2.1 Flächennutzung
Situationsbericht 2020/21

2.1 Flächennutzung

Grünes Deutschland

Die Land- und Forstwirtschaft erhält und pflegt 28,8 Millionen Hektar Acker, Wiesen und Wald. Das sind knapp 81 Prozent der Fläche Deutschlands. Sie erhält die natürlichen Lebensgrundlagen und sichert die Ernährung. Vielfältige Landschaften, darunter auch die von der Landwirtschaft gepflegten Kulturlandschaften, dienen als Freizeit- und Erholungsräume und stellen darüber hinaus einen wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten dar. 

Auf den Ackerflächen dominiert Getreide

Auf den 11,7 Millionen Hektar Ackerland wurden 2020 rund 6,1 Millionen Hektar Getreide angebaut, vor allem Weizen (2,8 Millionen Hektar). Ölpflanzen, hauptsächlich Winterraps, wurden auf 1,0 Millionen Hektar angebaut. Der Anbau von Silomais beträgt 2,3 Millionen Hektar. Der Anbau von Hülsenfrüchten liegt bei 221.000 Hektar, die Flächenstilllegung bei 361.000 Hektar.

Umfang des Grünlandes bleibt stabil

In Deutschland werden laut Statistischem Bundesamt rund 4,73 Millionen Hektar als Dauergrünland bewirtschaftet, davon knapp 2,61 Millionen Hektar als Weiden, 1,88 Millionen Hektar als Wiesen und 0,23 Millionen Hektar als ertragsarmes Dauergrünland. Dazu kommen Ackerflächen mit (Feld)Grasanbau von ca. 335.000 Hektar. Zusammen sind das 5,1 Millionen Hektar Grünlandfläche. Sie entspricht fast einem Drittel der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland.

Flächenverbrauch statt Ressourcenschutz

Durch den Flächenverbrauch geht die Ressource Boden als nicht vermehrbare Produktionsgrundlage für den Anbau von Lebens- und Futtermitteln sowie von nachwachsenden Rohstoffen verloren. Auch der Natur- und Landschaftsschutz ist betroffen, denn durch neue Siedlungs- und Verkehrsflächen werden Landschaften zersiedelt und Lebensräume für Tiere und Pflanzen eingeschränkt.

Flächenverbrauch rückläufig, aber weiter hoch

Der Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen beträgt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes derzeit 56 Hektar pro Tag (Durchschnitt der Jahre 2015-2018). Es werden selbst in Regionen mit Bevölkerungsrückgang mehr Flächen neu versiegelt als entsiegelt. 

1,38 Millionen Hektar Flächenverlust zu Lasten der Landwirtschaft

Die für Siedlung und Verkehr genutzte Fläche ist seit 1992 um 1,1 Millionen Hektar auf 5,1 Millionen Hektar angewachsen. Die Gebäude- und Freiflächen, also Wohn- und Gewerbegebiete, machen den größten Anteil der überbauten Flächen aus. Den amtlichen Liegenschaftskatastern zufolge hat die Landwirtschaftsfläche von 1992 bis 2019 um etwa 1,38 Millionen Hektar abgenommen. Das ist fast so viel wie die gesamte Fläche des Landes Schleswig-Holstein (1,58 Millionen Hektar).

Ansatzpunkte zur Minderung des Flächenverbrauchs

  • Innenentwicklung und Baulückenschließung statt Bauen „auf der grünen Wiese“
  • Flächenrecycling und Entsiegelung
  • Naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen flexibel und flächenneutral durchführen (in die landwirtschaftliche Produktion integrierte Kompensationsmaßnahmen; Aufwertung vorhandener Biotope)
  • Schutz landwirtschaftlicher Flächen analog zum Bundeswaldgesetz

Quelle: Deutscher Bauernverband

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz müssen Eingriffe in Natur und Landschaft durch Baumaßnahmen soweit wie möglich minimiert bzw. ausgeglichen oder kompensiert werden. Die Kompensationsflächen für diese Eingriffe betragen bisweilen das Mehrfache der eigentlich versiegelten Fläche. Häufig werden gerade die fruchtbarsten Böden als Kompensationsflächen für den Natur- und Landschaftsschutz verwendet, weil diesen aus Naturschutzsicht eine geringe Wertigkeit und damit ein großes Aufwertungspotenzial beigemessen werden.

Hohe Flächenanteile unter Natur- und Landschaftsschutz

Der Naturschutz in Deutschland geht bis auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Ein Kerninstrument ist die Erhaltung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten durch die Ausweisung von Schutzgebieten. In den vergangenen Jahren kamen zahlreiche neue Schutzgebiete hinzu. Allein in den FFH- und Vogelschutzgebieten sind jeweils 9 bzw. 11 Prozent der Landesfläche unter Schutz gestellt, durch Überlappungen sind dies insgesamt ca. 15 Prozent. Vorrangiges Ziel ist dabei häufig nicht unmittelbar der Schutz von bestimmten Arten, sondern eine großflächige Unterschutzstellung von Lebensräumen. Im Vergleich zu anderen dicht besiedelten Ländern ist in Deutschland ein vergleichsweise hoher Anteil der Landesfläche unter Schutz gestellt.