5.2 Buchführungsergebnisse
Situationsbericht 2020/21

5.2 Buchführungsergebnisse

Haupterwerbsbetriebe

Wirtschaftsanalyse auf der Basis von 10.900 Buchführungsabschlüssen

Der Analyse zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft liegen 10.921 Jahresabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben zu Grunde. Es handelt sich dabei um Buchführungsabschlüsse der LAND-DATA, des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes Kiel und anderer regionaler Buchstellen. Die Ergebnisse sind auf Basis der Verteilung der Betriebe nach der Agrarstrukturerhebung 2016 repräsentativ hochgerechnet. Bei den Ergebnissen zu den Agrargenossenschaften konnte auf die Unterstützung des Fachprüfungsverbandes (FPV) sowie des Genossenschaftsverbandes zurückgegriffen werden.

Wirtschaftsjahr 2019/20 mit durchwachsenen Ergebnissen

Nach dem vor allem Dürre bedingten Einbruch der Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2018/19 konnte sich die wirtschaftliche Situation der deutschen Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 2019/20 wieder etwas erholen. Grund dafür war vor allem die besondere Situation auf dem Schweinemarkt. Im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe (Personengesellschaften und Einzelunternehmen) lag das Unternehmensergebnis mit 64.500 Euro um 13 Prozent über dem Vorjahresergebnis von 57.000 Euro. Das Minus des Vorjahres aber konnte damit nur etwa zur Hälfte wettgemacht werden. Starke Zugewinne verzeichneten die Veredlungsbetriebe, die von der in Südostasien grassierenden, aber für den Menschen ungefährlichen Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der damit verbundenen globalen Angebotsverknappung profitierten. Ackerbaubetriebe dagegen übertrafen ihr relativ niedriges Vorjahresergebnis nur leicht, während Milchviehbetriebe im zweiten Jahr in Folge deutlich rückläufige Gewinne erlitten. Die Wirtschaftszahlen in den Regionen spiegeln die Entwicklung der Betriebszweige wider. Grund für regionale Unterschiede sind vor allem unterschiedliche Entwicklungen bei den Naturalerträgen in der pflanzlichen Erzeugung.

Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2020/21 deutet auf deutliches Gewinnminus hin

Nach den sich Ende November 2020 abzeichnenden Entwicklungen auf den Märkten dürften die Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2020/21 im Durchschnitt der Betriebe das Vorjahresniveau voraussichtlich unterschreiten. Während Milchvieh- und Ackerbaubetriebe voraussichtlich mit wenig Veränderung ihrer Ergebnisse rechnen können, steht den auf Schweinehaltung spezialisierten Veredlungsbetrieben ein starker Einbruch ihrer Unternehmensergebnisse bevor. Grund sind die im Vergleich zum guten Vorjahr erdrutschartig gesunkenen Erzeugerpreise.

Je Landwirt 44.800 Euro

Das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft beträgt im Wirtschaftsjahr 2019/20 im Durchschnitt der Betriebe 44.800 Euro. Die Landwirte haben damit ein „Bruttomonatseinkommen“ (monatliches Unternehmensergebnis je Familien-Arbeitskraft) von etwa 3.700 Euro erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Unternehmensergebnisses für die Finanzierung von Existenz sichernden Neuinvestitionen aufzuwenden ist. Auch die Zahlungen für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung müssen aus dem Unternehmensergebnis getragen werden. Diese betrugen im Durchschnitt der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2019/20 rund 8.600 Euro oder 720 Euro pro Monat.

Weiterhin unzureichende Faktorentlohnung

Unter der Annahme eines Lohnansatzes für die durchschnittlich 1,44 Familienarbeitskräfte, wie er für fremde Arbeitskräfte einschließlich Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung gezahlt wird, eines Zinsansatzes von 3,5 Prozent für das eingesetzte Eigenkapital und eines Pachtansatzes für die Eigentumsflächen müsste das durchschnittliche Unternehmensergebnis bei 67.500 Euro liegen. Das tatsächliche Unternehmensergebnis im Wirtschaftsjahr 2019/20 lag mit 64.500 Euro etwas darunter. Zum Vergleich: Die EU-Direktzahlungen betrugen im Wirtschaftsjahr 2019/20 27.500 Euro je Haupterwerbsbetrieb und machten gut zwei Fünftel des erzielten Unternehmensgewinnes aus.

Um 4,4 Prozent höhere Erträge

Die betrieblichen Erträge sind im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2019/20 um 4,4 Prozent angestiegen. Die mit Abstand wichtigste Ursache dafür waren die preisbedingten hohen Umsatzzuwächse in der Schweinehaltung. Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2018/19 mit den Auswirkungen der Sommerdürre 2018 konnten sich die Getreide- und Zuckerrübenerträge etwas erholen. Dagegen blieben die Erträge aus der Milchviehhaltung und Rindermast hinter dem Vorjahresniveau zurück.

Um 2,9 Prozent höhere Aufwendungen

Die Aufwendungen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe stiegen im Wirtschaftsjahr 2019/20 deutlich an. Sie lagen im Durchschnitt der Betriebe um 2,9 Prozent über dem Vorjahresstand. Hauptkostentreiber waren erhebliche Mehraufwendungen für den Viehzukauf. Aber auch höherer Lohnaufwand, Mehrausgaben für die Unterhaltung der Sachanlagen und höhere Abschreibungen ließen die betrieblichen Aufwendungen ansteigen. Die Pachtausgaben zogen weiter leicht an. Nennenswerte Entlastungen gab es dagegen beim Futtermittelzukauf, aber auch bei Pflanzenschutzmitteln. Düngemittel wurden weniger eingesetzt. Der monetäre Aufwand dafür fiel im Vergleich zum Vorjahr allerdings in etwa gleich hoch aus. Bei nahezu unverändertem Fremdmitteleinsatz ging der Zinsaufwand gegenüber dem Vorjahr weiter merklich zurück.

Ackerbaubetriebe mit kleinem Gewinnplus gegenüber niedrigem Vorjahresstand

Haupterwerbsbetriebe mit Produktionsschwerpunkt Ackerbau verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2019/20 im Durchschnitt eine leichte Erlössteigerung. Höhere Erlöse aus dem Getreideanbau, aber auch aus dem Zuckerrübenanbau waren die Aktivposten auf der Ertragsseite. Die deutlich niedrigeren Getreidepreise wurden durch höhere Erntemengen mehr als ausgeglichen. Bei Kartoffeln und Raps konnten die Vorjahreswerte bei weitem nicht erreicht werden. Viele Ackerbaubetriebe haben auch ein wichtiges wirtschaftliches Standbein in der Tierhaltung. Jedoch hat sich auch im Wirtschaftsjahr 2019/20 der Trend fortgesetzt, die Tierhaltung als Wirtschaftszweig aufzugeben und den Fokus wirtschaftlicher Aktivitäten stärker auf die pflanzliche Erzeugung zu legen. Entlastungen erreichten die Ackerbaubetriebe auf der Aufwandsseite vor allem beim Materialaufwand. Unter dem Strich stieg das Unternehmensergebnis der Ackerbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2019/20 auf durchschnittlich 54.200 Euro. Das sind gegenüber dem schwachen Vorjahreswert 4 Prozent mehr. Je nicht entlohnter Familienarbeitskraft errechnen sich daraus 42.400 Euro.

Milchviehbetriebe mit deutlichem Rückgang der Unternehmensergebnisse

Die wirtschaftliche Entwicklung der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe war auch im Wirtschaftsjahr 2019/20 von Erzeugerpreisdruck bei Milch und Schlachtrindern geprägt. Auf der Aufwandsseite belasteten Mehraufwendungen vor allem beim Materialaufwand, bei der Unterhaltung der Sachanlagen, bei den Abschreibungen sowie bei den Löhnen für Fremdarbeitskräfte die wirtschaftliche Situation in den Milchviehbetrieben. Mit 61.200 Euro je Unternehmen wird das Unternehmensergebnis des Vorjahres um 12 Prozent unterschritten (Vorjahr minus 30 Prozent). Je nicht entlohnter Familienarbeitskraft errechnet sich daraus ein Ergebnis von 39.900 Euro. Trotz dieser weiteren deutlichen Einbußen liegt das Gewinnniveau der Milchviehbetriebe nur wenig unter dem Durchschnitt aller Betriebe.

Auch Rindermastbetriebe mit negativer Ergebnisentwicklung

Die stärker auf Rindermast und Mutterkuhhaltung spezialisierten „sonstigen Futterbaubetriebe“ mussten im Wirtschaftsjahr 2019/20 mit 34.000 Euro Unternehmensgewinn eine weitere erhebliche Ergebnisverschlechterung hinnehmen (- 10 Prozent). Der Gewinn je nicht entlohnter Familien-AK fiel auf 24.800 Euro. Bei deutlich geringeren Einnahmen aus der Rindermast rührt der starke Rückgang der Unternehmensergebnisse auch auf Mindererträge aus der Milchviehhaltung, die in dieser Betriebsgruppe ein wichtiges wirtschaftliches Standbein darstellt. Im Vergleich unter den Betriebsformen schneiden die Rindermastbetriebe vom Gewinnniveau mit Abstand am schlechtesten ab.

Starker Zugewinn bei den Veredlungsbetrieben

Nach hohen Existenz gefährdenden Verlusten im Vorjahr 2018/19 konnten die Veredlungsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2019/20 eine erhebliche Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation erreichen. Grund dafür waren die Auswirkungen der vor allem in Südostasien grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der damit verbundenen globalen Angebotsverknappung. Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine lagen im Durchschnitt des Wirtschaftsjahres 2019/20 um fast ein Viertel über dem Vorjahresniveau. Auch geringere Futtermittelkosten trugen zu der Ergebnisverbesserung bei. Stark gestiegene Aufwendungen für Viehzukauf wirkten dagegen ergebnismindernd. Mit durchschnittlich 125.000 Euro Unternehmensgewinn erzielten die Veredlungsbetriebe im Durchschnitt ein Wirtschaftsergebnis, das um 155 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Je nicht entlohnter Familien-Arbeitskraft sind das im Wirtschaftsjahr 2019/20 89.700 Euro. Für die auf Ferkelerzeugung spezialisierten Betriebe stellen sich wirtschaftliche Lage und ihre Entwicklung im Wirtschaftsjahr 2019/20 besonders günstig dar. Auch die auf Geflügelmast spezialisierten Veredlungsbetriebe konnten ihre wirtschaftliche Situation weiter verbessern. Im laufenden Wirtschaftsjahr 2020/21 dagegen wird sich die Situation der Schweineerzeuger bedingt durch die Corona-Auswirkungen in den Schlachtbetrieben und den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und den damit verbundenen Marktauswirkungen drastisch verschlechtern.

Weinbaubetriebe mit Minus – Obstbaubetriebe mit Plus

Die auf Weinbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2019/20 einen ertragsbedingten Rückgang ihrer Wirtschaftsergebnisse um 18 Prozent. Bei großen regionalen Unterschieden liegt das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Betriebsgruppe bei 66.600 Euro. Das sind je nicht entlohnter Familienarbeitskraft 37.200 Euro. Die auf Obstanbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe konnten dagegen ihre wirtschaftliche Situation deutlich verbessern. Sie schnitten im Wirtschaftsjahr 2019/20 mit einem Plus gegenüber Vorjahr von etwa 49 Prozent ab.

Öko-Betriebe mit wirtschaftlichen Ergebniseinbußen

Unter den Haupterwerbsbetrieben konnten auch 450 Betriebe des ökologischen Landbaus ausgewertet werden. Davon sind 65 Prozent Milchviehbetriebe. Bei gegenüber Vorjahr nahezu unveränderten monetären Erträgen nahmen die betrieblichen Auswendungen um gut 1 Prozent zu, darunter der Personalaufwand um über 4 Prozent. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der ausgewerteten Öko-Betriebe fiel im Wirtschaftsjahr 2019/20 um 4 Prozent auf 75.000 Euro (nicht hochgerechnet). Je nicht entlohnter Familien-Arbeitskraft sind das 49.900 Euro. Die Öko-Betriebe weisen im Wirtschaftsjahr 2019/20 Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen einschließlich Prämien für den ökologischen Landbau von durchschnittlich 31.900 Euro aus. Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe betragen die Zahlungen für derartige Maßnahmen 5.100 Euro.

Kaum veränderter Fremdkapitalbestand – niedrigerer Zinsaufwand

Der durchschnittliche Fremdkapitalbestand je Haupterwerbsbetrieb betrug im Wirtschaftsjahr 2019/20 249.800 Euro. Das sind gegenüber dem Stand des Vorjahres nur rund 2.300 Euro mehr. Je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche beträgt der Fremdkapitaleinsatz rund 2.600 Euro. Vom gesamten betrieblichen Fremdkapital entfallen durchschnittlich 56.000 Euro (22 Prozent) auf kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Die Zinsaufwendungen fielen im Wirtschaftsjahr 2019/20 um 4 Prozent auf 5.100 Euro je Unternehmen.

Höhere Eigenkapitalbildung

Die verbesserte wirtschaftliche Situation im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe führte im Wirtschaftsjahr 2019/20 zu einer Eigenkapitalbildung, die mit 11.100 Euro gegenüber dem Vorjahresniveau fast doppelt so hoch ausfiel. Zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes werden jährlich pauschal zwischen 10.000 und 20.000 Euro für erforderlich gehalten.

Trotz verbesserter wirtschaftlicher Lage Zurückhaltung bei den Investitionen

Die Bruttoinvestitionen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe blieben im Wirtschaftsjahr 2019/20 trotz verbesserter wirtschaftlicher Lage mit 63.700 Euro hinter dem Vorjahresniveau zurück (- 2 Prozent). Während die Maschineninvestitionen etwas zunahmen (+ 2 Prozent), waren die Gebäudeinvestitionen deutlich rückläufig (- 6 Prozent). Offensichtlich führten Unsicherheiten über rechtliche Rahmenbedingungen zur Investitionszurückhaltung bei der Errichtung von neuen Wirtschaftsgebäuden und Ställen. Die Nettoinvestitionen und damit Investitionen, die über die Abschreibungen hinausgehen, gingen im Wirtschaftsjahr 2019/20 sogar um fast ein Viertel auf 10.900 Euro zurück (- 24 Prozent).

Nachhaltige Wirtschaftlichkeit ein wichtiges Kriterium

Wegen der relativ starken Schwankungen der Gewinne in der Landwirtschaft wird die wirtschaftliche Lage in den Betrieben zusätzlich auch anhand mehrjähriger Durchschnitte beurteilt. Im Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2017/18 bis 2019/20 erzielten die Haupterwerbsbetriebe ein durchschnittliches Unternehmensergebnis von 64.300 Euro. In 50 Prozent der Betriebe lag das Unternehmensergebnis im Schnitt der drei Wirtschaftsjahre bei mehr als 50.000 Euro. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Gruppe betrug 106.700 Euro. Auch Brutto- und Nettoinvestitionen lagen mit 83.400 Euro bzw. 19.500 Euro erheblich über dem Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe. Ganz anders stellen sich die Verhältnisse in den Betrieben unter 30.000 Euro nachhaltigem Unternehmensgewinn dar. Hier fanden im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre mit rund 1.600 Euro kaum noch Nettoinvestitionen statt. Das Eigenkapital wurde jährlich um rund 7.500 Euro abgebaut.

41 Prozent der Betriebe mit Eigenkapitalbildung über 10.000 Euro

Die nachhaltige Eigenkapitalbildung der drei Wirtschaftsjahre 2017/18 bis 2019/20 betrug im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe 11.300 Euro. Als pauschale Messgröße zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes gilt eine jährliche Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 bis 20.000 Euro. Von der Gesamtheit der Haupterwerbsbetriebe erwirtschafteten im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre 41 Prozent eine Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 Euro. Die durchschnittliche Eigenkapitalbildung dieser Betriebe betrug 43.700 Euro. Die Bruttoinvestitionen dieser Betriebe lagen bei jährlich 92.600 Euro, die Nettoinvestitionen bei entsprechend 31.700 Euro. In den 30 Prozent der Haupterwerbsbetriebe mit nachhaltigen Eigenkapitalverlusten von jährlich mehr als 5.000 Euro dagegen wurde besonders viel zusätzliches Fremdkapital aufgenommen und nicht über die Abschreibungen hinaus investiert.

Viele Betriebe auf dem Rückzug aus der Landwirtschaft

Etwa 40 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe investierten in den zurückliegenden drei Wirtschaftsjahren netto mehr als 5.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt 52.200 Euro. Ihr Unternehmensergebnis war mit jährlich 81.600 Euro ebenso überdurchschnittlich wie die Eigenkapitalbildung mit 28.800 Euro und die Fremdkapitalzunahme mit 27.600 Euro. Anders bei den Betrieben, in denen Vermögen abgebaut wurde: Etwa 40 Prozent der Betriebe hatten in den letzten drei Wirtschaftsjahren negative Nettoinvestitionen von jährlich mehr als 5.000 Euro. Neben einem relativ schwachen Unternehmensergebnis sind Eigen- und Fremdkapitalabbau und damit Minderung des Unternehmensvermögens kennzeichnend für die Situation dieser Betriebe.

Fremdkapital ist in vielen Betrieben ein wichtiges Finanzierungsinstrument

Etwa 25 Prozent der Betriebe nahmen im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre jährlich mehr als 10.000 Euro Fremdkapital auf, im Durchschnitt dieser Betriebe waren es 59.000 Euro. Kennzeichen dieser Betriebe ist vor allem eine hohe Investitionstätigkeit. Betriebe dagegen, die ihren Fremdkapitaleinsatz in den letzten Jahren nachhaltig reduzierten, investierten auch weniger, zeichnen sich aber durch überdurchschnittliche Unternehmensergebnisse und Eigenkapitalbildung aus.

Nebenerwerbsbetriebe

Starkes Minus bei den Nebenerwerbsbetrieben

Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2019/20 bei 10.000 Euro. Dies sind 1.700 Euro oder 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ergebnisse beruhen auf 1.098 ausgewerteten Nebenerwerbsbetrieben. Die meisten davon (66 Prozent) sind auf Ackerbau ausgerichtet. Die durchschnittliche Größe der ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe beträgt 38 Hektar LF. Gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere die Viehbestände stark zurückgegangen, die landwirtschaftlich genutzte Fläche dagegen kaum. Die Entwicklung bei einer Reihe von Ertrags- und Aufwandspositionen deutet darauf hin, dass sich die ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe stärker auf ihre außerlandwirtschaftliche Erwerbs- und Einkommensquellen konzentrierten.

Agrargenossenschaften

Wirtschaftliches Plus auch bei den Agrargenossenschaften

Den ausgewerteten 272 Agrargenossenschaften aus den neuen Ländern liegen Buchführungsabschlüsse zugrunde, die überwiegend nach Kalenderjahren und nur zu etwa einem Fünftel nach Wirtschaftsjahren abgeschlossen haben. Für den Durchschnitt der Agrargenossenschaften brachte das aktuelle Buchführungsjahr einen Jahresfehlbetrag von 14.000 Euro. Im Vorjahr lag der durchschnittliche Jahresfehlbetrag bei 54.000 Euro. Gemessen an der Kennzahl „Unternehmensergebnis plus Personalaufwand“, die einen Vergleich zwischen den Betrieben verschiedener Rechtsformen ermöglicht, wurden je Arbeitskraft 32.200 Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 9 Prozent. Bei den Haupterwerbsbetrieben betrug der entsprechende Wert im Wirtschaftsjahr 2019/20 40.600 Euro (+ 10 Prozent). Die ausgewerteten Agrargenossenschaften bewirtschaften im Durchschnitt 1.637 Hektar. Mit durchschnittlich 26,7 Vollarbeitskräften liegt der AK-Besatz bei 1,6 je 100 Hektar.