Ernte 2010
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21.07.2009

 

1000 Äcker für die Feldlerche 

Ein Gemeinschaftsprojekt von NABU und DBV
Die Bestände der Feldlerche gehen seit Jahren zurück. Zur Förderung der Feldlerche haben der Deutsche Bauernverband und der NABU erstmals das gemeinsame bundesweite Projekt "1000 Äcker für die Feldlerche" vereinbart. Durch die Anlage von „Feldlerchenfenstern“ sollen die Bedingungen für Feldlerche & Co. spürbar verbessert werden. Hierfür ist jedoch die Unterstützung durch möglichst viele Landwirte nötig.
 
M.Schäf
 
Feldlerchenbestände gehen zurück
Die bekannteste Vogelart der offenen Kulturlandschaft ist die Feldlerche. Mit Ihrem trillernden Gesang zählt sie zu den ersten Frühlingsboten in der Feldflur. Doch ihre Stimme ist heute vielerorts immer seltener zu hören. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird die Feldlerche mittlerweile als gefährdet geführt. Die Gründe für den Rückgang sind mittlerweile gut bekannt. Demnach hat die Umstellung von Sommer- auf Wintergetreide dazu geführt, dass die Feldlerche nicht mehr genügend Bruterfolg hat. Denn im Wintergetreide, das bereits im zeitigen Frühjahr dicht und hoch aufwächst, findet die Feldlerche am Boden häufig keine geeigneten Stellen zur Nahrungssuche, um ihre Jungen zu versorgen. Hinzu kommt, dass im Verlauf der Brutzeit immer mehr Nester an Fahrspuren angelegt werden, weil die Lerchen offene Stellen zum Einfliegen brauchen. An Fahrspuren werden die Gelege jedoch häufig von Raubtieren gefunden und geplündert. In der Folge sinkt der Bruterfolg der Feldlerche so stark, dass die natürliche Sterblichkeit der Altvögel nicht mehr ausgeglichen werden kann.
 
Die Lösung: Feldlerchenfenster
Als Ausweg wurden von Landwirten und Naturschützern in Großbritannien sogenannte Feldlerchenfenster entwickelt. Die Idee ist einfach: Bei der Aussaat wird für einige Meter die Sämaschine angehoben. Dadurch entsteht eine kleine, künstliche Störstelle inmitten des Ackers. Feldlerchenfenster sollten eine Größe von rund 20 m² haben und können ansonsten wie das übrige Feld mitbewirtschaftet werden. Zwei dieser Fenster pro Hektar sind ausreichend, um den Bruterfolg der Feldlerche deutlich zu erhöhen. Die Feldlerchenfenster wirken sich auch positiv auf viele andere Feldtiere wie das Rebhuhn und den Feldhasen aus. Der Ernteausfall für den Landwirt ist mit weniger als fünf Euro pro Hektar niedrig und der Arbeitsaufwand gering.
 
A. Pille
 
Das Feldlerchenprojekt
Ziel des Projektes ist es, möglichst viele Landwirte für die Anlage von Feldlerchenfenstern zu gewinnen, um bundesweit die symbolische Summe von 1.000 „lerchenfreundlichen“ Äckern zu erreichen. NABU und Bauernverbände versprechen sich von dem Kooperationsprojekt zudem eine neue Form der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz jenseits des Ordnungsrechts. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert. Die Anlage der Lerchenfenster soll bereits mit der Herbstaussaat 2009 beginnen. Auf diese Weise können sich Landwirte freiwillig, unbürokratisch und schnell im kooperativen Naturschutz engagieren. Als Anerkennung für ihr freiwilliges Engagement erhalten teilnehmende Landwirte eine Hinweistafel zur Aufstellung am Ackerrand („Vogelfreundlicher Acker“).
 
Feldlerchenfenster – so wird’s gemacht
 
Wo anlegen?
• im Wintergetreide, Raps und Mais, gerne auch in weiteren Kulturen
• bevorzugt in Schlägen ab fünf Hektar Größe
 
Wie anlegen?
• Sämaschine für einige Meter anheben (Richtwert: 20 m² pro Fenster)
 
Beispiel:
 
Arbeitsbreite der
Sämaschine (m)
Ausheben der
Sämaschine (m)
3
6-8
4
4-6
6
3-4
 
• zwei Fenster pro Hektar
• maximalen Abstand zu Fahrgassen lassen
• mindestens 25 m Abstand zum Feldrand
• mindestens 50 m Abstand zu Gehölzen, Gebäuden usw.
 
 
 
Die Mindestabstände sind wichtig, da Füchse bevorzugt in Fahrgassen und am Feldrand jagen. Feldgehölze dienen Krähen als Ansitzwarten.
 
Wie bewirtschaften?
• Die Fenster können nach der Aussaat wie der Rest des Schlages mitbewirtschaftet werden.
 
Was ist mit Unkräutern?
Da die Fenster wie der übrige Acker auch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden können, kommen nur wenige Unkräuter auf. Sie wirken sich in der Fruchtfolge nicht negativ aus.
 
 
Machen Sie mit – jeder Acker zählt!
Der Deutsche Bauernverband und der NABU rufen alle Landwirte mit geeigneten Flächen zur Anlage von Feldlerchenfenstern auf. Wenn Sie am Feldlerchenprojekt teilnehmen möchten, gehen Sie bitte folgendermaßen vor:
 
1.) Überlegen Sie sich, wie viele Feldlerchenfenster Sie auf Ihren Äckern anlegen möchten und können.
2.) Senden oder faxen Sie die ausgefüllte Antwortkarte (Dokument zum Downloaden) möglichst bald an eine der unten angegebenen Adresse. Sie können die Informationen auch per E-Mail übermitteln.
3.) Legen Sie bei der nächsten Aussaat die Feldlerchenfenster wie angegeben an. Änderungen teilen Sie den Ansprechpartnern bitte mit.
 
 
Interessierte Landwirte wenden sich entweder an den Deutschen Bauernverband (030/31 904-0, s.pingen@bauernverband.de), die Landesbauernverbände oder das Michael-Otto-Institut im NABU (04885/570, dominic.cimiotti@nabu.de).
Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
 
Tipps und Links:

Bericht im NDR1 Landfunk
 
  
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