2.3 Klimaschutz
Situationsbericht 2021/22

2.3 Klimaschutz

Besondere Rolle der Landwirtschaft

Das Pariser Klimaschutzabkommen 2015 hat der Ernährungssicherung und Beendigung des Hungers eine „fundamentale Priorität“ zuerkannt. Klimaschutz und eine Anpassung an den Klimawandel sollen so erfolgen, dass die Lebensmittelproduktion nicht gefährdet wird. Dies auch vor dem Hintergrund, dass eine treibhausgasfreie Produktion von Lebensmitteln nicht möglich ist, da die Landwirtschaft mit natürlichen Prozessen wie Verdauung und Nährstoffversorgung arbeitet. Möglich ist eine Effizienzsteigerung. 2020 stammten 8,9 Prozent der deutschen Gesamtemissionen an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft (einschl. Brenn- und Treibstoffen des Agrarsektors).

Klimaschutz mit Landwirtschaft und Bioenergie

Durch den Einsatz von Bioenergie für Strom, Wärme und Kraftstoffe wurden 2020 insgesamt 71 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden. Damit entspricht diese Vermeidungsleistung für andere Sektoren etwa 108 Prozent der Emissionen, die die Landwirtschaft selbst verursacht.

Landnutzungsänderungen und Kohlenstoffsenke

Die Nutzung von Böden als Acker oder Grünland sowie Umwandlungen von Acker- in Grünland oder umgekehrt führen zu Veränderungen des Gehalts an Bodenkohlenstoff. Damit werden Treibhausgase, hauptsächlich Kohlenstoffdioxid, fixiert oder freigesetzt. Ebenso tragen Aufforstung, Entwaldung und Waldbewirtschaftung zu Veränderungen im Kohlenstoffhaushalt bei und sind damit klimawirksam. Die Treibhausgasemissionen in diesen Bereichen werden als „Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forst“ erfasst und unter der international gebräuchlichen Bezeichnung LULUCF (Land Use, Land Use Change and Forestry) abgekürzt.

Landwirtschaft: Methan und Lachgas in der Diskussion

Die Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft von 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent bestehen zum größten Teil aus den Klimagasen Methan (CH4) und Lachgas (N2O) und nur zu einem kleinen Teil aus Kohlenstoffdioxid (CO2). Methan wird beispielsweise von Wiederkäuern bei der Verdauung produziert und Lachgas entsteht durch die Umsetzung von Stickstoffverbindungen im Boden. In der Bilanzierung von Treibhausgasen wird die Klimawirkung von Methan (CH4) mit dem 25-fachen und die von Lachgas (N2O) mit dem 298-fachen von CO2 ausgewiesen. Methan wird in der Atmosphäre mit Sauerstoff zu CO2 und Wasser abgebaut. Die Halbwertszeit von Methan in der Atmosphäre beträgt nach neueren Forschungen nur 12 Jahre und ist damit geringer als bisher angenommen. Wenn Wiederkäuer den Aufwuchs von Grünland nutzen, ist der CO2-Kreislauf wieder geschlossen. Bleibt der Ausstoß von Methangasen aus der Tierhaltung konstant, löst dies keinen zusätzlichen Treibhausgaseffekt aus.

Landwirtschaft: Methan und Lachgas in der Diskussion

Die Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft von 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent bestehen zum größten Teil aus den Klimagasen Methan (CH4) und Lachgas (N2O) und nur zu einem kleinen Teil aus Kohlenstoffdioxid (CO2). Methan wird beispielsweise von Wiederkäuern bei der Verdauung produziert und Lachgas entsteht durch die Umsetzung von Stickstoffverbindungen im Boden.

In der Bilanzierung von Treibhausgasen wird die Klimawirkung von Methan (CH4) mit dem 25-fachen und die von Lachgas (N2O) mit dem 298-fachen von CO2 ausgewiesen. Methan wird in der Atmosphäre mit Sauerstoff zu CO2 und Wasser abgebaut. Die Halbwertszeit von Methan in der Atmosphäre beträgt nach neueren Forschungen nur 12 Jahre und ist damit geringer als bisher angenommen. Wenn Wiederkäuer den Aufwuchs von Grünland nutzen, ist der CO2-Kreislauf wieder geschlossen. Bleibt der Ausstoß von Methangasen aus der Tierhaltung konstant, löst dies keinen zusätzlichen Treibhausgaseffekt aus.

Emissionen seit 1990 um 24 Prozent gesunken

Seit 1990 – dem Bezugsjahr des ersten Klimaschutzabkommens, des Kyoto-Protokolls – hat die deutsche Landwirtschaft die Treibhausgasemissionen bereits von rund 89,9 Mio. t CO2-Äquivalent auf 66,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent in 2020 gesenkt. Dies entspricht einer Reduzierung der Emissionen um 26 Prozent. In 2020 sind die landwirtschaftlichen Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um fast 3 Prozent zurückgegangen.

Klimaeffiziente Landwirtschaft

Geringere Tierbestände verbunden mit Effizienzsteigerungen in der landwirtschaftlichen Erzeugung haben dazu geführt, dass die Treibhausgasemissionen gesenkt und gleichzeitig die Produktion gesteigert werden konnten. Die Landwirtschaft produziert heute mehr und belastet das Klima dabei deutlich weniger als noch 1990.

Landwirtschaft im weltweiten Vergleich

Auch im internationalen Vergleich ist die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland besonders klimaschonend. Bei der Produktion von einem Liter Milch zum Beispiel werden durch die Entstehung von Methan in Deutschland ca. 1,1 kg CO2-Äquivalente freigesetzt. Das liegt deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 2,4 kg und ist weit entfernt von den Emissionswerten Afrikas und Asiens mit 7,5 beziehungsweise 3,5 kg CO2-Äquivalente je Liter Milch.

Ernährung taugt nur eingeschränkt zum Klimaschutz

Die Ernährung ist lebensnotwendig. Sie kann im Gegensatz zum Verkehr oder täglichen Konsum an Gebrauchsgegenständen nicht aufgegeben werden. Allerdings kann die Klimaeffizienz von Ernährung weiter verbessert werden. Etwa 15 Prozent der Klimaemissionen der Verbraucher gehen in Deutschland auf die Ernährung zurück. Oft wird das Potenzial der Ernährung für den Klimaschutz überschätzt, ebenso wie eine mögliche Umstellung von Ernährungsgewohnheiten. Die energiebedingten Emissionen übersteigen die Emissionen der Ernährung (inklusive Lebensmitteltransport) bei weitem.

Deutschland mit verschärftem Klimaschutzgesetz 2021

Mit dem Klimaschutzgesetz werden verbindliche Ziele zur Minderung der Treibhausgasemissionen bis 2030 gesetzt. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wurden die Ziele erhöht. Ergänzend wurde im Herbst 2019 ein umfangreiches Förderpaket sowie die Einführung eines nationalen Emissionshandelssystems für Brenn- und Treibstoffe beschlossen. Aus den Einnahmen des Emissionshandels und aus Steuermitteln werden umfangreiche Fördermaßnahmen für den Klimaschutz finanziert, darunter auch für die Land- und Forstwirtschaft. Für den Agrar- und Forstsektor sind im Haushaltsentwurf 2022 der früheren Bundesregierung 492 Millionen Euro aus dem Energie- und Klimafonds vorgesehen.