittelbare Auswirkungen auf die EU-Inlandsmärkte und damit auch den deutschen Geflügelmarkt. Im Durchschnitt des Jahres 2014 rechnen Experten der MEG für Deutschland mit einem Schlachtereiabgabepreis für Masthähnchen (1.500 g) von rund 94 Euro je 100 Kilogramm und für Puten (18,5 kg Hähne) von knapp 142 Euro je 100 Kilogramm. Das wären 6 bzw. 2 Prozent weniger als in 2013. Insbesondere in Abhängigkeit von der Entwicklung der Futtermittelpreise ist offen, ob das Preisniveau des Jahres 2014 in 2015 gehalten werden kann.
 
Kontinuierliches Wachstum der Welt-Eierproduktion
Die Welt-Eierproduktion wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent. Nach Einschätzung von Experten wird der Eierwirtschaft zur Versorgung der Weltbevölkerung mit hochwertigem tierischem Eiweiß mittel- und langfristig eine wachsende Bedeutung zukommen.
 
Leichte Steigerung der EU-Eiererzeugung
Die Erzeugung an Eiern in der EU wird nach Einschätzung der Europäischen Kommission in 2014 bei 7,436 Millionen Tonnen liegen, darunter 6,597 Millionen Tonnen Konsumeier. Das sind 1,4 Prozent mehr als 2013. In Deutschland, wo die konventionelle Käfighaltung frühzeitig abgeschafft wurde, ging die Erzeugung 2009 und 2010 deutlich zurück, um dann in den Folgejahren wieder kräftig zu wachsen. Entgegengesetzt war die Entwicklung in den Ländern, die sich mehr Zeit mit der Umstellung ließen. Für 2015 wird für die EU wird ein leichter Zuwachs der Eiererzeugung um 0,2 Prozent auf 7,447 Millionen Tonnen erwartet, für Deutschland ein Plus von 0,6 Prozent.
 
Relativ stabile Eierpreise in 2014
Nach relativ hohen Preisen in 2012 sanken die EU-Erzeugerpreise für Eier auf Grund reichlich versorgter Märkte in 2013 beträchtlich (- 22 Prozent). Der durchschnittliche Eierpreis in der Handelsklasse L und M mit 126,60 Euro je 100 Kilogramm in 2013 dürfte auch in 2014 Bestand haben. Er liegt mit geschätzten 126,40 Euro je 100 Kilogramm knapp darunter. In Deutschland allerdings sanken die Eierpreise in 2014 um fast 3 Prozent. Für 2015 erwarten Experten der MEG sowohl für die EU insgesamt als auch für Deutschland keine nennenswerten Veränderungen der Erzeugerpreise.
 
Welt-Milcherzeugung nimmt weltweit deutlich zu
Das Wachstum der Weltmilchmenge wird sich 2014 nach Angaben der FAO mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 792,0 Millionen Tonnen fortsetzen, nachdem der Zuwachs im Vorjahr rund 1,5 Prozent betragen hatte. Die Zunahme beruht auf einer höheren Erzeugung in nahezu allen Regionen der Welt, besonders aber in Indien (+4,9 Prozent). Aber auch in der EU und den USA sowie in Australien und Neuseeland sind spürbare Erzeugungszuwächse zu verzeichnen.
 
EU ist weltweit der größte Milchproduzent
Größter Milcherzeuger im internationalen Vergleich ist die Europäische Union. Dort beläuft sich die Milcherzeugung in 2014 auf geschätzte 161 Millionen Tonnen. Zweitgrößter Milchproduzent ist Indien mit 145 Millionen Tonnen. Hier wie auch in China (45 Millionen Tonnen) oder Pakistan (39 Millionen Tonnen) waren in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten zu verzeichnen. Auf Rang drei der größten Erzeugerländer folgen die USA mit 94 Millionen Tonnen.
 
Steigender Welthandel mit Milchprodukten
In 2014 steigt der Welthandel mit Milchprodukten besonders stark an (+ 4,6 Prozent). Länder im asiatischen Raum wie China, Indonesien, Malaysia und Thailand fragen mehr Milch und Milchprodukte nach. Exporteure wie die Europäische Union und Neuseeland werden in 2014 neue Rekorde bei ihren Exporten erzielen. Auch die USA werden nach FAO-Schätzung 2014 gegenüber Vorjahr deutlich mehr Milchprodukte exportieren.
 
23 Prozent des Weltmilchhandels entfallen auf die EU
Wirtschaftswachstum und geänderte Ernährungsgewohnheiten haben in 2014 zu internationalem Handel mit Milch und Milchprodukten von schätzungsweise fast 72 Millionen Tonnen Milch (umgerechnet in Milchäquivalente) geführt. 23 Prozent des Weltexportes entfallen auf die Europäische Union. Der weltweit größte Exporteur ist jedoch Neuseeland, auf das 26 Prozent aller weltweit gehandelten Milchprodukte entfallen. Drittgrößter Exporteur sind die USA mit einem Anteil von 15 Prozent.
 
Integration der EU in den globalen Milchmarkt kommt voran
2014 dürften etwa 10 Prozent der von europäischen Bauern angelieferten Milch (umgerechnet in Milchäquivalente) in Drittländer außerhalb der EU exportiert werden. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Eine stark wachsende Nachfrage aus den Entwicklungs- und Schwellenländern (bis 2022 gegenüber 2012 32 Prozent Nachfragesteigerung) lassen den Weltmarkt an Bedeutung gewinnen. Das gilt insbesondere auch für die Preisbildung. Nach Berechnungen des Institutes für Ernährungswirtschaft (ife) in Kiel haben sich im Zeitraum von 2006 bis 2013 beobachtete Preiserhöhungen am Weltmarkt von 1,0 Cent je Kilogramm Milch mit 0,78 Cent je Kilogramm in der EU ausgewirkt. Ohne Exporte lägen die Milchpreise in der EU deutlich niedriger.
 
EU-Milchanlieferungen legen zu
Die Milchanlieferungen an die Molkereien in der EU-28 werden von Europäischen Kommission für 2014 auf 146,5 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind etwa 5,3 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr (+ 3,7 Prozent). Für das Jahr 2015 wird ein Wachstum bei den Milchanlieferungen von weniger als 2 Prozent angenommen. Gründe für die trotz Auslaufens der Milchquote zum 1. April 2015 geringere Wachstumsrate werden vor allem in deutlich niedrigeren Milcherzeugerpreisen gesehen.
 
Mehr Milch auch in Deutschland
Von Januar bis September 2014 haben die deutschen Molkereien insgesamt 4,2 Prozent mehr Milch erfasst als im Vorjahr. Damit zeichnet sich auch im laufenden Quotenjahr 2014/15 eine starke Überlieferung der nationalen Garantiemenge ab.
 
Käse bestimmt immer mehr die Milchverwertung
Der größte Teil der deutschen Milcherzeugung fließt in die Käseverarbeitung, und das mit steigender Tendenz. Im Jahr 2013 wurden 46 Prozent der angelieferten Milch in die Käsereien gelenkt. Die Vermarktung von Käse hat daher einen hohen Einfluss auf die Milcherlöse. Auch die Verwertung der Milch in Form von Konsummilch oder Frischprodukten hat mit einem Anteil von 26 Prozent einen maßgeblichen Einfluss auf die Milchverwertung.
 
Mehr exportiert
Die EU-Exporte von Milchprodukten haben sich in den ersten acht Monaten von 2014 fortgesetzt auf einem hohen Niveau bewegt. Nach Angaben der Europäischen Kommission konnten die Ausfuhrmengen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei nahezu allen Produkten gesteigert werden. Ähnliches gilt auch für den deutschen Außenhandel mit Milchprodukten. Er ist in den ersten acht Monaten von 2014 in der Summe aller Produkte weiter gewachsen. Aushängeschild für den deutschen Export von Milchprodukten sind Käse und Frischmilchprodukte.
 
Weltmarktpreise für Milchprodukte am Wendepunkt?
Die Preise für Milchprodukte haben am Weltmarkt im Verlauf des Jahres 2014 deutlich nachgegeben. Auf das hohe Preisniveau, das 2013 bei Butter, Käse und Milchpulver vorgeherrscht hatte, folgte ab März 2014 ein deutlicher Preisabwärtstrend. Im Oktober 2014 lag der FAO-Milchpreisindex um 27 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Damit war das Preisniveau am Weltmarkt so niedrig wie zuletzt Mitte 2012. Marktexperten gehen davon aus, dass damit der „Boden“ mehr oder minder gefunden ist. Markterholungen werden voraussichtlich allmählich eintreten.
 
Europäische Milchpreise im globalen Trend
Die Landwirte erhielten im September 2014 Milcherzeugerpreise, die im EU-Durchschnitt mit 36,51 Euro je 100 Kilogramm um 5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert lagen. Neben einer reichlichen Rohstoffversorgung hat das russische Importembargo zu dieser Preisentwicklung beigetragen. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission werden die Preise für Milch zunächst auf niedrigem Niveau verbleiben und erst wieder in der zweiten Jahreshälfte 2015 ansteigen. Aufgrund vieler Unwägbarkeiten (Witterung, Wirtschaftsentwicklungen, Handelspolitiken etc.) unterliegt der europäische Milchmarkt zunehmenden Marktschwankungen.
 
2013/14: Relativ hohe Preise für die deutschen Milcherzeuger
In Folge eines insgesamt zunächst knappen Angebotes ist es im Jahr 2013 am Milchmarkt zu einem Anstieg der Preise gekommen. Auch im Zuge der Normalisierung des Milchaufkommens ab der Jahresmitte blieb das Preisniveau bis zum 1. Quartal 2014 relativ hoch.
 
Deutlich schwächere Preise für Milchprodukte im Laufe des Jahres 2014
Im Verlauf des Jahres 2014 haben die Preise für Milchprodukte in Deutschland deutlich nachgegeben. Die Milchproduktion war sehr hoch, gleichzeitig blieb die Nachfrage nach Milchprodukten hinter der Produktion zurück.
 
Abwärtsbewegung der Milchpreise zu Ende?
Ausgehend von einem relativ hohen Niveau sind die Erzeugerpreise für Milch seit Anfang 2014 fast kontinuierlich zurückgegangen. Im August rutschten sie zum ersten Mal unter das entsprechende Vorjahresergebnis. Im September und Oktober setzte sich der Preisrückgang fort. Für das gesamte Jahr 2014, in das auch die noch relativ hohen Preise zu Anfang des Jahres mit einfließen, gehen die Bonner Marktexperten der AMI im bundesweiten Mittel von 37,2 bis 37,4 Cent je Kilogramm Milch bei 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß aus (Jahresdurchschnitt 2013: 37,5  Cent je Kilogramm). Für 2015 wird im Jahresdurchschnitt mit einem deutlich niedrigeren Preisniveau gerechnet, auch bei einer im 2. Halbjahr erwarteten Erholung. Die Preisschwankungen nehmen eher zu.
 
Regionale Milchpreisunterschiede
In Abhängigkeit von Molkerei und Region sind allerdings auch Unterschiede in der Ausprägung der Preisentwicklungen zu verzeichnen. Im September 2014 lagen die Milcherzeugerpreise in Deutschland im bundesweiten Mittel nach Schätzungen der AMI bei 35,9 Cent je Kilogramm Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Mit 37,6 Cent je Kilogramm Milch lagen die Milchpreise in Baden-Württemberg am höchsten.
 
 
<< voriger Artikel
 
nächster Artikel >>