6.1 Pflanzliche Erzeugung
Situationsbericht 2021/2022

6.1 Pflanzliche Erzeugung

Welt-Getreidevorräte gehen weiter zurück

Mit 2,786 Milliarden Tonnen übertrifft die globale Getreideernte einschließlich Reis in 2021 das Vorjahresergebnis um knapp 74 Millionen Tonnen (+ 2,7 Prozent). Bei kaum veränderter Weizenerzeugung ist vor allem die Produktion von Grobgetreide, was im Wesentlichen Futtergetreide ist, deutlich angestiegen. Der internationale Getreidehandel nimmt im laufenden Wirtschaftsjahr 2021/22 gegenüber dem Vorjahr nach Einschätzungen des USDA um gut 11 Millionen Tonnen zu. Der Verbrauch steigt mit plus 59 Millionen Tonnen (+ 2,2 Prozent) etwas weniger stark als die Produktion. Bis Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22 dürften die Weltgetreidebestände um gut 3 Millionen Tonnen (- 0,4 Prozent) auf insgesamt 794 Millionen Tonnen zurückgehen. Damit setzt sich der Trend rückläufiger Welt-Getreidebestände weiter fort.

EU wieder Spitzenreiter beim Export von Weizen

Wenn auch nicht so stark wie in den Vorjahren, so dominieren die USA weiterhin den globalen Handel mit Getreide. Bei Grobgetreide stehen die USA mit knapp 72 Millionen Tonnen Exporten unangefochten auf Platz 1, weit vor Argentinien, der Ukraine und Brasilien mit 47, 38 und 29 Millionen Tonnen. Damit beträgt der Anteil der USA am Welthandel mit Grobgetreide 30 Prozent. Am Weltweizenmarkt stehen die USA auf Platz 3 der weltweit größten Exporteure und können im Wirtschaftsjahr 2021/22 voraussichtlich etwa 24 Millionen Tonnen in andere Länder vermarkten. Export-Spitzenreiter mit 36 bis 37 Millionen Tonnen werden den Prognosen für das laufende Wirtschaftsjahr zufolge die Europäische Union und Russland sein.

Weltweite Weizenvorräte können den Bedarf von gut vier Monaten abdecken

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt die weltweite Weizenernte 2021/22 auf 775 Millionen Tonnen. Das ist kaum mehr als im Vorjahr. Der Verbrauch dürfte dagegen gegenüber dem Vorjahr um gut 5 Millionen Tonnen ansteigen. Die weltweiten Lagervorräte bei Weizen dürften bis zum Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22 auf 276 Millionen Tonnen zurückgehen. Das sind gegenüber dem Vorjahr minus 12 Millionen Tonnen. Rein rechnerisch deckt diese Weizenmenge den Bedarf von gut vier Monaten bzw. 128 Tagen.

Wieder Anstieg der Bestände an Futtergetreide

Auf dem Weltmarkt für Grobgetreide (alle Getreidearten außer Weizen und Reis) ist dagegen in 2021/22 mit einem Bestandsaufbau zu rechnen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) steht der auf 1.499 Millionen Tonnen angewachsenen Futtergetreideerzeugung voraussichtlich ein Verbrauch von 1.491 Millionen Tonnen gegenüber. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22 werden Grobgetreidebestände von weltweit 330 Millionen Tonnen erwartet. Das wären im Jahresvergleich gut 8 Millionen Tonnen mehr. Damit folgt nach Jahren des Rückgangs der Bestände wieder eine etwas bessere globale Versorgungssituation bei Grobgetreide.

Überdurchschnittliche EU-Getreideernte

Die EU-Getreideernte 2021 der EU-27 beträgt nach der November-Schätzung der Europäischen Kommission 292 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis 8 Millionen Tonnen oder 3 Prozent mehr. Die 2021er Getreideernte liegt damit auch deutlich über dem Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre. Ursache für den Anstieg der Erntemenge 2021 sind höhere Hektarerträge (+ 3 Prozent). Die Anbaufläche dagegen blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Bei wenig verändertem Verbrauch und einem angenommenen Anstieg der Exporte um rund 5 Prozent dürften die EU-Getreidebestände nach Schätzung der EU-Kommission bis Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22 mit 44 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr um etwa 5 Millionen Tonnen höher ausfallen.

Unterdurchschnittliche deutsche Getreideernte

Die deutsche Getreideernte 2021 wird auf 42,2 Millionen Tonnen geschätzt. Damit bleibt die Ernte um gut 1 Million Tonnen oder 2,5 Prozent unter Vorjahr und um fast 5 Prozent hinter dem Mittel der Jahre 2015 bis 2020 (44,2 Mio. Tonnen). Bei nahezu unveränderter Anbaufläche waren niedrigere Hektarerträge dafür ausschlaggebend.

Deutsche Getreideausfuhren in 2020/21 weiter angestiegen

11,1 Millionen Tonnen Getreide exportierte Deutschland im Wirtschaftsjahr 2020/21. Das waren 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Auslandsgetreide um 6 Prozent auf 9,9 Millionen Tonnen. Das Außenhandelsjahr 2020/21 war geprägt von rückläufigen Weizenexporten und gestiegenen Gersten-, Roggen- und Maisexporten.

Ansteigende Weltmarktpreise für Getreide

Der FAO-Getreidepreisindex legte nach zuletzt für Oktober 2021 vorliegenden Angaben weiter zu. Der Grund dafür waren vor allem gestiegene Weizenpreise. Verwiesen wird auf das knappe Weizenangebot wegen rückläufiger Ernten in den wichtigen Exportländern wie Kanada, Russland und den USA. Eingeschränkter Export aufgrund von Rohstoffknappheit oder logistische Engpässe bei gleichzeitig starker weltweiter Nachfrage treiben die internationalen Getreidepreise in die Höhe. Der FAO-Getreidepreisindex lag im Oktober 2021 um 3,2 Prozent höher als im Vormonat. Der entsprechende Vorjahreswert wurde um 22,2 Prozent übertroffen. Der FAO-Getreidepreisindex wird gebildet auf Basis der Exportpreise für Weizen, Mais und Reis an den wichtigsten globalen Handelsplätzen.

Mittelfristig mit weiteren moderaten Preissteigerungen zu rechnen

FAO und OECD rechnen für den Zeitraum bis 2030 mit nominal moderat steigenden Getreidepreisen. So wird zum Beispiel bei Weizen eine Preissteigerung von 234 US-Dollar je Tonne in 2021 auf 254 US-Dollar je Tonne 2030 prognostiziert. Real und damit unter Berücksichtigung der Inflation wird allerdings ein Rückgang vorhergesagt. Annahmen dabei sind ein verhaltenes weiteres Bevölkerungswachstum, begrenzte Anbauflächen, verringerte Produktivitätsfortschritte und damit eher gedämpfte Erwartungen an die Erntemenge. Es werden weiterhin große Preisausschläge (Volatilitäten) erwartet. Da sich makroökonomische Rahmenbedingungen wie die Entwicklung des Ölpreises ändern und globale Extremwetterereignisse und Handelskonflikte kaum abschätzbar sind, stellen die Agrarmarkt-Projektionen von FAO und OECD eher eine grobe Richtschnur dar.

Getreidepreise in 2022 weiter steigend?

Im Wirtschaftsjahr 2020/21 erlösten die deutschen Landwirte für ihr Getreide deutlich mehr als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Die um knapp 3 Prozent geringere Ernte wurde durch höhere Erzeugerpreise weit mehr als kompensiert. So lagen die Erzeugerpreise für Brotweizen mit 189 Euro je Tonne im Durchschnitt des Wirtschaftsjahres 2020/21 um 15 Prozent über dem Vorjahresstand. Bei Futtergerste betrug das Plus mit 171 Euro je Tonne sogar 16 Prozent. Reduzierte Ernteprognosen in wichtigen Erzeugungsregionen der Welt sowie eine verstärkte globale Nachfrage nach Getreide lassen für das laufende Wirtschaftsjahr 2021/22 weiter anziehende Erzeugerpreise erwarten. Anfang November 2021 lag das Preisniveau für Brotweizen mit 25,89 Euro je Dezitonne um rund 23 Prozent über dem Stand von August 2021 und um rund 44 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Die Erzeugerpreise für Futtergerste lagen mit 22,77 Euro je Dezitonne um 23 Prozent über dem Stand von August 2021 und sogar um 46 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Orientierung für den deutschen und europäischen Getreidemarkt geben vor allem die Preise an der Euronext-Börse in Paris. Diese zeigten Anfang November 2021 auf den vorderen Terminen bis März 2022 weiter feste Getreidepreise. Die rege Nachfrage am Weltmarkt und die nicht in allen Regionen üppige Angebotslage stützen die Erwartungen an weiterhin feste Getreidepreise.

Die Getreidepreise haben kaum Auswirkungen auf den Brotpreis

Während die Entwicklung der Erzeugerpreise für Brotweizen im Zeitverlauf durch ein starkes Auf und Ab gekennzeichnet ist, sind die Verbraucherpreise für Brot und Gebäck relativ stabil geblieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Rohstoffanteil an den Verbraucherpreisen für Brot und Backwaren nur bei etwa drei bis sechs Prozent liegt. Wie Berechnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zeigen, bleiben die Verbraucherpreise für Brot von der Entwicklung der Erzeugerpreise für Weizen unbeeindruckt. Größeres Gewicht haben dagegen steigende Preise für Energie und Transport sowie Lohnsteigerungen.

Globale Ölsaatenerzeugung steigt weiter deutlich an

Die weltweite Produktion der sieben wichtigsten Ölsaaten dürfte im Wirtschaftsjahr 2021/22 mit geschätzten 628 Millionen Tonnen weiter deutlich ansteigen. Gegenüber dem Vorjahr wären das rund 26 Millionen Tonnen oder gut 4 Prozent mehr. Die mit Abstand wichtigste Ölsaat bleibt 2021/22 die Sojabohne mit 384 Millionen Tonnen, gefolgt von Raps mit fast 68 Millionen Tonnen, Sonnenblumen mit 56 Millionen Tonnen, Erdnüssen mit 51 Millionen Tonnen und Baumwollsaat mit 44 Millionen Tonnen.

Brasilien, USA und Argentinien dominieren den Sojaanbau

Sojabohnen werden hauptsächlich in Form von Schrot zu Tierfutter verarbeitet. Sie zeichnen sich durch einen hohen Eiweißgehalt aus, der mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist wie beim Raps. Zudem enthalten Sojabohnen rund 20 Prozent Öl. Der weltgrößte Erzeuger von Sojabohnen in 2021/22 ist Brasilien mit geschätzten 144,0 Millionen Tonnen, gefolgt von den USA mit 120,4 Millionen Tonnen und Argentinien mit 49,5 Millionen Tonnen. Hauptimporteur von Sojabohnen ist China mit 100,0 Millionen Tonnen, mit weitem Abstand gefolgt von der EU mit 14,7 Millionen Tonnen (EU-Kommission) bis 15,0 Millionen Tonnen (USDA). Die für das Wirtschaftsjahr 2021/22 geschätzte Welt-Sojabohnenernte liegt bei 384,0 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr rund 18 Millionen Tonnen oder 5 Prozent mehr. Maßgebend für diese Entwicklung sind deutlich höhere Erntemengen in den USA, Brasilien und Argentinien.

China wieder großer Sojabohnen- Importeur mit 100 Millionen Tonnen

Chinas Sojabohnenimporte und der Verbrauch von Sojaschrot im Land waren auf Grund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) deutlich zurückgegangen. Seit dem Wirtschaftsjahr 2019/20 steigen die Importe wieder kräftig an und dürften im Wirtschaftsjahr 2021/22 wie im Vorjahr voraussichtlich wieder 100 Millionen Tonnen erreichen. Die Ölsaatenerzeugung Chinas dagegen bleibt trotz staatlicher Anbauanreize mit geschätzten rund 65 Millionen Tonnen, darunter 19 Millionen Tonnen Sojabohnen, wenig verändert.

Palm- und Sojaöl beherrschen den Pflanzenölmarkt

Der weltweite Pflanzenölmarkt wird vom Palmöl dominiert. Im Wirtschaftsjahr 2021/22 macht die Palmölerzeugung mit etwa 76,5 Millionen Tonnen 36 Prozent der globalen Pflanzenölerzeugung von insgesamt 214,8 Millionen Tonnen aus. Die Palmfrucht liefert im Schnitt einen Pflanzenölertrag von 3,3 Tonnen je Hektar im Plantagenanbau. Bei Raps sind es 1,4 Tonnen je Hektar und bei Sonnenblumen entsprechend 1,1 Tonnen. Die größten Palmölproduzenten der Welt sind Indonesien und Malaysia mit zusammen 84 Prozent Marktanteil. Sojaöl nimmt mit einer Weltproduktion von 61,7 Millionen Tonnen und einem Anteil von knapp 29 Prozent an der Gesamtproduktion den zweiten Platz bei den pflanzlichen Ölen ein. Es folgen Raps- und Sonnenblumenöl mit 27,4 Millionen Tonnen (13 Prozent) und 21,8 Millionen Tonnen (10 Prozent).

Raps füllt Teller, Trog und Tank

In 2021 wurden in Deutschland 3,5 Millionen Tonnen Raps geerntet. Rein rechnerisch entstehen daraus in deutschen Ölmühlen etwa 1,4 Millionen Tonnen Rapsöl und rund 2,1 Millionen Tonnen Rapskuchen und -extraktionsschrote. Jährlich gehen etwa 400.000 Tonnen des Öls in die menschliche Ernährung. Rapsspeiseöl ist seit Jahren das meistverwendete Pflanzenöl in den Haushalten. Mit den übrigen 1,0 Millionen Tonnen Rapsöl bzw. Rapsölmethylester (Biodiesel) können ca. 1,1 Millionen Pkw ein Jahr lang betrieben werden. Das bei dieser Biodieselmenge in der Verarbeitungskette anfallende Rapsschrot ersetzt gleichzeitig den Import von 1,3 Millionen Tonnen Import-Sojaschrot aus Übersee. Das entspricht etwa 0,5 Millionen Hektar Sojaanbaufläche, die nicht „importiert“ werden. Rapsschrot ist gentechnikfrei und bedarf auch keines Nachweises der Erzeugung aus „entwaldungsfreiem“ Anbau.

Quelle: UFOP

Pflanzenölmarkt mit dynamischer Entwicklung

Die Erzeugung der weltweit neun wichtigsten pflanzlichen Öle (aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumen, Baumwoll- und Erdnusssaat sowie aus Palm und Palmkernen, Kokos und Oliven) dürfte im Wirtschaftsjahr 2021/22 auf 214,8 Millionen Tonnen steigen. Dies sind 8,2 Millionen Tonnen oder 4,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für das Mengenplus ist vor allem eine größere Palmöl-, Sojaöl- und Sonnenblumenölerzeugung. Mit plus 5,8 Millionen Tonnen weniger stark wachsen dürfte die globale Nachfrage. Angebot und Nachfrage zeigen bereits seit Jahren eine starke dynamische Entwicklung. Pflanzenöl wird zu einem hohen Anteil im Nahrungsmittelbereich eingesetzt. Etwa ein Fünftel geht in die oleo-chemische Industrie oder wird zur Herstellung von Biodiesel verwendet.

Größere EU-Rapsernte

Die Rapsanbaufläche in der EU-27 fällt in 2021 mit rund 5,3 Millionen Hektar gegenüber dem Vorjahr etwas höher aus.

Sie bleibt damit weiter erheblich hinter den Anbauarealen vorangegangener Jahre zurück. Ein Grund dafür sind die eingeschränkten Bekämpfungsmöglichkeiten für Rapsschädlinge durch das EU-weite Neonicotinoid-Verbot. Die EU-Rapserzeugung in 2021 wird von der Europäischen Kommission auf 17,0 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 0,8 Millionen Tonnen mehr (+ 5 Prozent). Die EU-Ölsaatenerzeugung insgesamt brachte 2021 eine Erntemenge von 30,4 Millionen Tonnen (+ 10 Prozent). In der EU-Ölsaatenerzeugung spielen neben dem Raps die Sonnenblumen mit 10,6 Millionen Tonnen (+ 20 Prozent) und die Sojabohnen mit 2,8 Millionen Tonnen (+ 8 Prozent) eine bedeutende Rolle.

Rapsernte in Deutschland gegenüber Vorjahr kaum verändert

Nach Ergebnissen der amtlichen Statistik sind in Deutschland 2021 rund 3,5 Millionen Tonnen Winterraps geerntet worden. Das ist gegenüber dem Vorjahresergebnis nur geringfügig weniger (- 0,3 Prozent). Einer Ausdehnung des Anbaus um fast 5 Prozent standen entsprechend niedrigere Hektarerträge gegenüber. Schätzungen gehen davon aus, dass die Rapsanbaufläche zur Ernte 2022 deutlich über eine Million Hektar liegen wird. In Deutschland wird zwar immer mehr Soja angebaut. 2021 betrug die Anbaufläche 34.000 Hektar. Jedoch importiert Deutschland rund 37mal so viel Soja wie es selbst erzeugt.

Bei Ölsaaten und -schroten weiter hohe Nettoimporte

An Ölsaaten und -schroten führte Deutschland im Wirtschaftsjahr 2020/21 rund 12,7 Millionen Tonnen ein und rund 4,1 Millionen Tonnen aus. Importiert wurden vor allem Raps (6,0 Mio. t), Sojabohnen (3,8 Mio. t) und Sojaschrot (2,2 Mio. t). In beachtlichen Mengen exportiert wurden Rapsschrot (2,2 Mio. t) und Sojaschrot (1,9 Mio. t).

Lebhafte Nachfrage auf den globalen Märkten für pflanzliche Öle

Der FAO-Preisindex für pflanzliche Öle hat seit Mitte 2020 dank lebhafter weltweiter Nachfrage sowie anhaltender Angebotsknappheit kräftig angezogen. Auch im Herbst 2021 haben die Notierungen für Palm-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl weiter zugelegt. Im Oktober 2021 ist der FAO-Preisindex für pflanzliche Öle gegenüber dem Vormonat um fast 10 Prozent angestiegen. Im Vergleich zum Oktober 2020 ist das eine Preissteigerung um 74 Prozent.

Weiter hohe Rapspreise in Aussicht

Die Erzeugerpreise für Raps in Deutschland bewegten sich Anfang November 2021 bei 666 Euro je Tonne. Das sind gegenüber August 2021 27 Prozent und im Jahresvergleich sogar 80 Prozent mehr. Im internationalen Handel orientiert sich die Preisfindung in erster Linie an den Sojakursen. Der europäische und deutsche Markt für Rapssaaten richtet sich an den Notierungen der Euronext Paris aus. Nach Stand Anfang November 2021 ist auf Basis der Börsennotierungen der Euronext Paris für das erste Halbjahr 2022 weiterhin mit hohen, möglicherweise sogar mit weiter steigenden Rapserzeugerpreisen zu rechnen.

Mehr Hülsenfrüchte geerntet

Die EU-Hülsenfruchtanbaufläche für proteinreiche Futterpflanzen wie Futtererbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen (ohne Sojabohnen) ist 2021 mit 1,493 Millionen Hektar gegenüber Vorjahr weiter angestiegen (+ 3 Prozent). Das Ernteergebnis wird von der Europäischen Kommission auf 4,86 Millionen Tonnen geschätzt, gegenüber Vorjahr plus 12 Prozent. In Deutschland ist der Anbau von Erbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen (ohne Sojabohnen) mit zusammen 185.000 Hektar gegenüber 2020 um 21.000 Hektar ausgeweitet worden. Innerhalb der Gruppe der Hülsenfrüchte hat vor allem der Anbau von Futtererbsen und Süßlupinen zugenommen.

Globale Zuckerbestände etwas kleiner

Die Weltzuckererzeugung wird vom USDA für das Wirtschaftsjahr 2021/22 auf 181,1 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis rund 1 Million Tonnen oder 0,5 Prozent mehr. Wie im Vorjahr übertrifft die Erzeugung den Verbrauch. Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22 dürften die Weltzuckerbestände jedoch mit rund 46 Millionen Tonnen um etwa 3 Millionen Tonnen niedriger ausfallen als im Vorjahr. Der Anteil des Rübenzuckers an der weltweiten Erzeugung liegt bei rund einem Fünftel.

Weitere Festigung der Zuckerpreise

Die Entwicklung der globalen Zuckerkurse bestimmt auch die Zuckernotierungen in der EU. Der FAO-Zuckerpreisindex lag im Oktober 2021 um fast 2 Prozent unter dem Vormonatswert. Das ist der erste Rückgang nach einem sechsmonatigem Anstieg. Auslöser dafür war eine zurückhaltende Nachfrage am Weltmarkt und Aussichten auf ein umfangreiches Exportangebot aus Indien und Thailand. Im Vergleich zu Oktober 2020 aber sind die Zuckerpreise um fast 41 Prozent gestiegen. Die gute globale Nachfragesituation dürfte zu einer weiteren Festigung der globalen Zuckerpreise führen.

Zucker mit ausgedehnten Importkontingenten

Zum 1. Oktober 2017 ist die EU-Zuckermarktordnung ausgelaufen. Aussaat und Anbau erfolgen seitdem auch in der EU unter den Bedingungen des internationalen Wettbewerbs, ohne Quoten und ohne Mindestpreise. In der Konsequenz kann jeder so viel Zucker produzieren und erstmals auch exportieren, wie er will. Der Import wurde gelockert. So wurde die Einfuhrquote für Drittländer in die EU seit 2014 durch bilaterale Handelsabkommen auf mehr als 700.000 Tonnen fast verdreifacht. Zugleich ist der Import zu einem ermäßigten Zollsatz unter der sogenannten CXL-Quote auf annähernd 800.000 Tonnen gestiegen.

Anstieg der EU-Zuckererzeugung

Der EU-Zuckerrübenanbau ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 1,503 Millionen Hektar ausgedehnt worden. Die EU-Zuckererzeugung wird im Wirtschaftsjahr 2021/21 von der Europäischen Kommission auf 15,7 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1,2 Millionen Tonnen oder gut 8 Prozent mehr. Die Europäische Union ist der weltweit größte Produzent von Rübenzucker und Hauptimporteur von Rohrzucker für die Raffination. In der EU werden ungefähr 50 Prozent der Welt-Rübenzuckerproduktion erzeugt.

Auch deutsche Zuckererzeugung steigt deutlich an

Die deutsche Zuckererzeugung aus Rüben fällt in der Zuckerrübenkampagne 2021/22 nach vorläufigen Ergebnissen der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) mit 4,5 Millionen Tonnen um 9 Prozent höher aus als in der Kampagne 2020/21. Neben einem leichten Anstieg der Anbaufläche um etwa 1 Prozent auf 354.200 Hektar sind vor allem höhere Zuckererträge der Grund für den deutlichen Produktionsanstieg. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2021 auf 393.400 Hektar Zuckerrüben angebaut, von denen 354.200 Hektar der Zuckererzeugung dienen.

Weniger Kartoffeln – höhere Preise

Nach dem vorläufigen Ergebnis der amtlichen Statistik liegt die deutsche Kartoffelernte des Jahres 2021 bei 10,6 Millionen Tonnen. Das sind rund 1,1 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Ursache dafür sind ein Flächenrückgang um gut 5 Prozent auf 259.000 Hektar und um gut 4 Prozent niedrigere Hektarerträge. Ein Grund für die geringeren Hektarerträge sind die Witterungsbedingungen, die infolge des außergewöhnlich kalten Frühjahrs zu sich nur zögerlich entwickelnden Kartoffelbeständen führte. Das in weiten Teilen Deutschlands sehr wechselhafte und nasse Sommerwetter führte zu vermehrten Pilzinfektionen und wirkte sich negativ auf Ertrag und Qualität aus.

Beinahe überall in der EU wurden im Jahr 2021 die Kartoffelanbauflächen von den Landwirten gegenüber dem Vorjahr reduziert. Zusammen mit niedrigen Hektarerträgen fällt die EU-Kartoffelernte 2021 mit vorläufigen 51,3 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr deutlich kleiner aus (- 6 Prozent). Die im Wirtschaftsjahr 2020/21 auf einen Tiefpunkt angelangten Kartoffelpreise dürften sich im laufenden Wirtschaftsjahr wieder deutlich erholen, damit aber das Niveau des Vorvorjahres noch nicht wieder erreichen.

Vermarktungsspanne ist größer geworden

Der Zusammenhang zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist bei Speisekartoffeln relativ eng. Sinkende bzw. steigende Erzeugerpreise gehen mit sinkenden bzw. steigenden Verbraucherpreisen einher, allerdings nicht in gleichem Ausmaß.

Kleinere Obsternte

Nach zwei schwächeren Jahren wird die Apfelernte in der EU für die Saison 2021 wieder auf mehr als 11 Millionen Tonnen  geschätzt. In fast allen EU-Anbaugebieten werden für 2021 höhere Erntemengen an Äpfeln festgestellt. Die deutsche Apfelernte 2021 wird auf 1,08 Millionen Tonnen geschätzt (+ 6 Prozent). Sie wäre höher ausgefallen, wenn nicht Frühjahrsfröste in der Blütezeit den Fruchtbehang in vielen Regionen reduzierte.

Durch die Spätfröste im Frühjahr fällt die EU-Birnenernte auf 1,6 Millionen Tonnen und damit auf das niedrigste Niveau der zurückliegenden 30 Jahre. Die EU-Birnenernte des Vorjahres lag noch bei 2,2 Millionen Tonnen. Für Deutschland wird die Birnenernte auf 38.700 Tonnen geschätzt. Die Haupterzeugerländer in der EU sind die Niederlande, Spanien, Belgien und Italien mit jeweils mehreren 100.000 Tonnen Erzeugungsmenge.

Die meisten Obstarten mit niedrigeren Ernten

Die Obsternte in Deutschland liegt 2021 nach Schätzungen der AMI mit rund 1,22 Millionen Tonnen um 8 Prozent hinter dem Vorjahresstand zurück. Die Erntemengen der meisten Obstarten konnten auf Grund von ungünstigen Witterungsbedingungen und Spätfrösten den Vorjahresstand nicht halten, so bei Äpfeln, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen/Zwetschen und auch den meisten Strauchbeerenarten. Ein Ernteplus gab es nur bei Mirabellen und Renekloden.

Die Apfelpreise lagen in der auslaufenden Saison 2020/21 meist deutlich über Vorjahresniveau, schwächten sich im Sommer angesichts noch vergleichsweise hoher Lagerbestände aber ab. Die Saison 2021/22 startete mit Preisen, die zwischen den beiden Vorjahren lagen. Bei Erdbeeren in geschütztem Anbau und für die Freilandernte in frühen Gebieten erzielten die Erzeuger noch relativ hohe Preise, aber nicht mehr für Erdbeeren aus späteren Lagen. Besonders niedrige Erzeugerpreise haben die Erzeuger von Heidelbeeren hinnehmen müssen. Neben einer wieder gestiegenen Ernte waren hierfür die in den letzten Jahren rasant gestiegenen Importe maßgebend.

Anbau von Freilandgemüse deutlich ausgedehnt

Nachdem die Anbaufläche von Gemüse und Erdbeeren im Freiland in 2020 deutlich eingeschränkt worden war, geht die Entwicklung in 2021 in die andere Richtung. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in 2021 auf einer Fläche von 141.000 Hektar Gemüse und Erdbeeren im Freiland angebaut worden. Gegenüber den Anbauzahlen für 2020 ist das ein Plus von knapp 7 Prozent. Durch diesen Anstieg ist die Fläche sogar 1 Prozent größer als 2019. Das war das Jahr mit der bislang größten Anbaufläche. Zu den flächenmäßig wichtigsten Kulturen gehören Spargel, Möhren und Zwiebeln. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nach wie vor die Bundesländer mit der größten Freilandgemüsefläche. In Gewächshäusern wird in Deutschland auf rund 1.264 Hektar Gemüse (2020) angebaut; 2021 dürfte die Fläche in etwa gleichgeblieben sein. Die wichtigste Gewächshauskultur ist die Tomate, gefolgt von Gurke und Feldsalat.

Gemüseernte 2021 deutlich über Vorjahresstand

Die deutsche Freiland-Gemüseernte liegt nach Schätzungen der AMI 2021 bei 3,74 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorjahresernte von 3,69 Millionen Tonnen sind das gut 1 Prozent mehr. Das Plus ist im Wesentlichen Flächen bedingt, bei einigen Satzweise angebauten Kulturen allerdings haben die Starkregenfälle im Juli zu Mindererträgen geführt.

Bei weitgehend stabiler Ertragsfläche und etwas niedrigeren Erträgen ergibt sich für die deutschlandweite Erntemenge an Spargel ein Minus von knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 115.700 Tonnen Spargel geerntet. Das war die kleinste Erntemenge der vergangenen 6 Jahre. Zuletzt wurde 2015 weniger Spargel geerntet. Spargel ist die flächenstärkste Gemüsekultur, gefolgt von Speisezwiebeln und Möhren mit 14.000 bzw. 13.800 Hektar.

Die Preise für Freilandgemüse waren zu Beginn der Saison 2021 aufgrund des verzögerten Saisoneinstiegs höher, danach aber eher niedriger als im Vorjahr. Für einige Kulturen brachten die Ausfälle nach den Starkregenfällen im Juli einen deutlichen Preisanstieg, der dann zum Saisonende aber wieder verschwand. Vor allem Blattsalate wurden teurer, Blumenkohl und Kohlrabi aber nicht. Die von der Erntemenge her bedeutendsten Kulturen wie Möhren oder Weißkohl erzielten 2021 niedrigere Preise als im Vorjahr. Bei Zwiebeln waren die Preise bis einschließlich Oktober noch höher als 2020, ein Preisanstieg im November – wie im Vorjahr – ist aber angesichts einer hohen Ernte in Europa nicht abzusehen.

Deutschland unter den TOP 10-Weinländern

In der Europäischen Union zeichnet sich für 2021 eine deutlich rückläufige Produktion von Wein und Most ab. Mit geschätzten 147,7 Millionen Hektolitern wird der Vorjahresstand um 22,9 Millionen Hektoliter oder 13 Prozent unterschritten. Als Auslöser für die negative Entwicklung werden die ungünstige Witterung im Frühjahr und Sommer in wichtigen Erzeugerländern angeführt, die von Frost bis hin zu Überschwemmungen geprägt geprägt war und auch zu Rebkrankheiten führte. Auch in 2021 führen Italien (44,6 Mio. Hektoliter), Spanien (39,0 Mio. Hektoliter) und Frankreich (33,3 Mio. Hektoliter) die Rangliste der weltweit wichtigsten Weinerzeugerländer an. Auf Italien, Spanien und Frankreich entfallen fast 80 Prozent der gesamten EU-Weinerzeugung. Auf Platz 4 der Weltrangliste folgen die USA mit 24,1 Millionen Hektolitern. Deutschland liegt 2021 mit 8,7 Millionen Hektolitern auf Platz 9 der Weltrangliste.

Traubenernte 2021: Etwas größere Menge, gute Qualitäten

Die deutsche Weinmosternte 2021 wird vom Deutschen Weininstitut (DWI) auf 8,73 Millionen Hektoliter geschätzt. Das sind gegenüber der Lese 2020 zwar fast drei Prozent mehr, aber 2 Prozent weniger als der langjährige Durchschnitt (2011-2020). Die Ertragssituation gestaltete sich 2021 regional sehr unterschiedlich. Je nach Witterungsbedingungen und dem Erfolg der Pflanzenschutzmaßnahmen reichen die Erntemengen innerhalb eines Anbaugebietes von „extrem gering“ bis hin zu „außerordentlich gut“. Auch unter den Anbaugebieten sind die Ertragsdifferenzen relativ hoch. Die Qualität des neuen Jahrgangs wird insgesamt als gut bis sehr gut beurteilt.

Wein und Weinbau in Deutschland

Deutschland beheimatet die nördlichsten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. Die gesamte bestockte Rebfläche lag 2021 bei 103.200 Hektar. Rund zwei Drittel davon befinden sich in Rheinland-Pfalz. Die meisten der etwa 15.200 Winzer – 6.500 davon im Nebenerwerb – sind in 148 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen. Die USA sind unverändert das wichtigste Exportland für deutschen Wein.

Gute Hopfenernte mit hoher Qualität

In Deutschland werden auf rund 20.600 Hektar Hopfen angebaut. Etwa 83 Prozent davon liegen in Bayern (Hallertau). Etwa ein Drittel der weltweiten Hopfenanbaufläche von über 62.400 Hektar entfällt auf Deutschland. Die Erzeugnisse der fast 1.100 Hopfenbetriebe in Deutschland werden in über 150 Länder exportiert. Die für 2021 geschätzte Hopfenernte fällt mit 47.800 Tonnen etwas höher aus als im Vorjahr (plus 2 Prozent). Da ein sehr hoher Anteil der deutschen Hopfenfläche langjährigen Verträgen unterliegt, gilt der Verkauf des Hopfens vieler deutschen Pflanzer als gesichert.