Ernte 2010
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22.09.2009

 

dbk 09/09 

Thema des Monats:
Ernte 2009 - gute Erträge, miese Preise
weitere Themen:
Großer Druck auf die Märkte
Raps mit starken Erträgen
Biodiesel mit Perspektive
Neuabgrenzung benachteiligter Gebiete
 
 
Neue Risiken managen
Marktexperte im Interview mit Deutscher Bauern Korrspondenz
 
„Eine neue Dimension hat das Thema Risikomanagement durch die stark schwankenden Preise für Betriebsmittel und Erzeugnisse erhalten. Im Ein- und Verkauf kommt es viel stärker als früher auf das richtige Timing an.“ Das sagte Dr. Uwe Steffin, Gründer und Geschäftsführer von agriskom, einem Büro für Marktanalysen und Risikomanagement, im Aktuellen Interview mit der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk), die sich in der September-Ausgabe im Schwerpunkt mit der Ernte 2009 beschäftigte. Die Preise für Getreide oder Raps würden heute innerhalb einer Woche mitunter stärker schwanken als früher in der gesamten Saison. Darauf müsse man sich mit einer maßgeschneiderten Vermarktungsstrategie einstellen. So gehe es für den Profi-Ackerbauern darum, die drei bis vier guten Verkaufsgelegenheiten zu nutzen, die sich jedes Jahr böten, riet Marktexperte Steffin.  
 
Die finanziellen Risiken der Landwirte nähmen deutlich zu. Verantwortlich dafür seien der Klimawandel und der Rückzug der Politik aus der Preisgestaltung. Ein gutes Risikomanagement dafür sei die sinnvolle Kombination aller zur Verfügung stehender Einzelinstrumente. Dazu zählen laut Steffin Ertragsausfall- oder Mehrgefahren­versicherungen, Terminbörsen und das Lagermanagement, um sich vom Handel unabhängiger zu machen. Klar müsse aber auch sein, dass Mehrgefahrenversicherungen oder Ertragsausfallversicherungen ohne staatliche Zuschüsse kaum bezahlbar seien, so agriskom Geschäftsführer Steffin. Wichtig seien in diesem Zusammenhang stets auch vergleichbare Regeln im internationalen Wettbewerb. Vor allem im Versicherungssektor hätten europäische Mitbewerber aus Spanien und Österreich sowie neuerdings aus den Niederlanden und Luxemburg klare Vorteile durch Mehrgefahrenversicherungen mit staatlicher Premienstützung. Als wirkungsvolles Instrument, um schwankende Gewinne langfristig zu glätten und um Reserven für Krisenjahre zu bilden, nannte Steffin auch die Risikoausgleichsrücklage. Wissenschaftler haben nach Angaben Steffins ausgerechnet, dass vor allem Familienbetriebe mit starken Einkommensschwankungen davon profitieren würden.  
 
Abschließend betonte Dr. Steffin gegenüber der dbk, dass die deutsche Landwirtschaft im internationalen Vergleich gut aufgestellt sei und den aus der Globalisierung resultierenden Wettbewerb keinesfalls scheuen müsse. Gegenüber der Politik mahnte Steffin, dass gesellschaftliche oder umweltpolitische Anforderungen, die über den Marktpreis nicht abgegolten würden, auch künftig honoriert werden müssten.  
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-September-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
Sommer(loch) 2009 - Unwahrscheinliches und Unmögliches
Das alles gehörte zum Sommer 2009: Um die Münchner Hypo Real Estate zu retten, sind
mittlerweile vom Staat Bürgschaften in Höhe von 100 000 000 000 Euro (einhundert Mil -
liarden) abgegeben worden. Ein deutscher Hartz-IV-Empfänger fährt innerhalb weniger
Wochen zum dritten Mal nach Italien, um dort den Lotto-Jackpot in Rekordhöhe für sich
zu gewinnen. Er glaubt zu 99,9 Prozent, dass er gewinnen wird: „Ich bin jetzt einfach mal
dran, es wäre gerecht.“ Tatsächlich hat er Pech gehabt, kein Wunder bei einer winzig kleinen
Chance von 1 zu 623 Millionen auf den italienischen Hauptgewinn! Ein Millionenspiel
ist auch die Impfung gegen die „Neue Grippe“, die fälschlicherweise immer noch zumeist
als „Schweinegrippe“ bezeichnet wird: Reichen die bereits bestellten 50 Millionen Impf -
dosen aus, oder bleiben die meisten ungenutzt, denn die Impfung ist freiwillig? Wer bezahlt
die 600 oder 700 Millionen Euro?
 
Die neuen Risiken managen
Die Preisausschläge auf den agrarischen Bezugs- und Absatzmärkten werden seit einigen
Jahren immer extremer. Darauf müssen sich Landwirte auch unter Zuhilfenahme externer
Berater erst einstellen. Die dbk sprach darüber mit Dr. Uwe Steffin, Gründer und Geschäftsführer von agriskom, einem Büro für Marktanalysen und Risikomanagement. Steffin ist gelernter Landwirt, studierte Agrarökonomie, war lange Jahre als Agrarjournalist tätig und
arbeitete unter anderem für die BASF in Brasilien.
 
Biodiesel - Wie sieht die Perspektive aus?
Von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ist nicht nur jeder Wirtschaftszweig in
Deutschland mehr oder minder betroffen. Neu ist, dass es sich erstmals um ein globales
Problem handelt. In diesen Zeiten ist es daher umso wichtiger, dass im Bereich der erneuerbaren Energien der förderpolitische Rahmen auf eine für Investoren verlässliche Grundlage gestellt wird. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Weltklimakonferenz in
Kopenhagen. Die aktuelle und perspektivische Situation des Biodiesels beleuchtet Dieter
Bockey von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP).
 
 
Interessenten können die dbk direkt beim Deutschen Bauernverband bestellen:
Die Zeitschrift erscheint monatlich und kann gegen eine Gebühr von 31,50 Euro inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer abonniert werden über g.reuser@bauernverband.net oder per Fax. 030-31904-431
  
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Aktuelle Presseartikel
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"1000 Äcker für die Feldlerche"