Pressemeldungen  | 14.05.2018

Bauernverband zum Beschluss des Klimapakets im EU-Ministerrat

Rukwied: Klimabeitrag der europäischen Landwirtschaft auch über GAP ausbauen

Zur Zustimmung des EU-Ministerrats zum EU-Klimapaket bis 2030 sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied: „Land- und Forstwirtschaft sind Klimaschützer und diese Leistung wird jetzt auch anerkannt. Kein anderer Bereich kann so effektiv CO2 der Atmosphäre entziehen und speichern wie die Landnutzung. Dass die EU jetzt die CO2-Bindung landwirtschaftlicher Böden und Wälder ab 2020 auch offiziell in ihre Klimapolitik einbezieht, ist ein großer Schritt nach vorne. Jetzt kommt es darauf an, diesen Klimabeitrag der europäischen Landwirtschaft auch über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) auszubauen. Neben Forschung und Investitionen in Effizienzsteigerungen seien auch Maßnahmen zur Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft durch Bewässerungsstrategien oder passgenaue Pflanzenschutzmittelanwendungen sinnvoll. Extreme Wetterereignisse wie Starkniederschläge und Sommertrockenheit oder neue Schädlinge und Krankheiten verdeutlichen die Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.

 

Hintergrund:

Mit der Zustimmung des EU-Ministerrates endet das Gesetzgebungsverfahren auf EU-Ebene zur Lastenteilungsverordnung, die die Treibhausgasreduktionsziele für die EU-Mitgliedstaaten bis 2030 aufteilt, und zur LULUCF-Verordnung, die die Einbeziehung des Sektors Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) in die Klimapolitik regelt. Für alle Sektoren der Lastenteilung (Gebäude, Verkehr, Abfall, Landwirtschaft) in Deutschland zusammen sieht die Lastenteilungsverordnung ein Treibhausgasreduktionsziel von insgesamt 38 Prozent bis 2030 gegenüber 2005 vor. Es besteht aber die Möglichkeit einer Anrechnung der CO2-Senke aus dem LULUCF-Bereich auf das Ziel in Höhe von 22,3 Mio. t CO2-Äquivalent (entspricht 0,5 Prozent).