3.3 Betriebe und Betriebsgrößen
Situationsbericht 2021/22

3.3 Betriebe und Betriebsgrößen

262.800 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland

In Deutschland gab es 2020 262.800 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 5 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF), einschließlich 21.500 Betrieben mit weniger als 5 Hektar LF, die auf Grund ihrer Tierbestände oder von Spezialkulturen zu den berichtspflichtigen Betrieben gehören. Diese Betriebe bewirtschafteten 2020 rund 16,595 Millionen Hektar LF. Die durchschnittliche Flächenausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe erreichte 2020 63,2 Hektar LF. Nach ersten Ergebnissen der amtlichen Statistik für 2021 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um knapp 1 Prozent auf mit 261.000 Betrieben zurückgegangen.

Strukturwandel geht weiter

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nahm zwischen 2010 und 2020 um 36.400 auf 262.800 Betriebe ab. Das sind 12,2 Prozent weniger. Pro Jahr entspricht dies einer Abnahmerate von fast 1,2 Prozent. Damit scheint sich der landwirtschaftliche Strukturwandel etwas verlangsamt zu haben. Denn in den Jahrzehnten zuvor lag die durchschnittliche jährliche Abnahmerate der Betriebe bei etwa 3 Prozent, was statistisch alle 20 Jahre eine Halbierung der Zahl der Betriebe entspricht. Bei der augenscheinlich rückläufigen Abnahmerate ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Grenze der statistisch erfassten Betriebe auf 5 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) angehoben worden ist. Unter der Annahme, dass die Zahl der seit 2007 nicht mehr erfassten Betriebe seitdem um die Hälfte bis zwei Drittel zurückgegangen ist, liegt die jährliche Abnahme der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 10 Jahren bei etwa 2,4 Prozent.

Wachstumsschwelle verschiebt sich nach oben

Die sogenannte Wachstumsschwelle, unterhalb derer die Zahl der Betriebe ab- und oberhalb derer die Zahl der Betriebe zunimmt, steigt kontinuierlich an. Die Zahl der Betriebe in den Größenklassen unter 100 Hektar LF nimmt ab. Die Zahl der Betriebe mit 100 Hektar und mehr hingegen nimmt zu, zwischen 2010 und 2020 bundesweit um 4.600 auf 38.200 Betriebe oder knapp 15 Prozent aller Betriebe. Diese Betriebe bewirtschaften etwa 62 Prozent der LF in Deutschland. Im Niveau der Wachstumsschwelle gibt es allerdings regional große Unterschiede.

Regionale Unterschiede und betriebsspezifische Situationen

Bei regionaler Betrachtung wird ein Nord-Süd-Gefälle der Betriebsgrößen deutlich. Die Flächenausstattung allein lässt jedoch noch keine Aussage über die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit zu, die auch bei geringerer Flächenausstattung etwa durch den Anbau von Sonderkulturen, besondere Vermarktungsformen bzw. durch eine intensive Tierhaltung gegeben sein kann. Während in Bayern und Baden-Württemberg aufgrund der früher angewendeten Erbaufteilung auf alle Nachfahren eher kleinere Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) von durchschnittlich etwa 36 Hektar verbreitet sind, weisen die Betriebe im Norden Deutschlands aufgrund des vermehrt angewendeten Anerbenrechts mit durchschnittlich 82 Hektar in Schleswig-Holstein und 73 Hektar in Niedersachsen eine deutlich größere Flächennutzung auf. Die größten landwirtschaftlichen Betriebe gibt es nach wie vor im Osten Deutschlands, wo nach der Wende die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in entsprechend große Nachfolgebetriebe überführt wurden. An der Spitze bei den Betriebsgrößen liegen Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 281 Hektar LF pro Betrieb und Sachsen-Anhalt mit 270 Hektar LF pro Betrieb.

Anteil viehloser Betriebe stark angestiegen

Während die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 2010 und 2020 um gut 12 Prozent zurückging, verringerte sich die Zahl der darin enthaltenen Betriebe mit Nutztierhaltung um 22 Prozent. Mit 25 Prozent noch stärker war der Rückgang bei den Sonderkulturbetrieben. Zum Stichtag 1. März 2020 wurden in 167.900 landwirtschaftlichen Betrieben Tiere gehalten – anteilig sind das 64 Prozent aller Betriebe, 9 Prozentpunkte weniger als in 2010. Entsprechend stark gewachsen ist der Anteil viehloser Betriebe, von 27 auf 36 Prozent. Anders als bei den halbjährlichen bzw. jährlichen Viehzählungen werden in den Agrarstrukturerhebungen und der zuletzt in 2020 durchgeführten Landwirtschaftszählung auch Betriebe mit Nutztieren erfasst, die unterhalb der statistischen Erfassungsgrenzen der Viehzählungen liegen.

Regionale Unterschiede

Die Tierhaltung erfolgt in den verschiedenen Regionen Deutschlands mit unterschiedlicher Intensität – gemessen an der Relation des Tierbestandes (in GVE Großvieheinheiten – entspricht 500 Kilogramm Lebendgewicht) und der zur Verfügung stehenden landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) eines tierhaltenden Betriebes. Im Bundesländervergleich relativ hohe Werte weisen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (jeweils 1,6 GVE je ha LF) auf. Auch Bayern (1,2 GVE je ha LF) liegt noch über dem Bundesdurchschnitt von 1,1 GVE je ha LF. – Die Tierhaltung wird in den einzelnen Bundesländern von unterschiedlichen Tierarten bestimmt: In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wird mehr als die Hälfte aller Schweine in Deutschland gehalten. Die Geflügelhaltung ist mit 49 Prozent der gesamten Haltungsplätze besonders auf Niedersachsen konzentriert. Spitzenreiter bei der Rinderhaltung ist weiterhin Bayern – hier stehen 26 Prozent des Gesamtbestandes, gefolgt von Niedersachsen (22 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (11 Prozent).

Starker Rückgang der Anbindehaltung

Von den insgesamt 11,5 Millionen Stallhaltungsplätzen für Rinder (Stand 1. März 2020) entfallen 83 Prozent auf die Laufstallhaltung. Nur noch 10 Prozent aller Haltungsplätze befanden sich in Ställen mit Anbindehaltung und auf weiteren 7 Prozent der Haltungsplätze wurden andere Haltungsverfahren praktiziert wie beispielsweise Kälberiglus. Insgesamt verringerte sich die Anzahl der Haltungsplätze für Rinder seit dem Jahr 2010 um 2,6 Millionen (minus 18 Prozent). Den deutlichsten Rückgang von Haltungsplätzen verzeichnete die Anbindehaltung. Deren Zahl sank von 3,0 Millionen (2010) auf rund 1,1 Millionen (2020) und damit um 62 Prozent. Von den Betrieben mit Anbindehaltung betrieben 52 Prozent auch Weidehaltung. Dagegen hielten 48 Prozent dieser Betriebe die Rinder ganzjährig in Anbindehaltung.

Rund ein Drittel aller Rinder geht auf die Weide

Im Laufe des Jahres 2019 konnten 3,6 Millionen Rinder und damit rund 31 Prozent aller Rinder in Deutschland auf Weiden grasen. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich ein Rückgang der Weidehaltung, da 2010 noch 37 Prozent der Rinder die Möglichkeit zum Weidegang hatten. Regional gibt es große Unterschiede in der Weidehaltung. In Bayern lag der Anteil der Weidenutzung 2019 bei 17 Prozent. In Niedersachsen hatten 34 Prozent der Rinder eine Möglichkeit zur Weidenutzung. Was die Weidehaltung in der Milchviehhaltung angeht, sind Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein die Spitzenreiter. Hier hat etwa die Hälfte der Milchkühe Zugang zur Weide.

Schweinehaltung: Vier Fünftel auf Vollspaltenboden

Zum Stichtag 1. März 2020 hatten in Deutschland 34.800 Betriebe rund 27,8 Millionen Stallhaltungsplätze für Schweine. 2010 waren es noch 65.200 Betriebe (- 47 Prozent) mit 28,5 Millionen Stallhaltungsplätzen (- 3 Prozent). Von den insgesamt 27,8 Millionen Plätzen in der Schweinehaltung nahmen Ställe mit Vollspaltenboden den größten Anteil ein, nämlich etwa 79 Prozent aller Haltungsplätze. Gegenüber 2010 ist das ein Anstieg um 12 Prozentpunkte. Der Anteil der Plätze in Ställen mit Teilspaltenboden lag zuletzt bei 17 Prozent gegenüber 25 Prozent im Jahr 2010. Andere Haltungsverfahren, wie beispielsweise Haltungsplätze mit Tiefstreu, waren mit nur 4 Prozent kaum verbreitet. Nur 1 Prozent der Haltungsplätze für Schweine war mit einem Zugang zu einem Auslauf versehen.

Legehennen: Freilandhaltung gewinnt weiter an Bedeutung

46.700 Betriebe hatten im Jahr 2020 insgesamt 60,9 Millionen Haltungsplätze für Legehennen. Die Anzahl der Haltungsplätze für Legehennen stieg in den vergangenen zehn Jahren um 43 Prozent, während die Anzahl der Betriebe mit Legehennenhaltung in diesem Zeitraum um 11.600 Betriebe (- 20 Prozent) abnahm. Zwischen 2010 und 2020 ist die Zahl der Bodenhaltungsplätze von 28,1 auf 39,4 Millionen und damit um 40 Prozent angestiegen, wodurch die Bodenhaltung in 2020 mit einem Anteil von 65 Prozent weiterhin die dominierende Haltungsform bei Legehennen ist (2010: 66 Prozent). Der Anteil der Freilandhaltung hat in den vergangenen zehn Jahren von 17 auf 31 Prozent zugenommen und war damit 2020 die zweitwichtigste Haltungsform. Nur noch 4 Prozent der Haltungsplätze für Legehennen (2,6 Millionen) waren in der ausgestalteten Käfighaltung vorhanden. 2010 waren es noch 17 Prozent. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt im Verbot und der nahenden Auslauffrist dieser Haltungsform im Jahr 2025.

Enormer Strukturwandel in der Tierhaltung

Das Statistische Bundesamt zählt im Halbjahresrhythmus die Viehbestände in Deutschland. Nach den Mai-Ergebnissen hält der starke Strukturwandel in der deutschen Nutztierhaltung auch in 2021 weiterhin an. Mit diesem Strukturwandel einher geht eine deutliche Abstockung der Viehbestände in Deutschland.

Weniger Rinder, weniger Rinderhalter

Nach den Ergebnissen der Mai-Zählung 2021 lag die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder bei rund 11,2 Millionen Stück. Damit ist der deutsche Rinderbestand gegenüber Mai 2020 weiter zurückgegangen (- 2,2 Prozent). Die Zahl der Rinderhalter verringerte sich auf 130.600 (- 2,0 Prozent).

76 Prozent der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern

Der Anteil der Betriebe mit 100 und mehr Rindern liegt zwar nur bei gut 26 Prozent, sie halten aber drei Viertel aller Tiere (76 Prozent). Dabei treten deutliche regionale Unterschiede auf. Während in den östlichen Ländern der Anteil der Tiere in den Größenklassen ab 100 Rinder um die 90 Prozent liegt, werden in Süddeutschland etwa drei Fünftel der Rinder in Beständen mit 100 und mehr Rindern gehalten.

36 Prozent weniger Milchviehhalter binnen 10 Jahren

In 2021 ist die Zahl der Milchkuhhalter in Deutschland weiter stark zurückgegangen. Im Mai 2021 wurden 55.800 Milchviehhalter und damit im Jahresvergleich 4,3 Prozent weniger gezählt. Bereits in den Vorjahren war die Zahl der Milchviehhalter stark geschrumpft (- 5,6 Prozent in 2017, - 5,0 Prozent in 2018, - 4,5 Prozent jeweils in 2019 und 2020). Damit hat sich die Zahl der Milchviehhalter in den vergangenen 10 Jahren um 36 Prozent verringert. Die Zahl der Milchkühe reduzierte sich gegenüber Mai 2020 um 2,0 Prozent auf 3,891 Millionen Tiere. Im 10 Jahresvergleich fällt das Tierbestandsminus mit 7,0 Prozent deutlich größer aus.

Durchschnittlicher Bestand bei 70 Milchkühen

Im Bundesdurchschnitt hält ein Milchviehhalter 70 Milchkühe. Groß sind die regionalen Unterschiede. Die größten Herden befinden sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Durchschnittsgrößen von 234 bzw. 246 Kühen. Relativ klein sind die durchschnittlichen Milchviehbestände in Bayern (43 Kühe), Hessen und Baden-Württemberg ( 54 bzw. 55 Kühe).

57 Prozent der Milchkühe in Beständen mit 100 und mehr Milchkühen

In Beständen mit 100 und mehr Milchkühen – das sind 19 Prozent aller Milchviehhaltungen – standen im Mai 2021 rund 57 Prozent der deutschen Milchkühe. Die Anzahl der Milchviehhaltungen mit über 500 Milchkühen stieg 2021 auf 561. Deren Milchviehherden machen mit 463.800 Tieren fast 12 Prozent des deutschen Milchviehbestandes aus.

Etwas weniger Ammen- und Mutterkühe

Im Mai 2021 wurden in Deutschland 625.500 Ammen- und Mutterkühe gezählt. Damit ist der Bestand an Ammen- und Mutterkühen im Jahresvergleich um 2,3 Prozent zurückgegangen. Die Zahl ihrer Halter ist weiter leicht rückläufig (gegenüber 2020 - 0,6 Prozent). Die insgesamt 49.100 Ammen- und Mutterkuhhalter hielten zuletzt im Durchschnitt 13 Ammen- und Mutterkühe. Der Schwerpunkt dieser Art von Rinderhaltung liegt in Ostdeutschland, wo 40 Prozent aller deutschen Ammen- und Mutterkühe gehalten werden. Die meisten Ammen- und Mutterkühe werden mit rund 84.500 Tieren in Brandenburg gehalten. Der Durchschnittsbestand liegt dort bei 33 Ammen- und Mutterkühen.

Holstein-Schwarzbunt und Fleckvieh sind die dominierenden Rinderrassen

Die mit Abstand bedeutendsten Rinderrassen sind die Milchnutzungsrasse „Holstein-Schwarzbunt“ mit rund 4,39 Millionen Tieren, gefolgt von der Doppelnutzungsrasse „Fleckvieh“ mit rund 3,14 Millionen Tieren. Mit großem Abstand folgen Kreuzungstiere aus verschiedenen Fleischrinderrassen und die Milchnutzungsrasse „Holstein-Rotbunt“ mit 0,49 Millionen Tieren. Bei der Viehzählung werden auch Büffel und Bisons erfasst. Davon gab es im Mai 2021 10.500 Tiere. Das Gesamtergebnis wird davon kaum beeinflusst.

Deutsche Schweineerzeugung weiter im Sinkflug

Nach den amtlichen Angaben der Agrarstatistik hat die Schweinehaltung in Deutschland offensichtlich ihren Zenit überschritten. Der seit 2015 bestehende Trend rückläufiger Bestände hat sich zuletzt weiter fortgesetzt. Der im Mai 2021 gezählte Bestand von 24,7 Millionen Schweinen fällt gegenüber den Boomjahren 2012 bis 2015 um 12 Prozent niedriger aus. Besonders stark ist der Rückgang der Sauenhaltung (minus 21 Prozent). Nach Befragungsergebnissen sehen die Landwirte, unabhängig von der Marktlage, einen wesentlichen Grund für diese starke Produktionseinschränkung in unsicheren gesetzlichen Rahmenbedingungen vor allem bei den Tierhaltungsstandards.

Immer weniger Schweinehalter

Zum Stichtag 3. Mai 2021 standen in deutschen Ställen rund 24,7 Millionen Schweine. Das sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert gut 3 Prozent weniger. Gleichzeitig ging die Anzahl der Schweine haltenden Betriebe um 2,9 Prozent auf 19.800 Betriebe zurück. Bereits in den beiden Vorjahren schrumpfte die Zahl der Schweinehalter mit - 5,6 bzw. - 5,7 Prozent deutlich. Im 10 Jahresvergleich ist die Zahl der Schweinehalter um 36 Prozent oder 11.100 Betriebe zurückgegangen, während der Schweinebestand um 8 Prozent oder 2,1 Millionen Tiere niedriger ausfällt. Die Entwicklung zu größeren Beständen schreitet in der Schweinehaltung weiter fort. 78 Prozent aller in Deutschland gehaltenen Schweine standen im Mai 2021 in den 8.200 Beständen mit 1.000 und mehr Schweinen. Der durchschnittliche Schweinebestand hat sich von 866 Schweinen in 2011 auf 1.248 Schweinen in 2021 erhöht (+ 44 Prozent).

Starke Schrumpfung der Sauenhaltung

Mit rund 1,637 Millionen Tieren wurden im Mai 2021 bundesweit deutlich weniger Zuchtsauen gezählt als ein Jahr zuvor (- 7,8 Prozent). Die Zahl ihrer Halter ging fast ebenso stark zurück, und zwar um rund 600 oder fast 9 Prozent auf 6.400. Binnen 10 Jahren hat mehr als jeder zweite Sauenhalter seine Ferkelerzeugung eingestellt (- 54 Prozent). Die Zahl der gehaltenen Sauen hat sich im gleichen Zeitraum um 25 Prozent vermindert. Die Anzahl der gehaltenen Sauen pro Betrieb hat sich weiter erhöht, und zwar auf durchschnittlich 256 Tiere. 70 Prozent aller in Deutschland gehaltenen Sauen stehen in den rund 1.900 Beständen mit 250 und mehr Zuchtsauen.

Rückläufige Schafbestände

Die Schafbestände werden von der amtlichen Statistik nur einmal im Jahr erfasst, und zwar im November. Im November 2020 wurden insgesamt 1,48 Millionen Schafe gezählt. Das ist ein Rückgang um 72.800 Tiere (- 4,7 Prozent) im Vergleich zum November 2019. Die Anzahl der Schafhalter ging dagegen im Jahresvergleich um gut 3 Prozent auf 9.100 zurück. Seit 2011 sind Schafhalter und Schafbestände um 12 bzw. 11 Prozent zurückgegangen. Rund 900 Betriebe halten 500 Schafe und mehr. Auf sie entfielen im November 2020 52 Prozent des Schafbestandes in Deutschland. In der jährlichen Stichtags-Viehzählung werden nur Betriebe erfasst, die mindestens 20 Schafe halten. Nach der Landwirtschaftszählung dagegen werden auch Betriebe mit weniger als 20 Schafen erfasst, soweit sie über andere Tierarten oder die Fläche zu den erhebungspflichtigen Betrieben gehören. Nach Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 gab es 19.900 Schafhalter mit 1,81 Millionen Schafen.

Treiber der Strukturentwicklung

  • Schwache Marktstellung Internationaler Wettbewerb
  • Technischer und züchterischer Fortschritt
  • Wirtschaftliche Größenvorteile
  • Gesetzlicher Regelungsdruck
  • Wachsende Kundenanforderungen
  • Kritische öffentliche Diskussion über Landwirtschaft

Quelle: Deutscher Bauernverband