Bauernverband: Trilog-Ergebnis bei neuen Züchtungsmethoden führt zu Patentrisiken
Rukwied: Kompromiss geht zu Lasten der Landwirtschaft
Vor dem Hintergrund der Abstimmung im EU-Parlament und der Annahme des Trilog-Ergebnisses zur Deregulierung der Neuen Züchtungsmethoden (NGTs) kritisiert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, Teile des Ergebnisses: „Wir begrüßen grundsätzlich die Öffnung und Nutzung dieser Technologien für den Züchtungsfortschritt, doch mit der möglichen Einführung von Patenten auf Saatgut ist eine klare rote Linie überschritten.“
Die europäische Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten eine beeindruckende Entwicklung genommen. Ein wichtiger Baustein dieses Erfolgs ist die mittelständisch geprägte Pflanzenzüchtung. Allein in Deutschland haben rund 150 Betriebe kontinuierlich leistungsfähigere, widerstandsfähigere und regional angepasste Sorten entwickelt. Diese bewährten Strukturen werden nun durch eine kurzsichtige Patentpolitik gefährdet.
Wenn zentrale Pflanzeneigenschaften von einzelnen Unternehmen monopolisiert werden, verlieren Landwirte sowie kleine und mittelständische Züchter den Zugang zu wichtigem genetischen Material. Durch die Einführung von Patenten wird der Züchtungsfortschritt entscheidend blockiert.
„Für den Erfolg der NGTs ist es jetzt entscheidend, dass diese Webfehler korrigiert werden. Wir fordern die EU-Kommission auf, zeitnah einen Vorschlag für eine rechtsverbindliche Lösung der Patentfrage auf den Weg zu bringen, um den Zugang zu NGT-Saatgut und Pflanzeneigenschaften für Landwirte und Züchter zu sichern“, so Bauernpräsident Rukwied.