Pressemeldungen  | 16.01.2019

GAP braucht Balance zwischen Umweltanforderungen und Wirtschaftlichkeit

Gemeinsames Forum von DBV und MTK zur EU-Agrarförderung nach 2020

            
Gemeinsame Pressemitteilung von DBV und MTK

500 Millionen Europäer brauchen eine entscheidungs- und handlungsfähige EU. Das ist wichtig für die Stabilität und die Zukunftsfähigkeit Europas insgesamt. Dies ist die Botschaft des gemeinsam vom Deutschen Bauernverband (DBV) und der Central Union of Agricultural Producers and Forest Owners (MTK) aus Finnland veranstalteten Forums „Landwirtschaft vor neuen Herausforderungen: Welche GAP braucht Europa?“, das im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin stattfand. „Eine Entscheidung zum künftigen EU-Budget muss zügig fallen. Die ambitionierten Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müssen mit einem stabilen Budget für beide Säulen der GAP untersetzt werden, um auch in Zukunft einen funktionierenden und wettbewerbsfähigen Agrarsektor in Europa sicherzustellen“, betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU habe das über Jahrzehnte geleistet. „Auch nach 2020 müssen Landwirte in Deutschland, Finnland und der gesamten EU dabei unterstützt werden, sichere und qualitativ hochwertige Lebensmittel bereitzustellen, natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen sowie zusätzlich dazu gesellschaftlich gewünschte Leistungen zu liefern“, sagte Juha Marttila, Präsident der Central Union of Agricultural Producers and Forest Owners (MTK) in Finnland.

 

Die Bauernpräsidenten aus Deutschland und Finnland bekräftigten weiter, die finanzielle Zukunftsfähigkeit der Bauernhöfe dürfe nicht gefährdet werden. Für viele Betriebe seien die Direktzahlungen lebenswichtig. Ebenso sei eine stark finanzierte 2. Säule für die Landwirte unerlässlich, die das Rückgrat für den ländlichen Raum in der EU darstellen.“

 

Rund 150 Teilnehmer diskutierten im Fachforum unter anderem mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie dem finnischen Agrarminister Jari Leppä insbesondere darüber, wie die Ziele der GAP – wettbewerbsfähige Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaorientierung, Qualität der Erzeugung und Vereinfachung für die Landwirte – praxistauglich in der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik kombiniert werden können. Die von der EU-Kommission im Sommer 2018 präsentierten Vorschläge für eine stärkere Ergebnisorientierung der GAP durch ein „neues Umsetzungsmodell“ und „einen strategischen Plan je Mitgliedstaat“ bieten dafür Chancen und Risiken gleichermaßen, so unter anderem ein wesentliches Fazit des Forums.