6.1 Pflanzliche Erzeugung
Situationsbericht 2020/21

6.1 Pflanzliche Erzeugung

Globale Versorgungslage bei Getreide etwas verbessert

Mit 2,721 Milliarden Tonnen übertrifft die globale Getreideernte einschließlich Reis in 2020 das Vorjahresergebnis um knapp 49 Millionen Tonnen (+ 1,8 Prozent). Der internationale Getreidehandel nimmt gegenüber dem Vorjahr um 10 Millionen Tonnen zu, wobei hauptsächlich Grobgetreide, und hier insbesondere Mais, umfangreicher gehandelt wird. Der Verbrauch steigt nach Einschätzungen des USDA um 40 Millionen Tonnen an (+ 1,5 Prozent). Bis Ende des Wirtschaftsjahres 2020/21 dürften die Weltgetreidebestände um 11 Millionen Tonnen (+ 1,4 Prozent) auf insgesamt 822 Millionen Tonnen zunehmen, so dass die globale Versorgungslage gegenüber Vorjahr weiter reichlich ausfällt.

EU rutscht als Weizenexporteur auf Platz 3

Auch wenn nicht so stark wie in den Vorjahren, die USA dominieren weiterhin den globalen Handel mit Getreide. Bei Futtergetreide (Grobgetreide) stehen die USA mit knapp 73 Millionen Tonnen Exporten unangefochten auf Platz 1, weit vor Brasilien und Argentinien mit 39 und 37 Millionen Tonnen. Damit beträgt der Anteil der USA am Welthandel mit Futtergetreide knapp ein Drittel. Am Weltweizenmarkt stehen die USA auf Platz 2 der weltweit größten Exporteure und können im Wirtschaftsjahr 2020/21 voraussichtlich etwa 27 Millionen Tonnen in andere Länder vermarkten. Damit haben die USA die EU vom zweiten Platz verdrängt. Deren geringe Ernte dürfte nur für ein Exportpotenzial vom 26 Millionen Tonnen reichen. Auf Platz 1 der Weltweizenexporteure steht 2020/21 erneut Russland mit knapp 40 Millionen Tonnen. Australien hat nach 4 Jahren der Dürren wieder so viel Weizen geerntet, dass 18 Millionen Tonnen exportiert werden dürften.

Weltweite Weizenvorräte können den Bedarf von gut fünf Monaten abdecken

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt die weltweite Weizenernte 2020/21 auf 772 Millionen Tonnen – das sind gut 7 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Damit steigt die Erzeugung stärker als der Verbrauch, der für das Wirtschaftsjahr 2020/21 auf 753 Millionen Tonnen prognostiziert wird. Entsprechend werden die weltweiten Lagervorräte bei Weizen bis zum Ende des Wirtschaftsjahres 2020/21 auf 320 Millionen Tonnen ansteigen. Rein rechnerisch deckt diese Weizenmenge den Bedarf von gut fünf Monaten bzw. 155 Tagen.

Starker Rückgang der Bestände an Futtergetreide

Auf dem Weltmarkt für Futtergetreide (Grobgetreide) ist in 2020/21 mit einem weiteren Bestandsabbau zu rechnen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) steht der Erzeugung von 1.448 Millionen Tonnen Futtergetreide voraussichtlich ein Verbrauch von 1.458 Millionen Tonnen gegenüber. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres 2020/21 werden Futtergetreidebestände von weltweit 321 Millionen Tonnen erwartet. Das wären im Jahresvergleich 10 Millionen Tonnen weniger und der niedrigste Stand seit 6 Jahren.

Unterdurchschnittliche EU-Getreideernte

Die Getreideernte 2020 der EU-27 beträgt nach Einschätzung der Europäischen Kommission 274 Millionen Tonnen. Das sind zwar gegenüber dem niedrigen Vorjahresergebnis 23 Millionen Tonnen oder 8 Prozent weniger. Ursache für den Rückgang der Erntemenge sind vor allem niedrigere Hektarerträge (- 6 Prozent), aber auch eine etwas verkleinerte Anbaufläche (- 2 Prozent). Bei wenig verändertem Verbrauch und einem angenommenen Rückgang der Exporte um fast ein Drittel dürften die EU-Getreidebestände nach Schätzung der EU-Kommission bis Ende des Wirtschaftsjahres 2020/21 mit 45 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert bleiben.

Mäßige deutsche Getreideernte

Die deutsche Getreideernte 2020 wird auf 43,2 Millionen Tonnen geschätzt und verfehlt damit den langjährigen Durchschnitt 2014-2019 um gut 5 Prozent. Gegenüber der mäßigen Vorjahresernte sind das 1,1 Millionen Tonnen oder 2,5 Prozent weniger. Ausschlaggebend dafür war ein starker Anbaurückgang auf Grund ungünstiger Aussaatbedingungen im Herbst 2019. Dieser betrug fast 300.000 Hektar oder 5 Prozent der bisherigen Getreidefläche. Der mittlere Getreideertrag erreichte 2020 71,1 Dezitonnen je Hektar. Das sind gegenüber dem Vorjahr zwar 2,3 Prozent mehr, der mehrjährige Durchschnitt von 72,0 Dezitonnen aber wurde damit nicht erreicht.

Deutsche Getreideausfuhren in 2019/20 stark angestiegen

10,7 Millionen Tonnen Getreide exportierte Deutschland im Wirtschaftsjahr 2019/20. Das waren fast 55 Prozent mehr als im schwachen Vorjahr. Gleichzeitig sank der Bedarf an Auslandsgetreide. Das Außenhandelsjahr 2019/20 war geprägt von lebhaftem Weizen- und Gerstenexport und weniger Maisimporten. Die Einfuhren an Getreide insgesamt gingen um 10 Prozent zurück, die Ausfuhren erhöhten sich um 55 Prozent, so dass Deutschland 2019/20 wieder zu einem Nettoexportland wurde. Rund 40 Prozent des deutschen Weichweizens wurden ins EU-Ausland vermarktet, wobei von der Spitzenmenge von gut 1 Million Tonnen Richtung Niederlande ebenfalls ein Großteil in Drittländer weiterverschifft wurde. 30 Prozent gingen nach Afrika und 20 Prozent nach Asien. An die vergleichsweise großen Ausfuhrmengen des Wirtschaftsjahres 2019/20 wird das Volumen von 2020/21 aufgrund der knapperen Inlandsversorgung nach AMI-Einschätzung wohl nicht 
heranreichen, aber die Ausfuhrzahlen im Herbst 2020 belegen erneutes Interesse an deutschem Getreide am Weltmarkt.

Ansteigende Weltmarktpreise für Getreide

Der FAO-Getreidepreisindex lag im Oktober 2020 bei 112 Punkten, was einem Anstieg von gut 7 Prozent gegenüber dem Vormonat und von fast 17 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresniveau entspricht. Damit sind die Weltmarktpreise für Getreide im vierten Monat hintereinander angestiegen. Für die festen Weizenpreise sind die weltweit lebhafte Nachfrage und die trockenen Aussaatbedingungen in Teilen Europas, Nordamerikas und der Schwarzmeerregion sowie die relativ schlechten Anbaubedingungen in Argentinien maßgeblich. Die deutlich gestiegenen Maispreise sind auf das hohe Kauftempo Chinas, den unerwartet starken Abbau der Lagerbestände in den USA sowie den deutlichen Rückgang der Exportlieferungen in Brasilien und der Ukraine zurückzuführen. Die Preise für Futtergerste stiegen im Oktober ebenfalls an, unterstützt durch eine starke Nachfrage und die Auswirkungen der steigenden Mais- und Weizenpreise. Der FAO-Getreidepreisindex wird gebildet auf Basis der Exportpreise für Weizen, Mais und Reis an den wichtigsten globalen Handelsplätzen.

Mittelfristig mit weiteren moderaten Preissteigerungen zu rechnen

FAO und OECD rechnen für den Zeitraum bis 2029 mit nominal moderat steigenden Getreidepreisen. So wird zum Beispiel bei Weizen eine Preissteigerung von 214 US-Dollar je Tonne in 2019 auf 253 US-Dollar je Tonne 2029 prognostiziert. Real und damit unter Berücksichtigung der Inflation wird allerdings ein Rückgang vorhergesagt. Annahmen dabei sind ein verhaltenes weiteres Bevölkerungswachstum, begrenzte Anbauflächen, verringerte Produktivitätsfortschritte und damit eher gedämpfte Erwartungen an die Erntemenge. Es werden weiterhin große Preisausschläge (Volatilitäten) erwartet. Da sich makroökonomische Rahmenbedingungen wie die Entwicklung des Ölpreises ändern und globale Extremwetterereignisse und Handelskonflikte kaum abschätzbar sind, stellen die Agrarmarkt-Projektionen von FAO und OECD eher eine grobe Richtschnur dar.

Mit weiter festen Getreidepreisen in das Jahr 2021?

Im Wirtschaftsjahr 2019/20 erlösten die deutschen Landwirte für ihr Getreide deutlich weniger als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Zwar waren die Erntemengen gegenüber den Ernten aus dem Dürresommer 2018 größer ausgefallen, aber der Preisrückgang fiel deutlich höher aus. So lagen die Erzeugerpreise für Brotweizen mit 166 Euro je Tonne im Durchschnitt des Wirtschaftsjahres 2019/20 um 9 Prozent unter dem Vorjahresstand. Bei Brotroggen betrug das Minus bei 139 Euro je Tonne sogar 18 Prozent. 
Reduzierte Ernteprognosen in wichtigen Erzeugungsregionen der Welt sowie eine verstärkte globale Nachfrage nach Getreide lassen für das laufende Wirtschaftsjahr 2020/21 jedoch weiter anziehende Erzeugerpreise erwarten. Anfang November 2020 lag das Preisniveau für Brotweizen mit 17,95 Euro je Dezitonne um rund 12 Prozent über dem Stand von Mitte August 2020 und um rund 14 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Die Erzeugerpreise für Futtergerste lagen mit 15,64 Euro je Dezitonne um 10 Prozent über dem Stand von Mitte August 2020 und um 7 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Orientierung für den deutschen und europäischen Getreidemarkt geben vor allem die Preise an der Euronext-Börse in Paris. Diese zeigten Anfang November 2020 auf den vorderen Terminen bis März 2021 sich weiter festigende Getreidepreise. Die rege Nachfrage am Weltmarkt und die nicht in allen Regionen üppige Angebotslage stützen die Erwartungen an weiterhin steigende Getreidepreise. Für die erste Jahreshälfte 2021 sind nach Einschätzung der AMI Weizenpreise zu erwarten, die um etwa 4 Prozent das Preisniveau der zweiten Jahreshälfte 2020 übertreffen dürften.

Die Getreidepreise haben kaum Auswirkungen auf den Brotpreis

Während die Entwicklung der Erzeugerpreise für Brotweizen im Zeitverlauf durch ein starkes Auf und Ab gekennzeichnet ist, sind die Verbraucherpreise für Brot und Gebäck relativ stabil geblieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Rohstoffanteil an den Verbraucherpreisen für Brot und Backwaren nur bei etwa drei bis sechs Prozent liegt. Wie Berechnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zeigen, bleiben die Verbraucherpreise für Brot von der Entwicklung der Erzeugerpreise für Weizen unbeeindruckt.

Globale Ölsaatenerzeugung steigt deutlich an

Die weltweite Produktion der sieben wichtigsten Ölsaaten dürfte im Wirtschaftsjahr 2020/21 mit geschätzten 597,3 Millionen Tonnen deutlich ansteigen. Gegenüber dem Vorjahr wären das  21 Millionen Tonnen oder knapp 4 Prozent mehr. Die mit Abstand wichtigste Ölsaat bleibt 2020/21 die Sojabohne mit 362,6 Millionen Tonnen, gefolgt von Raps mit 69,2 Millionen Tonnen, Sonnenblumen mit 49,7 Millionen Tonnen, Erdnüssen mit 47,6 Millionen Tonnen und Baumwollsaat mit 42,6 Millionen Tonnen.

Brasilien, USA und Argentinien dominieren den Sojaanbau

Sojabohnen werden hauptsächlich in Form von Schrot zu Tierfutter verarbeitet. Sie zeichnen sich durch einen hohen Eiweißgehalt aus, der mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist wie beim Raps. Zudem enthalten Sojabohnen rund 20 Prozent Öl. Der weltgrößte Erzeuger von Sojabohnen in 2020/21 ist Brasilien mit geschätzten 133,0 Millionen Tonnen, gefolgt von den USA mit 113,5 Millionen Tonnen und Argentinien mit 51,0 Millionen Tonnen. Hauptimporteur von Sojabohnen ist China mit 100,0 Millionen Tonnen, mit weitem Abstand gefolgt von der EU mit 15,0 Millionen Tonnen (EU-Kommission) bis 15,4 Millionen Tonnen (USDA). Die für das Wirtschaftsjahr 2020/21 geschätzte Welt-Sojabohnenernte liegt bei 362,6 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr 25,9 Millionen Tonnen oder 7,7 Prozent mehr. Maßgebend für diese Entwicklung sind erheblich höhere Erntemengen in den USA, Brasilien und Argentinien.

China kauft deutlich mehr Sojabohnen zu

Chinas Sojabohnenimporte und der Verbrauch von Sojaschrot im Land waren auf Grund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) deutlich zurückgegangen. Seit dem Wirtschaftsjahr 2019/20 steigen die Importe wieder kräftig an und erreichen im Wirtschaftsjahr 2020/21 voraussichtlich 100 Millionen Tonnen. Die Ölsaatenerzeugung Chinas dagegen bleibt trotz staatlicher Anbauanreize mit geschätzten rund 62 Millionen Tonnen wenig verändert.

Palm- und Sojaöl beherrschen den Pflanzenölmarkt

Der weltweite Pflanzenölmarkt wird vom Palmöl dominiert. Im Wirtschaftsjahr 2020/21 macht die Palmölerzeugung mit etwa 75,2 Millionen Tonnen 36 Prozent der globalen Pflanzenölerzeugung von insgesamt 208,7 Millionen Tonnen aus. Die Palmfrucht liefert im Schnitt einen Pflanzenölertrag von 3,3 Tonnen je Hektar im Plantagenanbau. Bei Raps sind es 1,4 Tonnen je Hektar und bei Sonnenblumen entsprechend 1,1 Tonnen. Die größten Palmölproduzenten der Welt sind Indonesien und Malaysia mit zusammen 84 Prozent Marktanteil. Sojaöl nimmt mit einer Weltproduktion von 60,3 Millionen Tonnen und einem Anteil von knapp 29 Prozent an der Gesamtproduktion den zweiten Platz bei den pflanzlichen Ölen ein. Es folgen Raps- und Sonnenblumenöl mit 27,4 Millionen Tonnen (13 Prozent) und 19,4 Millionen Tonnen (9 Prozent).

Pflanzenölmarkt mit dynamischer Entwicklung

Die Erzeugung der weltweit neun wichtigsten pflanzlichen Öle (aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumen, Baumwoll- und Erdnusssaat sowie aus Palm und Palmkernen, Kokos und Oliven) dürfte im Wirtschaftsjahr 2020/21 auf 208,7 Millionen Tonnen steigen. Dies sind 2,2 Millionen Tonnen oder 1,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für das Mengenplus ist vor allem eine größere Sojaöl- und Palmölerzeugung. Etwas stärker dürfte die globale Nachfrage mit plus 5,2 Millionen Tonnen wachsen. Angebot und Nachfrage zeigen bereits seit Jahren eine starke dynamische Entwicklung. Pflanzenöl wird zu einem hohen Anteil im Nahrungsmittelbereich eingesetzt. Etwa ein Fünftel geht in die oleochemische Industrie oder wird zur Herstellung von Biodiesel verwendet.

Etwas größere EU-Rapsernte

Die Rapsanbaufläche in der EU-27 fällt mit 5,2 Millionen Hektar zwar wieder etwas größer aus als im Vorjahr, bleibt jedoch erheblich hinter den Anbauarealen vorangegangener Jahre zurück. Dabei dürften die eingeschränkten Bekämpfungsmöglichkeiten für Rapsschädlinge durch das EU-weite Neonicotinoid-Verbot und die in manchen Regionen vorherrschende Trockenheit Einfluss genommen haben. Die EU-Rapserzeugung in 2020 wird von der Europäischen Kommission auf 15,9 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 0,6 Millionen Tonnen mehr (+ 4 Prozent). Die EU-Ölsaatenerzeugung insgesamt brachte 2020 eine Erntemenge von 27,4 Millionen Tonnen (- 3 Prozent). In der EU-Ölsaatenerzeugung spielen neben dem Raps die Sonnenblumen mit 8,9 Millionen Tonnen (- 13 Prozent) und die Sojabohnen mit 2,6 Millionen Tonnen (- 7 Prozent) eine bedeutende Rolle.

Wieder deutlich größere Rapsernte in Deutschland

Nach Ergebnissen der amtlichen Statistik sind in Deutschland 2020 rund 3,5 Millionen Tonnen Winterraps geerntet worden. Das ist gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis fast ein Viertel mehr. Nahezu gleichermaßen haben dazu eine größere Anbaufläche (+ 12 Prozent) und höhere Hektarerträge (+ 11 Prozent) beigetragen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Rapsanbaufläche zur Ernte 2021 wieder bei über einer Million Hektar liegen wird. In Deutschland wird zwar immer mehr Soja angebaut. Die Anbaufläche hat sich zwischen 2016 und 2020 auf 33.000 Hektar in etwa verdoppelt. Jedoch importiert Deutschland rund 100-mal so viel Soja wie es selbst erzeugt.

Bei Ölsaaten und -schroten weiter hohe Nettoimporte

An Ölsaaten und -schroten führte Deutschland im Wirtschaftsjahr 2019/20 rund 13,8 Millionen Tonnen ein und rund 4,2 Millionen Tonnen aus. Importiert wurden vor allem Raps (5,4 Mio. t), Sojabohnen (3,7 Mio. t) und Sojaschrot (2,1   Mio. t). In beachtlichen Mengen exportiert wurden Sojaschrot (1,9 Mio. t) und Rapsschrot (1,8 Mio. t).

Enger werdende Versorgung auf den globalen Märkten für pflanzliche Öle

Der FAO-Preisindex für pflanzliche Öle lag im Oktober 2020 bei 106,4 Punkten. Das sind fast 2 Prozent mehr als im September und ist ein Zuwachs von gut einem Viertel gegenüber dem entsprechenden Vorjahresstand. Ursache für den Aufwärtstrend seit Mai 2020 sind festere Preise für Palm- und Sojaöl, während die Preise für Rapsöl moderat zurückgingen. Weniger günstige Produktionsaussichten in wichtigen Erzeugerländern und eine robuste globale Importnachfrage prägen die internationalen Notierungen für pflanzliche Öle im Herbst 2020.

Raps füllt Teller, Trog und Tank

In 2020 wurden in Deutschland 3,5 Millionen Tonnen Raps geerntet. Rein rechnerisch entstehen daraus in deutschen Ölmühlen etwa 1,4 Millionen Tonnen Rapsöl und rund 2,1 Millionen Tonnen Rapskuchen und -extraktionsschrote. Jährlich gehen etwa 400.000 Tonnen des Öls in die menschliche Ernährung. Rapsspeiseöl ist seit Jahren das meistverwendete Pflanzenöl in den Haushalten. Mit den übrigen 1,0 Millionen Tonnen Rapsöl bzw. Rapsölmethylester (Biodiesel) können ca. 1,1 Millionen Pkw ein Jahr lang betrieben werden. Gleichzeitig kann auf den Import von 1,3 Millionen Tonnen Import-Sojaschrot aus Übersee verzichtet werden. Das entspricht etwa 0,5 Millionen Hektar Sojaanbaufläche, die nicht „importiert“ werden.

Quelle: UFOP

Stabile Rapspreise in Aussicht

Die Erzeugerpreise für Raps in Deutschland bewegten sich Anfang November 2020 bei 370 Euro je Tonne. Das sind knapp 1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im internationalen Handel orientiert sich die Preisfindung in erster Linie an den Sojakursen. Der europäische und deutsche Markt für Rapssaaten richtet sich an den Notierungen der Euronext Paris aus. Nach Stand Anfang November 2020 ist auf Basis der Börsennotierungen der Euronext Paris für das erste Halbjahr 2021 mit stabilen bis festeren Rapserzeugerpreisen zu rechnen.

Mehr Hülsenfrüchte geerntet

Die EU-Hülsenfruchtanbaufläche für Futtererbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen ist 2020 mit 1,47 Millionen Hektar gegenüber Vorjahr deutlich angestiegen (+ 7 Prozent). Das Ernteergebnis wird auf 3,60 Millionen Tonnen geschätzt, gegenüber Vorjahr plus 10 Prozent. In Deutschland ist der Anbau von Erbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen mit zusammen 164.000 Hektar gegenüber 2019 um 19.000 Hektar ausgeweitet worden. Innerhalb der Gruppe der Hülsenfrüchte hat vor allem der Anbau von Futtererbsen und Ackerbohnen zugenommen.

Globale Zuckerbestände etwas kleiner

Die Weltzuckererzeugung wird vom USDA für das Wirtschaftsjahr 2020/21 auf 181,9 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem niedrigen Vorjahresergebnis gut 16 Millionen Tonnen oder 10 Prozent mehr. Ursache ist vor allem eine starke Produktionssteigerung in Brasilien, aber auch in Indien, das nach Brasilien der größte Zuckererzeuger der Welt ist. Anders als im Vorjahr übertrifft die Erzeugung den Verbrauch. Ende des Wirtschaftsjahres 2020/21 dürften die Weltzuckerbestände jedoch mit rund 43 Millionen Tonnen um gut 3 Millionen Tonnen niedriger ausfallen als im Vorjahr. Der Anteil des Rübenzuckers an der weltweiten Erzeugung liegt bei rund einem Fünftel.

Festigung der Zuckerpreise auf niedrigem Niveau

Die Entwicklung der globalen Zuckerkurse bestimmt auch die Zuckernotierungen in der EU. Der FAO-Zuckerpreisindex lag im Oktober 2020 um fast 8 Prozent über dem Vormonatswert und um gut 9 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Dieser Anstieg auf relativ niedrigem Niveau spiegelt vor allem die Aussichten auf eine stabile Zuckernachfrage wider.  Die relativ volatilen Zuckerpreise wurden im Herbst 2020 durch die Entwicklungen in Thailand unterstützt, wo die Zuckerproduktion aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit gegenüber dem Vorjahr um fast 5 Prozent zurückgegangen ist. Indirekt dürften auch steigende Rohölpreise die Zuckernotierungen stützen, indem Zucker vermehrt für die Bioethanol-Erzeugung eingesetzt wird. Der trotz gewisser Erholung immer noch relativ niedrige Weltmarktpreis bestimmt auch den Zuckerpreis auf dem EU-Binnenmarkt und belastet die Wettbewerbsposition der EU-Zuckerrübenerzeuger.

Zucker mit Handelskontingenten

Zum 1. Oktober 2017 ist die EU-Zuckermarktordnung ausgelaufen. Aussaat und Anbau erfolgen seitdem auch in der EU unter den Bedingungen des internationalen Wettbewerbs, ohne Quoten und ohne Mindestpreise. In der Konsequenz kann jeder so viel Zucker produzieren und erstmals auch exportieren, wie er will. Der Import wurde gelockert. So wurde die Einfuhrquote für Drittländer in die EU seit 2014 durch bilaterale Handelsabkommen auf mehr als 700.000 Tonnen fast verdreifacht. Zugleich ist der Import zu einem ermäßigten Zollsatz unter der sogenannten CXL-Quote auf annähernd 800.000 Tonnen gestiegen.

Deutlicher Rückgang der EU-Zuckererzeugung

Der EU-Zuckerrübenanbau ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 1,486 Millionen Hektar eingeschränkt worden. Die EU-Zuckererzeugung wird im Wirtschaftsjahr 2020/21 von der Europäischen Kommission auf 15,9 Millionen Tonnen geschätzt. Das wären gegenüber dem Vorjahr 1,5 Millionen Tonnen oder fast 9 Prozent weniger. 
Die Europäische Union ist der weltweit größte Produzent von Rübenzucker und Hauptimporteur von Rohrzucker für die Raffination. In der EU werden ungefähr 50 Prozent der Welt-Rübenzuckerproduktion erzeugt.

Deutsche Zuckererzeugung mengenmäßig niedriger als im Vorjahr

Die deutsche Zuckererzeugung aus Rüben fällt in der Zuckerrübenkampagne 2020/21 nach vorläufigen Ergebnissen der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) mit 4,1 Millionen Tonnen um 3 Prozent kleiner aus als in der Kampagne 2019/20. Der Rückgang der Anbaufläche um etwa 6 Prozent auf 350.000 Hektar wird durch höhere Erträge nut zur Hälfte ausgeglichen. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2020 auf 386.000 Hektar Zuckerrüben angebaut, von denen 350.000 Hektar der Zuckererzeugung dienen.

Mehr Kartoffeln – niedrigere Preise

Nach dem vorläufigen Ergebnis der amtlichen Statistik liegt die deutsche Kartoffelernte des Jahres 2020 bei 11,6 Millionen Tonnen, knapp 1,0 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Ursache dafür sind neben einer leicht auf 275.000 Hektar angestiegenen Anbaufläche vor allem höhere Hektarerträge. Besonders in Mittel- und Westeuropa ist der Kartoffelanbau 2020 erneut ausgedehnt worden. Die EU-Kartoffelernte 2020 wird auf 54,8 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis 3,7 Millionen Tonnen oder 7 Prozent mehr. 
Mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ging der Außer-Haus-Verzehr stark zurück. Überschüssige Verarbeitungskartoffeln waren kaum noch absetzbar. Gleichzeitig führte die Corona-Krise im ersten Halbjahr 2020 zu einer gesteigerten Nachfrage nach Speisekartoffeln (+ 15 Prozent im Jahresvergleich). Günstige Ernteerwartungen und die relativ üppige Ernte führten seit Anfang Juli dann zu einem nahezu kontinuierlichen Preisverfall bei Speisekartoffeln. Festkochende Ware zum Beispiel erzielte im Bundesdurchschnitt Anfang November 2020 einen Erzeugerpreis frei Erfassungshandel von knapp 11 Euro je Dezitonne. Das waren im Jahresvergleich 11 Euro und im Vergleich zu Juli 2020 sogar 25 Euro weniger.

Vermarktungsspanne ist größer geworden

Der Zusammenhang zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist bei Speisekartoffeln relativ eng. Sinkende bzw. steigende Erzeugerpreise gehen mit sinkenden bzw. steigenden Verbraucherpreisen einher, allerdings nicht in gleichem Ausmaß.

Auch in 2020 kleine Apfelernte

Nach der Rekordmenge im Jahr 2018 fallen die EU-Apfelernten in 2019 und 2020 relativ klein aus. Ursache dafür sind auch in 2020 Frühjahrsfröste. Für die EU-28 wird die 2020er Apfelernte auf 10,7 Millionen Tonnen geschätzt (Vorjahr 10,8 Millionen Tonnen). Die deutsche Apfelernte 2020 reicht mit 973.000 Tonnen nicht an die Menge des Vorjahres mit 991.000 Tonnen heran (- 2 Prozent). Grund hierfür sind neben den Frostschäden Alternanzerscheinungen, das heißt, das Phänomen, dass sich insbesondere bei Äpfeln Jahre mit starkem Fruchtbehang mit solchen mit geringem Fruchtbehang abwechseln. 
Die EU-Birnenernte 2020 wird auf 2,2 Millionen Tonnen veranschlagt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 12 Prozent mehr. Größte Birnenerzeugerländer in der Europäischen Union sind Italien mit 642.000 Tonnen vor den Niederlanden mit 373.000 Tonnen, Belgien mit 362.000 Tonnen und Spanien mit 300.000 Tonnen. Für Deutschland wird eine Birnenernte von 43.000 Tonnen geschätzt. Damit würde das Ernteergebnis des Vorjahres (42.500 Tonnen) leicht übertroffen.

Auch viele andere Obstarten mit niedrigeren Ernten

Die Obsternte in Deutschland bleibt 2020 mit rund 1,27 Millionen Tonnen um fast 5 Prozent hinter dem eher niedrigen Vorjahresstand zurück. Die Erntemengen der meisten Obstarten konnten auf Grund von Spätfrösten den Vorjahresstand nicht halten, so bei Äpfeln, Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen/Zwetschen und auch den meisten Strauchbeerenarten. Ein kleines Ernteplus gab es dagegen u.a. bei Birnen und Mirabellen/Renekloden. Da die Ernte von Obst in der Regel mit viel Handarbeit verbunden ist, sind Obstbaubetriebe in besonderem Maße auf Saisonarbeitskräfte angewiesen und müssen sich mit den Corona bedingten Auflagen arrangieren. Die Startpreise der Apfelsaison 2020/21 fielen hoch aus, auch Anfang November lagen die Preise der Hauptsorten noch 10 bis 15 Prozent über Vorjahresniveau.

Anbau von Freilandgemüse etwas eingeschränkt

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungserhebung des Statistischen Bundesamtes beläuft sich die Anbaufläche von Freilandgemüse in Deutschland in 2020 auf etwa 124.000 Hektar (2019: 126.900 Hektar). Gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres sind das 2 Prozent weniger. Teilweise ist die Flächeneinschränkung eine Reaktion auf die Corona-Pandemie. Einzelne Anbausätze wurden reduziert, da die Beschaffung von Arbeitskräften für Pflanzung und auch für die spätere Ernte schwierig war. Zudem war der Bedarf seitens Gastronomie und Großküchen während des Lockdowns und auch in der Folge vermindert. Zu den flächenmäßig wichtigsten Kulturen gehören Spargel, Möhren und Zwiebeln. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nach wie vor die Bundesländer mit der größten Freilandgemüsefläche. In Gewächshäusern wird in Deutschland auf rund 1.279 Hektar Gemüse (2019) angebaut; 2020 dürfte die Fläche leicht gestiegen sein. Die wichtigste Gewächshauskultur ist die Tomate, gefolgt von Gurke und Feldsalat.

Gemüseernte 2020 deutlich unter Vorjahresstand

Die deutsche Freiland-Gemüseernte liegt nach Schätzungen der AMI 2020 bei 3,56 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorjahresernte von 3,71 Millionen Tonnen sind das 4 Prozent weniger. Der Sommer war erneut trocken, allerdings mit weniger Extremen als im Jahr 2018. Die Herbst- und Lagergemüsearten konnten von späten Niederschlägen noch profitieren.
Die im Ertrag stehende Anbaufläche von Spargel nahm 2020 gegenüber 2019 um knapp 5 Prozent ab und umfasst deutschlandweit 21.900 Hektar. Mit 106.000 Tonnen wurde die kleinste Menge in den vergangenen sieben Jahren geerntet. Dieser Rückgang ist auch darauf zurückzuführen, dass in Folge der Corona-Pandemie in einigen Regionen ausländische Erntehelferinnen und Erntehelfer fehlten und somit nicht alle Spargelflächen abgeerntet werden konnten. Spargel ist die flächenstärkste Gemüsekultur, gefolgt von Speisezwiebeln und Möhren mit 13.500 bzw. 12.500 Hektar. Zu Beginn der Erntesaison lagen die Erzeugerpreise bei vielen Gemüsearten noch über Vorjahresniveau. Zur Saisonmitte hin wendete sich das Blatt. Auch blieb die Mehrsteuerabsenkung im Juli im harten Geschäft mit dem Einzelhandel nicht ohne Auswirkungen auf die Erzeugerpreise. Ab September herrschten dann bis zum Saisonende wieder etwas höhere Preise vor.

Deutschland unter den TOP 10-Weinländern

Auf Grund ungünstiger klimatischer Bedingungen in wichtigen Anbauregionen, insbesondere in Südamerika, fällt die globale Weinernte in 2020 gegenüber dem schwachen Weinjahr 2019 kaum größer aus. Auf bis zu 262 Millionen Hektoliter wird das globale Weinaufkommen in 2020 geschätzt. Davon entfallen 159 Millionen Hektoliter auf die EU, was gegenüber dem Vorjahr 5 Prozent mehr wären. Auch in 2020 führen Italien (47,2 Mio. Hektoliter) und Frankreich (43,9 Mio. Hektoliter) die Rangliste der weltweit wichtigsten Weinerzeugerländer an, vor Spanien (37,5 Mio. Hektoliter). Auf Platz 4 folgen die USA mit 24,7 Millionen Hektolitern. Deutschland liegt 2020 mit 8,6 Millionen Hektolitern auf Platz 9 der Weltrangliste.

Traubenernte 2020: Etwas größere Menge, sehr gute Qualitäten

Die deutsche Weinmosternte 2020 wird vom Deutschen Weininstitut (DWI) auf 8,58 Millionen Hektoliter geschätzt. Das sind gegenüber der Lese 2019 rund drei Prozent mehr. Wegen des sonnigen und trockenen Spätsommers sind hochreife und sehr gesunde Trauben geerntet worden. Die Qualität des neuen Jahrgangs wird von den Erzeugern mehrheitlich als sehr gut beurteilt.

Wein und Weinbau in Deutschland

Deutschland beheimatet die nördlichsten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. Die gesamte im Ertrag stehende Rebfläche lag 2020 bei 101.000 Hektar. Rund zwei Drittel davon befinden sich in Rheinland-Pfalz. Die meisten der etwa 17.000 Winzer – 7.500 davon im Nebenerwerb – sind in 151 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen. Die USA sind unverändert das wichtigste Exportland für deutschen Wein. Einbußen durch US-Strafzölle im Streit um Airbus-Subventionen hielten sich bislang in Grenzen.

Auch 2020 gute Hopfenernte mit hoher Qualität

In Deutschland werden auf rund 20.700 Hektar Hopfen angebaut. Etwa 83 Prozent davon liegen in Bayern (Hallertau). Etwa ein Drittel der weltweiten Hopfenanbaufläche von über 62.700 Hektar entfällt auf Deutschland. Die Erzeugnisse der fast 1.100 Hopfenbetriebe in Deutschland werden in über 150 Länder exportiert. Die für 2020 geschätzte Hopfenernte fällt mit 48.800 Tonnen ähnlich hoch aus wie im Vorjahr. Wegen sinkenden Bierverbrauchs, auch infolge der Corona-Pandemie, stehen die Erzeugerpreise für Hopfen unter Druck.