Pressemeldungen  | 22.01.2019

Bauernhofurlaub und Direktvermarktung stärken ländlichen Raum

Podiumsdiskussion auf Grüner Woche zeigt Erfolgsfaktoren und Hemmnisse auf

Welche Erfolgsfaktoren gibt es für alternative Einkommensquellen in landwirtschaftlichen Unternehmen und was hemmt sie? Diese Fragen nahmen die Mitglieder der Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“ und die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus anlässlich der Grünen Woche unter dem Motto „Urlaub auf dem Bauernhof und landwirtschaftliche Direktvermarktung - Hemmnisse abbauen, um Zukunftsperspektiven zu ermöglichen“ in den Fokus, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt. Die landwirtschaftlichen Familienbetriebe werden größer, diversifizierter und wettbewerbsorientierter und jeder vierte Betrieb setze auf Einkommenskombinationen wie Erzeugung erneuerbarer Energien, Tourismus oder landwirtschaftliche Direktvermarktung, erklärt der DBV. Um zusätzliche Standbeine professionell aufbauen zu können, müssen nach Meinung der Teilnehmer jedoch verschiedene Hemmnisse wie Genehmigungen, Auflagen und Kontrollen, die gerade kleinere und mittelständische Unternehmen oftmals ausbremsen, dringend vereinfacht und teilweise deutlich reduziert werden.

 

Problematisch sei die verpflichtende Nährwertkennzeichnung, das Verpackungsgesetz, die Genehmigung von Hoffesten und das Aufstellen von Schildern, wie Traudl Brunner und Hilke Thomsen, Anbieterinnen von Urlaub auf dem Bauernhof, und Dr. Elisabeth Seemer, Sabine Hoppe und Eberhard Prunzel-Ulrich für die landwirtschaftliche Direktvermarktung betonten. Unter Moderation der DBV-Experten Franziska Schmieg und Dr. Hans-Dieter Stallknecht verdeutlichten die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter auch die fehlende Breitbandanbindung im ländlichen Raum, die Flexibilisierung im Arbeitszeitgesetz und die steuerliche Gleichbehandlung von Speisen und Dienstleistungsangeboten als Hemmnisse dieser Einkommenskombinationen.

 

Die Urlaubsanbieter und Direktvermarkter waren sich einig, dass es künftig darauf ankomme, gesetzliche Rahmenbedingungen so anzupassen, dass unter ökonomischen Gesichtspunkten auch kleinere und mittlere Unternehmen die Anforderungen erfüllen können. Denn, so der Appell der Landwirtinnen und Landwirte an Politik und Verwaltung, Einkommenskombinationen trage nicht nur zum Erhalt landwirtschaftlicher Betriebe bei, sondern erhöhe auch die regionale Wertschöpfung und stärken die Identität in den ländlichen Regionen.
 
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