Anliegen des Bauernverbandes zur Herbst-Agrarministerkonferenz
DBV-Vize Schmal fordert dauerhafte Entlastungen und klare Perspektiven in der Agrarpolitik
Anlässlich der Herbst-Agrarministerkonferenz 2026 im bayerischen Würzburg fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) in einem Anliegenpapier die Agrarminister der Länder und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, die aktuelle wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Betriebe in den Mittelpunkt ihrer Beratungen zu stellen. Viele Betriebe stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Hohe Erzeugungskosten, anhaltende Belastungen bei Energie- und Betriebsmitteln, Bürokratie sowie niedrige Marktpreise und eine unterdurchschnittliche Ernte drücken in zahlreichen Regionen auf die Liquidität. Der DBV fordert deshalb schnelle und dauerhafte Entlastungen sowie verlässliche Perspektiven in der Agrarpolitik, die Investitionen ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. „Entscheidend ist, dass notwendige Entlastungen jetzt bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen“, betont der erste Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Karsten Schmal. Die Agrarministerkonferenz müsse ein deutliches Signal für die wirtschaftliche Stabilisierung der heimischen Landwirtschaft setzen und bestehende europäische Handlungsspielräume konsequent nutzen, so etwa die Aufstockung des EU Düngemittel-Hilfspakets um 120 Mio. Euro.
Mit Blick auf die Weiterentwicklung der europäischen Agrarpolitik setzt sich der DBV für eine eigenständige und praxisgerechte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 ein. Die laufenden Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen und zur künftigen Ausgestaltung der GAP sind von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland, auch hier braucht es eine solide Haushaltspolitik für unsere Ernährungssicherheit.
"Reformen müssen umgesetzt und gleichzeitig jede weitere Belastung für die Landwirtschaft vermieden werden. Unsere Betriebe brauchen in einer wirtschaftlich sehr angespannten Lage ein Signal des Aufbruchs und der Verlässlichkeit. Wir benötigen zum einen Geschwindigkeit beim Umbau der Ställe, aber auch einen Stopp bei Vorhaben, die unsere Wettbewerbsfähigkeit massiv gefährden, wie etwa das Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur.“, so Karsten Schmal. Darüber hinaus sieht der DBV dringenden Handlungsbedarf bei der Stärkung der betrieblichen Krisenvorsorge, beim Bürokratieabbau sowie der grundsätzlichen Überarbeitung der Naturwiederherstellungsverordnung.
Der Deutsche Bauernverband erwartet von der Agrarministerkonferenz klare Signale für die wirtschaftliche Stabilisierung der Land- und Forstwirtschaft. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen, wirksamer Entlastung und zukunftsorientierten Instrumenten könne die heimische Landwirtschaft ihre Rolle für Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und ländliche Räume dauerhaft erfüllen.