Bauernverband enttäuscht über BMLEH-Ankündigungen
Sabet: Liquiditätsprogramm muss nachgebessert werden
Die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes, Stefanie Sabet, ist von den heutigen Ankündigungen von Bundeslandwirtschaftsminister Rainer zu Unterstützungsmaßnahmen für die landwirtschaftlichen Betriebe enttäuscht: „Die Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe ist prekär, wir haben eine echte Liquiditätskrise. Die heute angekündigten Liquiditätsprogramme zeigen Handlungswillen, sind aber nicht ausreichend. Die Betriebe brauchen kurzfristig liquide Mittel im Herbst, um die nächste Ernte zu finanzieren. Es ist nötiger denn je, die Forderungen aus dem Berufsstand umzusetzen.“
Insgesamt trifft das schwache Ernteergebnis eine wirtschaftlich schwierige Zeit. Die teils schlechten Erträge in Verbindung mit den niedrigen Erzeugerpreisen auf der einen Seite und den hohen Kosten für Betriebsmittel, wie zum Beispiel Diesel, Pflanzenschutz- und Düngemittel auf der anderen Seite, belasten die Betriebe enorm. Nicht wenige brauchen bereits Sonder- oder Zwischenfinanzierungen zur Sicherung des Fortbestands des Betriebes.
Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation in der Landwirtschaft fordert der Deutsche Bauernverband deutliche Nachbesserungen für sofortige Maßnahmen zum Erhalt der Liquidität der Betriebe. „Das EU-Düngemittelhilfspaket muss auf 180 Mio. Euro aufgestockt und unbürokratisch im Herbst ausgezahlt werden. Zeitgleich müssen 80 Prozent der zugesagten Direktzahlungen vorzeitig im Oktober an die Betriebe fließen, der Rest garantiert im Dezember. Eine sofortige Reduktion der Steuer auf Diesel bis November zum Abschluss der Feldarbeiten ist umzusetzen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln,“ fordert Sabet. „Für die mittel- und langfristige Stabilität in der Branche wird ein noch umfangreicheres Maßnahmenpaket notwendig sein.“