Die Prognose zur Getreideernte 2020 liegt mit rund 43 Millionen Tonnen leicht unter dem Durchschnitt und damit rund vier Prozent unterhalb des Vorjahresergebnisses (44,3 Millionen Tonnen). Dabei gibt es große regionale Unterschiede. Die letzten Niederschläge haben insgesamt für eine gewisse Entspannung gesorgt. Das Getreide ist unter sehr wechselhaften Vegetationsbedingungen herangewachsen. Im vergangenen Herbst endete die Dürre mit flächendeckenden Niederschlägen, wodurch die Bodenwasservorräte wieder aufgefüllt wurden. Nach einem milden Winter litten die bis dahin gut entwickelten Getreidebestände jedoch unter dem deutlich zu trockenen März und April. Der kühlere Mai und die Niederschläge im Juni haben größere Ertragseinbußen beim Winterweizen verhindert. Für die Wintergerste kamen die Niederschläge dagegen zu spät. Auf den Winterweizen könnten sich in diesen Tagen noch extreme Hitzewellen negativ auswirken, da die für den Ertrag wichtige Kornfüllung bei hohen Temperaturen und Wassermangel nicht mehr stattfindet.

Die deutsche Getreideernte wächst auf einer Fläche von 6,2 Millionen Hektar heran. Damit fällt die Getreideanbaufläche zur Ernte 2020 knapp 3 Prozent kleiner aus als im Vorjahr. Mit einer Anbaufläche von 2,84 Millionen Hektar ist Winterweizen weiterhin die im Anbau bedeutendste Getreideart in Deutschland. Der Anbau von Winterraps konnte gegenüber dem Vorjahr um 100.000 Hektar auf 953.000 Hektar ausgedehnt werden.

Der DBV erstellt seine Ernteprognose auf der Basis von Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen Ertragsschätzungen.