Pressemeldungen  | 30.05.2018

Strategien für einen nachhaltigen Ackerbau

Bauernverband veranstaltet Ackerbautagung in Berlin

„Die Ackerbaustrategie der deutschen Landwirtschaft haben wir im Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft - gemeinsam mit dem Deutschen Raiffeisenverband, der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, dem Verband der Landwirtschaftskammern und dem Zentralverband des Gartenbaus – verabschiedet.“ Das betonte Wolfgang Vogel, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Vorsitzender des DBV-Fachausschusses für Getreide und andere pflanzliche Qualitätsprodukte bei der – mit rund 100 Teilnehmer gut besuchten - sechsten Ackerbautagung des DBV in Berlin. „Mit diesem Konsens der Agrarbranche“, so Vogel, „geben wir Antworten auf die Zukunftsfragen des Ackerbaus. Überdies senden wir ein wichtiges Signal in die Politik, die bekanntermaßen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung die Umsetzung einer Ackerbaustrategie gemeinsam mit der Landwirtschaft festgeschrieben hat.“ Laut Vogel, der auch Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes ist, beinhalte die Ackerbaustrategie acht Kernziele, die mit 18 Maßnahmen untermauert seien. Gerade die Landwirtschaft sei auf Biodiversität angewiesen, so der DBV-Vizepräsident: „Wir brauchen Artenvielfalt.“ Überdies müsse auch Bodenschutz aktiv betrieben werden. Gleichzeitig müsse die Landwirtschaft aber auch wettbewerbsfähig sein und die Bauernfamilien müssten eine wirtschaftliche Perspektive haben, gab Vogel zu bedenken.

 

Dr. Herrmann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, betonte bei der Ackerbautagung, er wolle eine gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft etablieren: „Gemeinsam mit der Landwirtschaft arbeiten wir daran, dass der Ackerbau den Nachhaltigkeitszielen besser gerecht wird.“

 

Besorgt zeigte sich DBV-Vizepräsident Vogel mit Blick auf die drohenden Kürzungen des EU-Agrarhaushaltes: „Die Gemeinsame Agrarpolitik ist der Eckpfeiler der europäischen Integration. Sie unterstützt die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und sichert Attraktivität und Vitalität ländlicher Räume.“ Eine Kürzung missachte die Bedeutung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume für Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Europa. Das Agrarbudget müsse vielmehr für beide Säulen stabil gehalten werden, forderte Vogel, der wörtlich konstatierte: „Wir können nicht den Gürtel enger schnallen, müssen aber zugleich immer mehr umweltpolitische Auflagen erfüllen.“

 

Im Weiteren ging es um die Digitalisierung in der Landwirtschaft und das spannende Thema Biostimulantien – Produkte, die weder Pflanzenschutzmittel noch Dünger sind. Dies können beispielsweise Algenextrakte, aber auch Huminstoffe sein, die zur Vitalität den Aufwuchs beitragen. Intensiv diskutierten die Teilnehmer mit Nadine Kunz, einer Vertreterin des neuen Bienenschutzinstitutes des Julius-Kühn-Institutes: Pflanzenschutz und Bienenschutz gehe gemeinsam, betonte Bienenexpertin Kunz.

 

Ein Blick in die Absatzmärkte, mit einem Schwenk in neue Vermarktungswege abseits des Mainstreams, rundete die sehr gut besuchte Ackerbautagung des DBV ab.