7 Agrarhandel

7.2 Daten zum Agraraußenhandel

EU-Außenhandel
 
Die EU ist der größte Exporteur der Welt
Die Europäische Union (EU-28) ist mit 507,2 Millionen Menschen nicht nur der größte Binnenmarkt, sondern auch die größte Handelsmacht der Welt; nach zuletzt für das Jahr 2012 vorliegenden Angaben betrug der Anteil der EU-28 am Welthandel (bezogen auf den Export und ohne Berücksichtigung des EU-Binnenhandels) 15,5 Prozent. China mit 14,7 Prozent und die USA mit 11,1 Prozent Anteil am Welthandel belegen die Plätze zwei und drei. Die EU-Importe hatten 2012 einen Anteil am Welthandel von 16,0 Prozent (USA 16,2 Prozent, China 12,6 Prozent).
 
EU-Handelsbilanz 2013 erstmals mit einem Plus
Aus- und Einfuhren der EU mit Drittländern zeigten in 2013 eine unterschiedliche Entwicklung. Während die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr um knapp 3 Prozent zulegen konnten, gingen die Einfuhren um gut 6 Prozent zurück. Dadurch entstand 2013 zum ersten Mal ein Plus in der Handelsbilanz von rund 52 Milliarden Euro. In den Jahren zuvor lagen die Importe stets höher als die Exporte.
 
USA, China und Russland sind die wichtigsten Handelspartner
Die EU-Handelsbilanz fällt mit den jeweiligen Handelspartnern unterschiedlich aus. Im Handel mit den USA überschritten 2013 die Ausfuhren die Einfuhren um 93 Milliarden Euro. Negativ ist dagegen die Handelsbilanz mit den Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit China hatte die EU 2013 ein Handelsdefizit von 131 Milliarden Euro. Drittwichtigster Handelspartner ist Russland. Bedingt durch hohe Energieeinfuhren betrug das Handelsdefizit der EU mit Russland 86 Milliarden Euro.
 
EU hat sich zum Netto-Agrarexporteur entwickelt
Die Agrareinfuhren der EU nahmen 2013 gegenüber dem Vorjahr nur leicht auf 114,9 Milliarden Euro zu. Die Agrarausfuhren dagegen legten um gut 5 Prozent auf 115,9 Milliarden Euro zu. Daraus ergibt sich ein EU-Ausfuhrüberschuss von land- und ernährungswirtschaftlichen Erzeugnissen von rund 1,0 Milliarden Euro. Ohne Fisch und Fischwaren, die die Europäische Kommission bei ihrer Darstellung des
Agraraußenhandels außen vor lässt, ist der Ausfuhrüberschuss noch wesentlich höher (18 Milliarden Euro). Die EU-Agrarimporte in der vorliegenden Darstellung beruhen vor allem auf beträchtlichen Einfuhren an Gemüse, Obst, Fisch (jeweils einschließlich Verarbeitungserzeugnissen) sowie an Futtermitteln, Ölsaaten und Ölsaatenprodukten. Hinzu kommen umfangreiche Importe an Kaffee, Tee, Fleischwaren, Tabak und Kakao. Die EU ist bedeutender Exporteur vor allem bei Getreide, Milch, Fleisch (jeweils einschließlich Verarbeitungserzeugnissen), aber auch von Bier, Wein und Spirituosen.
 
EU für Entwicklungsländer ein wichtiger und offener Absatzmarkt
Für die Entwicklungs- und Schwellenländer ist die EU im internationalen Vergleich der offenste Absatzmarkt. Sie liefern in die EU zollfrei oder zu niedrigen Zollsätzen mehr Agrarprodukte als in die USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland zusammen. Rund 69 Prozent der EU-Agrarimporte und etwa 50 Prozent der EU-Agrarexporte werden mit den Entwicklungs- und Schwellenländern getätigt. Aus diesen Ländern importierte die EU auch im Jahre 2013 wesentlich mehr Agrargüter (79,8 Milliarden Euro, gegenüber Vorjahr - 1 Prozent) als sie dorthin exportierte (58,3 Milliarden Euro, gegenüber Vorjahr + 8 Prozent). Ein großer Teil der Einfuhren entfällt auf Erzeugnisse, die nicht oder kaum mit EU-Produkten konkurrieren. Dazu gehören vor allem südländisches Obst und Gemüse sowie Kaffee, Kakao und Tee.
 
EU-Agrarexporte auch in 2014 mit Zuwachs
Nach Ergebnissen für die ersten acht Monate des Jahres 2014 (Januar bis August) sind die Exporte der EU gegenüber dem entsprechenden Vorjahresstand um fast 5 Prozent und die EU-Importe um knapp 1 Prozent zurückgegangen. Der darin enthaltene EU-Handel mit Nahrungsmitteln nahm dagegen sowohl auf der Ausfuhr- als auch auf der Einfuhrseite um rund 3 Prozent zu.
 
 
Außenhandel Deutschland
 
Deutscher Außenhandel wächst
Sowohl auf der Einfuhr- als auch der Ausfuhrseite konnte der deutsche Außenhandel 2013 nicht an das Vorjahresergebnis anknüpfen. Mit einem wertmäßigen Umfang von 1.093 Milliarden Euro fielen die Ausfuhren gegenüber 2012 um knapp 3 Milliarden geringer aus. Die Einfuhren gingen um rund 8 Milliarden Euro oder knapp 1 Prozent auf 898 Milliarden Euro zurück. Der positive Handelsbilanzsaldo verbesserte sich um 5 auf 195 Milliarden Euro. In 2014 dagegen zeichnet sich wieder ein Wachstum des Außenhandels ab. Im Zeitraum Januar bis September legten die Ausfuhren um gut 3 Prozent und die Einfuhren um etwa 2 Prozent zu.
 
Agrarhandel zeigt sich relativ robust
Der deutsche Außenhandel mit Gütern der Land- und Ernährungswirtschaft hatte in 2013 eine stärkere Dynamik als die übrige Wirtschaft. Im Vergleich zum Jahr 2012 stiegen die Agrarausfuhren um 4 Prozent auf 66,0 Milliarden Euro und die Agrareinfuhren um 2 Prozent auf 74,6 Milliarden Euro. Im Ergebnis schloss die Agrarhandelsbilanz mit einem Defizit von 8,6 Milliarden Euro ab. Das waren 0,9 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Gemessen am deutschen Außenhandel insgesamt hatten die Agrarausfuhren einen Anteil von 6,0 Prozent und die Agrareinfuhren einen Anteil von 8,3 Prozent.
 
Neue Rekorde im Agraraußenhandel
Nach vorläufigen Angaben für den Zeitraum Januar bis September 2014 ist sowohl bei den Exporten als auch den Importen von Agrar- und Ernährungsgütern mit einem leichten Anstieg zu rechnen. Gestützt wird diese Entwicklung exportseitig vor allem durch höhere Ausfuhren in EU-Drittländer. Schätzungen zufolge dürften die deutschen Agrarexporte in 2014 auf den neuen Rekordwert von fast 67 Milliarden Euro ansteigen. Die Agrareinfuhren dürften einen Wert gut 75 Milliarden Euro erreichen.
 
Deutscher Agrarexport steht für Ausfuhr von Qualitätsprodukten
Charakteristisch für den deutschen Agrarexport ist die Ausfuhr von hochwertigen Veredlungserzeugnissen. So sind Milch und Milcherzeugnisse, darunter vor allem Käse, sowie Fleisch und Fleischwaren die wichtigsten Produkte des deutschen Agrarexportes. Qualität und Sicherheit sind wichtige Faktoren im Export.
 
Deutscher Agrarhandel überwiegend mit EU-Partnerstaaten
Deutschlands wichtigste Kunden im Agrarhandel sind die EU-Länder. 77 Prozent der gesamten Agrarausfuhren gingen 2013 in EU-Partnerstaaten und knapp 23 Prozent in Drittländer. Beim Drittlandexport sind Russland, die USA und die Schweiz die wichtigsten Abnehmer. Bei den Drittlandimporten ist Brasilien der mit Abstand wichtigste Lieferant vor den USA und China.
 
Exportsteigerungen besonders gegenüber Drittländern
Der deutsche Agrarexport mit Drittländern ist mit + 2 Prozent 2013 weniger stark gewachsen als der Agrarexport innerhalb der EU (+ 5 Prozent). Ähnlich sieht es bei den Agrarimporten aus, minus 4 Prozent gegenüber Drittländern, plus 5 Prozent gegenüber EU-Partnerstaaten. Im Zeitraum von Januar bis September 2014 sind die Exporte in EU-Drittländer etwas stärker gewachsen als die Exporte in EU-Partnerstaaten. Bei den Agrarimporten ist es tendenziell umgekehrt.
 
Handel mit Entwicklungsländern: Viel Import, wenig Export
71 Prozent der deutschen Agrarimporte aus Drittländern stammen aus den Entwicklungs- und Schwellenländern, insgesamt 15,9 Milliarden Euro (gegenüber Vorjahr - 8 Prozent). Importiert wurden in erster Linie Kaffee, Ölsaaten sowie Obst und Südfrüchte. Die Exporte in die Entwicklungs- und Schwellenländer stiegen 2013 um rund 7 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Das sind 11 Prozent der gesamten deutschen Agrarexporte. Der traditionelle Einfuhrüberschuss mit den Entwicklungs- und Schwellenländern ging 2013 damit von 10,5 auf 8,6 Milliarden Euro zurück.
 
EU-Erweiterung hat deutschen Agrarhandel beflügelt
Der EU-Beitritt der zehn osteuropäischen Länder sowie von Malta und Zypern hat den deutschen Agrarhandel deutlich belebt. Deutschland führte 2013 aus den zwölf EU-Beitrittsländern Agrar- und Ernährungsgüter im Wert von 7,6 Milliarden Euro ein. Entsprechend ausgeführt wurden Waren im Wert von 8,6 Milliarden. Bei den Agrarimporten aus den 12 Beitrittsländern entfielen 2013 4,2 Milliarden Euro auf Polen. Etwas niedriger fielen die deutschen Agrarexporte nach Polen aus (3,7 Milliarden Euro).
 
Exportgeschäft nach Russland stark rückläufig
Mit rund 1,59 Milliarden Euro gingen die deutschen Agrarexporte nach Russland bereits in 2013 stark zurück. Sie lagen um 15 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Ausgehend von einem vergleichsweise niedrigen Niveau stiegen die Agrarimporte dagegen um 6 Prozent auf 0,21 Milliarden Euro an. In 2014 zeichnet sich infolge des Importembargos ein starker Rückgang der Agrarexporte nach Russland ab. Für den Zeitraum Januar bis September 2014 lagen die EU-Agrarexporte um 25 Prozent unter dem Vorjahrestand (Gesamtexporte -16 Prozent).
 
Mehr Agrarimporte aus den USA
Bedeutendster Lieferant im Drittlandhandel mit Agrar- und Ernährungsgütern sind die USA. Die deutschen Agrarimporte von dort stiegen 2013 wertmäßig um 15 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro an. Die deutschen Agrarausfuhren in die USA gingen dagegen leicht zurück, und zwar um 2 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro.
 
Deutschland im Welthandel die Nummer drei
Deutschland nimmt beim globalen Handel von Agrarprodukten und Nahrungsmitteln eine Spitzenposition ein. Von den im Jahr 2013 weltweit exportierten Agrargütern im Gesamtwert von 1.457 Milliarden US-Dollar stammten 5,8 Prozent aus Deutschland. Mehr Agrarprodukte außerhalb ihrer Grenzen vermarkteten 2013 nur die USA und die Niederlande.
 
Brasilien mit größtem Exportüberschuss
Deutschland ist auch die Nummer drei in der Rangliste der Agrarimportländer. Verrechnet man Exporte und Importe miteinander, ergibt sich für Deutschland ein Agrarhandelsdefizit von 11,4 Milliarden US-Dollar. Damit steht Deutschland dank seiner Agrarexportsteigerung auf Platz 8 der größten Nettoimporteure von Agrarprodukten. Japan, China, das Vereinigte Königreich oder Russland haben weitaus größere Nettoimporte.
Der bei weitem größte Nettoexporteur ist Brasilien. Dieses Land exportierte 2013 für 70,4 Milliarden US-Dollar mehr Agrargüter als es importierte. Mit großem Abstand folgen in der Rangliste der weltgrößten Agrar-Nettoexporteure Argentinien und die Niederlande.
 
 
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