5.2 Buchführungsergebnisse
Situationsbericht 2021/2022

5.2 Buchführungsergebnisse

Haupterwerbsbetriebe

Wirtschaftsanalyse auf der Basis von 9.500 Buchführungsabschlüssen

Der Analyse zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft liegen 9.507 Jahresabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben zu Grunde. Es handelt sich dabei um Buchführungsabschlüsse der LAND-DATA, des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes Kiel und anderer regionaler Buchstellen. Durch die Umstellung der Hochrechnungsgrundlage von der Agrarstrukturerhebung 2016 auf die Landwirtschaftszählung 2020 sowie durch die Verwendung aktueller Standardoutputs sind die aktuellen Ergebnisse nur bedingt mit den Ergebnissen der Buchführungsauswertungen der Vorjahre vergleichbar. Bei den Ergebnissen zu den Agrargenossenschaften konnte auf die Unterstützung des Fachprüfungsverbandes (FPV) sowie des Genossenschaftsverbandes zurückgegriffen werden.

Wirtschaftsjahr 2020/21 mit starkem Gewinnminus

Nach einer gewissen Erholung der Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2019/20 hat sich die wirtschaftliche Situation der deutschen Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 2020/21 wieder deutlich verschlechtert. Grund dafür waren vor allem Corona bedingte starke Umsatzeinbrüche in der Schweinehaltung. Im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe (Personengesellschaften und Einzelunternehmen) blieb das Unternehmensergebnis mit 52.100 Euro um 15 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis von 61.300 Euro zurück. Die Veredlungsbetriebe verloren im Wirtschaftsjahr 2020/21 gut zwei Drittel ihres Unternehmensgewinns. In der Rinder- und Milchviehhaltung dagegen konnten Gewinnzuwächse verzeichnet werden. Ackerbaubetriebe haben ihr Vorjahresergebnis in etwa halten können. Die Wirtschaftszahlen in den Regionen spiegeln die Entwicklung der Betriebszweige wider. Grund für regionale Unterschiede sind auch unterschiedliche Witterungsbedingungen und Ernteerträge.

Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2021/22

Nach den sich Ende November 2021 abzeichnenden Entwicklungen auf den Agrarmärkten und den Märkten für Betriebsmittel ist unsicher, ob bzw. inwieweit sich die Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2021/22 im Durchschnitt der Betriebe wieder erholen werden. Sich weiter festigende Preise bei vielen pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen stehen starke Verteuerungen beim Zukauf von Futter-, Düngemitteln und Energie gegenüber. Schweineerzeuger dürften zunächst weiter unter erheblichem wirtschaftlichen Druck stehen. Bei Milch- und Rindererzeugern sowie Ackerbauern könnte die deutlich verbesserte Ertragssituation die Aufwandssteigerung durch die starke Verteuerung der Betriebsmittel übertreffen. Vieles hängt jedoch noch von den Marktentwicklungen im Laufe des ersten Halbjahres 2022 ab.

Je Landwirt 36.900 Euro

Das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft beträgt im Wirtschaftsjahr 2020/21 im Durchschnitt der Betriebe 36.900 Euro. Die Landwirte haben damit ein „Bruttomonatseinkommen“ (monatliches Unternehmensergebnis je Familien-Arbeitskraft) von etwa 3.100 Euro erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Unternehmensergebnisses für die Finanzierung von Existenz sichernden Neuinvestitionen aufzuwenden ist. Auch die Zahlungen für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung müssen aus dem Unternehmensergebnis getragen werden. Diese betrugen im Durchschnitt der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2020/21 rund 8.400 Euro oder 700 Euro pro Monat.

Unzureichende Faktorentlohnung

Unter der Annahme eines Lohnansatzes für die durchschnittlich 1,41 Familienarbeitskräfte, wie er für fremde Arbeitskräfte einschließlich Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung gezahlt wird, eines Zinsansatzes von 3,5 Prozent für das eingesetzte Eigenkapital und eines Pachtansatzes für die Eigentumsflächen müsste das durchschnittliche Unternehmensergebnis bei 66.400 Euro liegen. Das tatsächliche Unternehmensergebnis im Wirtschaftsjahr 2020/21 lag mit 52.100 Euro deutlich darunter. Zum Vergleich: Die EU-Direktzahlungen betrugen im Wirtschaftsjahr 2020/21 25.500 Euro je Haupterwerbsbetrieb und machten damit fast die Hälfte des erzielten Unternehmensgewinns aus.

Um 4,6 Prozent niedrigere Erträge

Die betrieblichen Erträge sind im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2020/21 um 4,6 Prozent zurückgegangen. Die mit Abstand wichtigste Ursache dafür waren die preisbedingten starken Umsatzrückgänge in der Schweinehaltung. Dagegen konnten sich die Erträge aus der pflanzlichen Erzeugung, mit Ausnahme von Kartoffeln, deutlich erholen. Die Erträge aus der Milchviehhaltung und Rindermast erreichten in etwa das Vorjahresniveau.

Um 2,4 Prozent niedrigere Aufwendungen

Die Aufwendungen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe gingen im Wirtschaftsjahr 2020/21 weniger stark zurück als die Erträge. Sie lagen im Durchschnitt der Betriebe um 2,4 Prozent unter dem Vorjahresstand. Die mit Abstand größte Kostenentlastung gab es beim Viehzukauf. Aber auch bei Energie und Düngemitteln gab es nennenswerte Einsparungen. Dagegen stieg der Aufwand für Löhne deutlich an. Auch die Pachtausgaben zogen weiter an. Etwas höhere Abschreibungen und leichte Ausgabensteigerungen gab es bei Futtermitteln und der Unterhaltung der Sachanlagen. Trotz höheren Fremdmitteleinsatzes ging der Zinsaufwand deutlich zurück.

Ackerbaubetriebe mit leichtem Gewinnplus

Haupterwerbsbetriebe mit Produktionsschwerpunkt Ackerbau konnten im Wirtschaftsjahr 2020/21 im Durchschnitt ihre wirtschaftliche Situation leicht verbessern. Höheren Erlösen aus dem Ackerbau, mit Ausnahme Kartoffelanbau, und verringerten Aufwendungen bei Energie und Düngemitteln standen vor allem Einbußen in der Schweinehaltung gegenüber, die in Ackerbaubetrieben häufig ein wichtiges wirtschaftliches Standbein darstellt. Unter dem Strich lag das Unternehmensergebnis der Ackerbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2020/21 bei durchschnittlich 58.000 Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahreswert gut 1 Prozent mehr. Je nicht entlohnter Familienarbeitskraft errechnen sich daraus 45.500 Euro.

Milchviehbetriebe mit etwas besseren Unternehmensergebnissen

Die wirtschaftliche Entwicklung der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe war im Wirtschaftsjahr 2020/21 von leicht höheren Milchpreisen und wieder etwas erholten Rinderpreisen geprägt. Mit 56.400 Euro je Unternehmen wird das Unternehmensergebnis des Vorjahres um gut 4 Prozent überschritten. Je nicht entlohnter Familienarbeitskraft errechnet sich daraus ein Ergebnis von 37.800 Euro. Die im Schnitt der Milchviehbetriebe erzielte Ergebnisverbesserung reicht allerdings bei weitem nicht aus, das Minus aus dem Vorjahr auszugleichen.

Auch Rindermastbetriebe mit positiver Ergebnisentwicklung

Die stärker auf Rindermast und Mutterkuhhaltung spezialisierten „sonstigen Futterbaubetriebe“ konnten im Wirtschaftsjahr 2020/21 mit 31.500 Euro Unternehmensgewinn eine deutliche Ergebnisverbesserung erreichen (+ 10 Prozent), ihr durchschnittliches Gewinnniveau ist mit 31.500 Euro je Unternehmen allerdings das mit Abstand schlechteste unter den Betriebsformen. Der Gewinn je nicht entlohnter Familien-AK beträgt nur 23.600 Euro.

Wirtschaftlicher Absturz bei den Veredlungsbetrieben

Nach dem durch relativ hohe Schweinepreise gekennzeichneten guten Wirtschaftsjahr 2019/20 folgte im Wirtschaftsjahr 2020/21 der wirtschaftliche Absturz der Veredlungsbetriebe. Grund dafür waren vor allem die Auswirkungen und Folgen der Corona-Krise, aber auch von Handelsbeschränkungen im Zuge der Afrikanischen Schweinepest auf dem inländischen Schweinemarkt. Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine lagen im Durchschnitt des Wirtschaftsjahres 2020/21 um ein Viertel unter dem Vorjahresniveau. Auch höhere Futtermittelkosten trugen zu der Ergebnisverschlechterung bei, während deutliche Minderausgaben für Viehzukauf entlasteten. Mit durchschnittlich 36.800 Euro Unternehmensgewinn mussten die Veredlungsbetriebe im Durchschnitt ein Wirtschaftsergebnis hinnehmen, das um 69 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Je nicht entlohnter Familien-Arbeitskraft sind das im Wirtschaftsjahr 2020/21 nur 27.500 Euro. Für die auf Ferkelerzeugung spezialisierten Betriebe stellen sich wirtschaftliche Lage und ihre Entwicklung im Wirtschaftsjahr 2020/21 besonders ungünstig dar. Auch wenn nicht so stark wie die Schweinehalter, so mussten auch die Geflügelhalter im Wirtschaftsjahr 2020/21 kräftige Gewinneinbußen hinnehmen.

Weinbaubetriebe mit Plus – Obstbaubetriebe mit Minus

Die auf Weinbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2020/21 einen Anstieg ihrer Wirtschaftsergebnisse um durchschnittlich 12 Prozent. Bei großen regionalen Unterschieden liegt das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Betriebsgruppe bei 86.800 Euro. Das sind je nicht entlohnter Familienarbeitskraft 46.200 Euro. Die auf Obstanbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe konnten dagegen ihre wirtschaftliche Situation nicht weiter verbessern. Sie schnitten im Wirtschaftsjahr 2020/21 mit einem Minus gegenüber Vorjahr von etwa 11 Prozent ab.

Öko-Betriebe mit Ergebnissteigerung

Unter den Haupterwerbsbetrieben konnten auch 505 Betriebe des ökologischen Landbaus ausgewertet werden. Davon sind 57 Prozent Milchviehbetriebe. Bei gegenüber Vorjahr deutlich gestiegenen monetären Erträgen, aber auch höheren betrieblichen Auswendungen (u. . Personalaufwand plus 15 Prozent), hat sich das durchschnittliche Unternehmensergebnis der ausgewerteten Öko-Betriebe im Wirtschaftsjahr 2020/21 um 9 Prozent auf 76.000 Euro (nicht hochgerechnet) verbessert. Je nicht entlohnter Familien-Arbeitskraft sind das 52.200 Euro. Die Öko-Betriebe weisen im Wirtschaftsjahr 2020/21 Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen einschließlich Prämien für den ökologischen Landbau von durchschnittlich 27.600 Euro aus. Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe betragen die Zahlungen für derartige Maßnahmen 5.200 Euro.

Mehr Fremdkapital – weniger Zinsaufwand

Der durchschnittliche Fremdkapitalbestand je Haupterwerbsbetrieb betrug im Wirtschaftsjahr 2020/21 225.800 Euro. Das sind gegenüber dem Stand des Vorjahres rund 5.000 Euro mehr. Je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche beträgt der Fremdkapitaleinsatz rund 2.400 Euro. Vom gesamten betrieblichen Fremdkapital entfallen durchschnittlich 51.400 Euro (23 Prozent) auf kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Die Zinsaufwendungen fielen im Wirtschaftsjahr 2020/21 um 7 Prozent auf 4.200 Euro je Unternehmen.

Geringere Eigenkapitalbildung

Die verschlechterte wirtschaftliche Situation im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe führte im Wirtschaftsjahr 2020/21 zu einer Eigenkapitalbildung, die mit 7.200 Euro gegenüber dem Vorjahresniveau um 4.000 Euro geringer ausfiel. Zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes werden jährlich pauschal zwischen 10.000 und 20.000 Euro für erforderlich gehalten.

Trotz verschlechterter Lage leichter Investitionsanstieg

Die Bruttoinvestitionen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe lagen im Wirtschaftsjahr 2020/21 trotz verschlechterter wirtschaftlicher Lage mit 60.200 Euro leicht über dem Vorjahresniveau (+ 1 Prozent). Während die Maschineninvestitionen deutlich zunahmen (+ 4 Prozent), waren die Gebäudeinvestitionen rückläufig (- 2 Prozent). Unsicherheiten über rechtliche Rahmenbedingungen dürften Grund für die Investitionszurückhaltung bei der Errichtung von neuen Wirtschaftsgebäuden und Ställen gewesen sein. Die Nettoinvestitionen und damit Investitionen, die über die Abschreibungen hinausgehen, stiegen im Wirtschaftsjahr 2020/21 sogar um gut 10 Prozent auf 10.700 Euro.

Nachhaltige Wirtschaftlichkeit ein wichtiges Kriterium

Wegen der relativ starken Schwankungen der Gewinne in der Landwirtschaft wird die wirtschaftliche Lage in den Betrieben zusätzlich auch anhand mehrjähriger Durchschnitte beurteilt. Im Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2018/19 bis 2020/21 erzielten die Haupterwerbsbetriebe ein durchschnittliches Unternehmensergebnis von 56.000 Euro. In 43 Prozent der Betriebe lag das Unternehmensergebnis im Schnitt der drei Wirtschaftsjahre bei mehr als 50.000 Euro. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Gruppe betrug 103.100 Euro. Auch Brutto- und Nettoinvestitionen lagen mit 84.800 Euro bzw. 19.700 Euro erheblich über dem Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe. Ganz anders stellen sich die Verhältnisse in den Betrieben unter 30.000 Euro nachhaltigem Unternehmensgewinn dar. Hier fanden im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre mit rund 3.200 Euro kaum noch Nettoinvestitionen statt. Das Eigenkapital wurde jährlich um rund 3.300 Euro abgebaut.

36 Prozent der Betriebe mit Eigenkapitalbildung über 10.000 Euro

Die nachhaltige Eigenkapitalbildung der drei Wirtschaftsjahre 2018/19 bis 2020/21 betrug im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe 8.300 Euro. Als pauschale Messgröße zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes gilt eine jährliche Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 bis 20.000 Euro. Von der Gesamtheit der Haupterwerbsbetriebe erwirtschafteten im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre 36 Prozent eine Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 Euro. Die durchschnittliche Eigenkapitalbildung dieser Betriebe betrug 43.000 Euro. Die Bruttoinvestitionen dieser Betriebe lagen bei jährlich 93.500 Euro, die Nettoinvestitionen bei entsprechend 33.500 Euro. In den 33 Prozent der Haupterwerbsbetriebe mit nachhaltigen Eigenkapitalverlusten von jährlich mehr als 5.000 Euro dagegen wurde besonders viel zusätzliches Fremdkapital aufgenommen und nicht über die Abschreibungen hinaus investiert.

Viele Betriebe auf dem Rückzug aus der Landwirtschaft

Etwa 41 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe investierten in den zurückliegenden drei Wirtschaftsjahren netto mehr als 5.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt 50.200 Euro. Ihr Unternehmensergebnis war mit jährlich 70.500 Euro ebenso überdurchschnittlich wie die Eigenkapitalbildung mit 24.600 Euro und die Fremdkapitalzunahme mit 28.000 Euro. Anders bei den Betrieben, in denen Vermögen abgebaut wurde: Etwa 41 Prozent der Betriebe hatten in den letzten drei Wirtschaftsjahren negative Nettoinvestitionen von jährlich mehr als 5.000 Euro. Neben einem relativ schwachen Unternehmensergebnis sind Eigen- und Fremdkapitalabbau und damit Minderung des Unternehmensvermögens kennzeichnend für die Situation dieser Betriebe.

Fremdkapital ist in vielen Betrieben ein wichtiges Finanzierungsinstrument

Etwa 25 Prozent der Betriebe nahmen im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre jährlich mehr als 10.000 Euro Fremdkapital auf, im Durchschnitt dieser Betriebe waren es 58.700 Euro. Kennzeichen dieser Betriebe ist vor allem eine hohe Investitionstätigkeit. Betriebe dagegen, die ihren Fremdkapitaleinsatz in den letzten Jahren nachhaltig reduzierten, investierten auch weniger, zeichnen sich aber durch überdurchschnittliche Unternehmensergebnisse und Eigenkapitalbildung aus.

Nebenerwerbsbetriebe

Deutliches Plus bei den Nebenerwerbsbetrieben

Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2020/21 bei 12.200 Euro. Dies sind 1.600 Euro oder 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ergebnisse beruhen auf 1.015 ausgewerteten Nebenerwerbsbetrieben. Die meisten davon (65 Prozent) sind auf Ackerbau ausgerichtet. Schweinehaltung spielt in den ausgewerteten Nebenerwerbsbetrieben nahezu keine Rolle. Die durchschnittliche Größe der ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe beträgt 34 Hektar LF. Gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere die Viehbestände stark zurückgegangen, die landwirtschaftlich genutzte Fläche dagegen wenig. Die Entwicklung bei einer Reihe von Ertrags- und Aufwandspositionen deutet darauf hin, dass sich die ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe einerseits stärker auf die Bodenbewirtschaftung, andererseits immer mehr auf außerlandwirtschaftliche Erwerbs- und Einkommensquellen konzentrieren.

Agrargenossenschaften

Wirtschaftliches Plus bei den Agrargenossenschaften

Den ausgewerteten 296 Agrargenossenschaften aus den neuen Ländern liegen Buchführungsabschlüsse zugrunde, die überwiegend nach Kalenderjahren und nur zu einem kleinen Teil nach Wirtschaftsjahren abgeschlossen haben. Für den Durchschnitt der Agrargenossenschaften brachte das aktuelle Buchführungsjahr einen Jahresüberschuss von 44.000 Euro. Im Vorjahr gab es noch einen durchschnittlichen Jahresfehlbetrag von 12.000 Euro. Gemessen an der Kennzahl „Unternehmensergebnis plus Personalaufwand“, die einen Vergleich zwischen den Betrieben verschiedener Rechtsformen ermöglicht, wurden je Arbeitskraft 34.400 Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 7 Prozent. Bei den Haupterwerbsbetrieben betrug der entsprechende Wert im Wirtschaftsjahr 2020/21 35.400 Euro (- 11 Prozent). Hinter der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in den Agrargenossenschaften steckt vor allem die deutlich verbesserte Situation im Ackerbau und die Tatsache, dass die Schweinehaltung in diesen Betrieben kaum eine Rolle spielt. Die ausgewerteten Agrargenossenschaften bewirtschaften im Durchschnitt 1.678 Hektar. Mit durchschnittlich 27,8 Vollarbeitskräften liegt der AK-Besatz bei 1,7 je 100 Hektar.