Pressemeldungen  | 25.01.2019

Klimafreundliche Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft auf der Grünen Woche

Präsentation eines pflanzenölbetriebenen Holzvollernters auf dem Erlebnisbauernhof

Der Einsatz von Biokraftstoffen in der Land- und Forstwirtschaft bietet eine gute Chance für mehr Klima- und Umweltschutz. Die Branchenplattform Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft – unter Beteiligung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) - stellt auf dem Erlebnisbauernhof der Internationalen Grünen Woche einen 22 Tonnen schweren biokraftstoffbetriebenen Holzvollernter vor.

 

Michael Horper, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Erneuerbare Energien und Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau: „Damit wollen wir Praktiker und Vertreter der Land- und Forstwirtschaft ansprechen, die für den Einsatz von Biokraftstoffen gewonnen werden können und unser Netzwerk erweitern. Mit nachhaltig zertifizierten und treibhausgasoptimierten Biokraftstoffen wie Biodiesel aus Rapsöl und Rapsölkraftstoff kann ein spürbarer Beitrag zur Senkung der Klimaemissionen im Sektor Landwirtschaft geleistet werden. Diese Biokraftstoffe bieten aufgrund ihrer biologischen Abbaubarkeit überzeugende Vorteile beim Gewässer- und Bodenschutz. Für den weiteren Einsatz von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft ist es jedoch elementar, dass die beihilferechtliche Genehmigung auf EU-Ebene bis mindestens 2030 gewährt wird, um die Steuerbegünstigung oder andere Anreize zu ermöglichen und ein Signal der Verlässlichkeit an die Branche zu senden. Hierzu muss die Bundesregierung umgehend bei der EU-Kommission eine beihilferechtliche Genehmigung bis 2030 beantragen. Die Energiesteuerrichtlinie ermächtigt grundsätzlich die Mitgliedstaaten zu einer steuerlichen Begünstigung von Energieerzeugnissen zur Verwendung in der Land- und Forstwirtschaft. Die Richtlinie differenziert dabei nicht nach der Rohstoffherkunft - also fossil oder biogen.“

 

Eines der größten Exponate der diesjährigen Grünen Woche ist der Holzvollernter 1270G von John Deere Forestry aus Finnland, dem Partnerland 2019. Eine vergleichbare Maschine wurde unter der Federführung des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) in Straubing von den Bayerischen Staatsforsten getestet. Die Ergebnisse liegen nun vor: Innerhalb 12 Monate leistete der Harvester 1.700 Betriebsstunden im Rapsölkraftstoffeinsatz. Die Produktivität ist auf gleichem Niveau wie im Betrieb mit Dieselkraftstoff. 33.500 Liter Dieselkraftstoff wurden ersetzt. Dazu kann der Harvester durch den Biokraftstoffeinsatz rund 100.000 kg Treibhausgasemissionen einsparen. Durch kleinere Modifikationen, wie die Beheizung der Tankzuleitungen, kann der Harvester auch bei im Wintereinsatz üblichen Minus-Temperaturen eingesetzt werden.

 

Weitere Informationen zur Plattform: www.biokraftstoffe-tanken.de.