3.1 Kapiteleinsatz
Situationsbericht 2020/21

3.1 Kapiteleinsatz

Landwirtschaft arbeitet sehr kapitalintensiv

Der Kapitalstock der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei, definiert als Bruttoanlagevermögen (ohne Boden) zu Wiederbeschaffungspreisen, ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Noch wesentlich stärker nahm der Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen (Kapitalintensität) zu. Mit heute 607.200 Euro Kapital je Erwerbstätigen gehört die Landwirtschaft zu den kapitalintensivsten Branchen. Im produzierenden Gewerbe (Industrie) zum Beispiel fällt die Kapitalintensität mit 338.200 Euro je Erwerbstätigen deutlich niedriger aus. Im Handel sind es nur 151.000 Euro und im Baugewerbe 47.900 Euro. 

Land- und forstwirtschaftliches Vermögen nur zu einem Drittel fremdfinanziert

Das Nettoanlagevermögen (Bruttoanlagevermögen vermindert um die Abschreibungen, ohne Boden) der deutschen Land-, Forstwirtschaft und Fischerei lag Ende 2019 bei 164,7 Milliarden Euro. Davon entfallen 31 Prozent auf Ausrüstungsgüter (Maschinen und Geräte) und 69 Prozent auf Bauten und Anlagen. Finanziert wird das Sachkapital der deutschen Land-, Forstwirtschaft und Fischerei zu 34 Prozent mit Fremdmitteln und zu 66 Prozent mit Eigenkapital. Im Vergleich zu gewerblichen Unternehmen ist der Fremdfinanzierungsanteil relativ gering.

55,4 Milliarden Euro Fremdkapitalbestand der deutschen Landwirtschaft

Der Fremdkapitalbestand in der deutschen Land- und Forstwirtschaft erreichte Ende Juni 2020 mit 55,4 Milliarden Euro einen Stand, der damit im Vorjahresvergleich um knapp 2 Prozent zugenommen hat. 84 Prozent des Kreditbestandes sind langfristige Kredite und dienen damit der Finanzierung langfristiger Investitionen. Kurz- und mittelfristige Kredite mit einer Laufzeit von unter 1 bzw. 5 Jahren spielen mit einem Anteil von 16 Prozent eine untergeordnete Rolle. Die deutsche Land- und Forstwirtschaft nutzt Fremdkapital vorwiegend zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Ergebnisse. Dazu trägt auch das günstige Zinsniveau bei.