Pressemeldungen  | 24.04.2018

Französisch-deutsche Achse für eine starke GAP

Lambert und Rukwied: Starkes Budget ist Garant für Stabilität

Vor dem Hintergrund drohender Kürzungen im Agrarhaushalt auf EU-Ebene appellieren Christiane Lambert, Präsidentin des französischen Bauernverbands Fédération nationale des syndicats d'exploitants agricoles (FNSEA) und der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) noch einmal an die Staats- und Regierungschefs, den EU-Haushalt aufzustocken, um auch die Zukunft der EU-Agrarpolitik zu sichern: „Ein starkes Budget ist Garant für Stabilität und Zusammenhalt der Europäischen Union. Jede Kürzung wäre automatisch eine Schwächung des ländlichen Raumes – und zwar in ganz Europa“, so die Präsidenten. Der Austausch zwischen FNSEA und DBV hatte die Ausgestaltung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2020 und der neuen grünen Architektur zum Thema. Rukwied sieht das von der Kommission derzeit diskutierte Umsetzungsmodell („Delivery Model“) als Möglichkeit, die EU-Fördermaßnahmen für die Landwirte effektiver und einfacher zu gestalten und damit den europäischen Mehrwert der GAP noch weiter zu verstärken.

 

Ein weiteres gemeinsames Anliegen von FNSEA und DBV ist auch das Vorgehen gegen unlautere Handelspraktiken (UTP), um die Verhandlungsposition der Landwirte zu stärken. Der Deutsche Bauernverband hält den Regelungsvorschlag der EU-Kommission gegen unlautere Handelspraktiken in der Lebensmittellieferkette für einen wichtigen ersten Schritt, aber nicht weitreichend genug. Der DBV fordert darüber hinaus, die kartellrechtlichen Möglichkeiten zur Bündelung auf Erzeugerebene auf alle von Landwirten getragenen Vermarktungs- und Verarbeitungsorganisationen - einschließlich der Genossenschaften - zu erweitern: „Wir müssen da noch deutlich weitergehen, um die landwirtschaftlichen Erzeuger zu stärken und eine höhere Marktransparenz über die Verteilung der Wertschöpfungsanteile in der Lebensmittelkette anstreben“, sagt DBV-Präsident Rukwied.

 

FNSEA-Präsidentin Christiane Lambert und DBV-Präsident Joachim Rukwied (Quelle: DBV)