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1 Landwirtschaft und Gesamtwirtschaft

1.5 Lebensmittelhandel

Hohe Wachstumsrate im Lebensmittelhandel
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erzielte 2013 mit Lebensmitteln einen Gesamtumsatz von 180,4 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr 6,1 Prozent mehr. Die Wettbewerbskonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist hoch, die fünf größten Unternehmen haben einen Marktanteil von fast 75 Prozent. Diese starke Verhandlungsposition der Handelskonzerne sorgt für einen harten Preiswettbewerb am Markt. Die mit Abstand größte deutsche Handelskette war in 2013 erneut die Edeka-Gruppe mit einem Umsatzanteil von 25,5 Prozent. Danach folgen die Rewe-Gruppe mit 14,9 Prozent, die Schwarz-Gruppe (Lidl) mit 14,4 Prozent und die Aldi-Gruppe mit 12,3 Prozent.
 
Discounter und Supermärkte im Wettbewerb
Im internationalen Vergleich ist der Anteil der Discounter in Deutschland mit 43,9 Prozent weiterhin sehr hoch. 2008 erreichte er mit 44,5 Prozent am gesamten Lebensmitteleinzelhandel seinen Höchststand. Die Supermärkte wie Edeka und Rewe sind in den letzten Jahren besonders stark gewachsen. Sie setzen verstärkt auf flexible Angebote (Aktionsgeschäft) und offensive Marketingstrategien und treten durch ihre Eigenmarken zunehmend in direkte Konkurrenz zu den Discountern wie Aldi und Lidl.
 
Lebensmittelhandel wirbt um Vertrauen
Nach einer im Januar 2013 durchgeführten repräsentativen Infratest-dimap-Umfrage genießen Lebensmittel aus der Region das größte Vertrauen (93 Prozent), Produkte dagegen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union das geringste (11 Prozent). In der Verarbeitungskette vom Acker bis zum Teller wird der Landwirtschaft mit 81 Prozent das größte Vertrauen entgegengebracht. Knapp jeder zweite Konsument hat Vertrauen in den Lebensmittelhandel (48 Prozent). 65 Prozent der Deutschen erklären, dass ihr persönliches Interesse an Lebensmitteln und ihrer Herstellungsweise in den letzten Jahren zugenommen habe.
 
Unterwegs Essen und Trinken: Ein Wachstumsmarkt
Der Außer-Haus-Markt wächst durch den steigenden Grad an Individualität und Mobilität in der Gesellschaft. Er ist in Deutschland nach dem Lebensmitteleinzelhandel der zweitwichtigste Absatzkanal. 2013 wurde beim Außer-Haus-Markt ein Umsatz von 69,4 Milliarden Euro erzielt (ohne Verpflegung im Gesundheitssektor). Gegenüber dem Vorjahr sind das 1,7 Prozent mehr. Dieser Markt umfasst im Wesentlichen vier Teilbereiche: Die klassische Bediengastronomie in Gaststätten, Restaurants und Hotels (27,5 Milliarden Euro), Imbisse und Schnellrestaurants (22,1 Milliarden Euro), Arbeits- und Ausbildungsplatzverpflegung (6,3 Milliarden Euro) sowie die Erlebnisgastronomie (12,2 Milliarden Euro).

Deutsche sparen bei Lebensmitteln
Nach einer forsa-Umfrage vom September 2014 zählt der günstige Einkauf von Lebensmitteln zu den wichtigsten Zielen, wenn es um Einsparungen bei Ausgaben im Alltag geht. Insgesamt gaben 70 Prozent aller Verbraucher an, bei ihren Ausgaben zu sparen, darunter 48 Prozent beim Lebensmitteleinkauf, 36 Prozent beim Ausgehen ins Restaurant, Kino und Theater sowie 29 Prozent bei Urlaubsreisen. Nur je 4 Prozent sparten am Auto oder bei der Kleidung. 30 Prozent der Befragten gaben an, sich nirgends einzuschränken.