Moderne Strukturen: Familienbetriebe erfinden sich neu
Landwirtschaft in Deutschland ist zum großen Teil Familiensache. Hinzu kommen angestellte Arbeitskräfte und Saisonarbeiterinnen und –arbeiter.
Familienbetriebe geben der deutschen Landwirtschaft ihr Gesicht. Die Daten vom Statistischen Bundesamt aus dem Jahr 2023 belegen: 398.300 der insgesamt 875.900 Erwerbstätigen im Agribusiness sind Familienarbeitskräfte.
Die Zahl der ständig angestellten Arbeitskräfte beläuft sich auf 242.800. Hinzu kommen 242.800 Saisonarbeitskräfte (2016: 286.300) – die meisten von ihnen aus Osteuropa. Dabei setzt sich der Trend, dass zunehmend weniger Saisonkräfte beschäftigt werden, fort. Hintergrund dürfte der stetig steigende Mindestlohn sein, der zu einer zunehmenden Mechanisierung bzw. die Reduzierung besonders handarbeitsintensiver Kulturen führt.
Ungebrochen ist auch die stetige Zunahme der Zahl der Fremdarbeitskräfte. Waren im Jahr 2007 noch 187.000 und im Jahr 2016 bereits 204.600 ohne Familienbezug ständig in der Landwirtschaft beschäftigt, zählten die Statistiker im Jahr 2023 schon 234.800.
Vorreiter ist hier der Osten des Landes. In den neuen Bundesländern war und ist der Lohnarbeitsbetrieb von jeher die typische Betriebsstruktur. Doch auch in den neuen Bundesländern erweitern die Höfe ihren Personalbestand zunehmend um familienfremde Arbeitskräfte. Das ist umso bemerkenswerter, als der Gesamt-Arbeitskräftebedarf in der Landwirtschaft seit Jahren sinkt: Treiber der Entwicklung ist der technische Fortschritt. Der Einsatz kapitalintensiver Maschinen senkt den Bedarf an menschlichen Arbeitskräften.
Dennoch werden weder die neuen Technologien noch die Digitalisierung etwas daran ändern, dass die Landwirtschaft ein arbeitsintensives Geschäft bleibt und auf gut qualifiziertes Personal angewiesen ist. Entsprechend wird es für Arbeitgeber auch im landwirtschaftlichen Sektor immer wichtiger, gezielt nach Fachkräften zu suchen und diese an ihren Betrieb zu binden.