| Pressemitteilung

Deutscher Bauerntag 2026 – Grundsatzrede von DBV-Präsident Joachim Rukwied

Rukwied fordert spürbaren Politikwechsel und klare Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Zum Auftakt des Deutschen Bauerntages 2026 in Freiburg im Breisgau unter dem Motto „Landwirtschaft stärken – Versorgung sichern“ hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, in seiner Grundsatzrede die Bundesregierung aufgefordert, den angekündigten Politikwechsel jetzt „erkennbar und spürbar“ umzusetzen. Im Zentrum müsse dabei die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft stehen. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen kurzfristig spürbare Entlastungen – das müssen steuerliche Erleichterungen und ein echter Bürokratieabbau sein“, betont Rukwied. „Die aktuelle Flut an Vorschriften und Dokumentationspflichten bremst Investitionen und schwächt unsere Innovationskraft.“

Zugleich hob der Bauernpräsident die hohe Resilienz der deutschen Landwirtschaft hervor, warnte jedoch eindringlich vor Risiken für die Versorgungssicherheit: „Wir können selbstbewusst sagen: Es sind der Leistungswille und der Unternehmergeist unserer Landwirtinnen und Landwirte, die uns durch Krisen tragen und die Ernährungssicherheit stabil halten. Dafür erwarten wir keinen Applaus – aber wir erwarten, dass die Politik daraus endlich die richtigen Schlüsse zieht. Ernährungssicherheit und Selbstversorgung sind keine Selbstverständlichkeit mehr.“

Ein zentrales Zukunftsthema bleibt nach den Worten Rukwieds die Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland. „Wenn man die Schweinehaltung in Deutschland erhalten will, dann braucht es jetzt sofort mindestens 200 Millionen Euro für die Sauenhalter, um den Betrieben noch eine Perspektive zu bieten. Wir haben in einem Jahrzehnt 50 Prozent der schweinehaltenden Betriebe verloren. Diese Entwicklung muss jetzt endlich gestoppt werden, und dazu braucht es frisches Geld."

Ernährungssicherung sei so wichtig wie Verteidigungsfähigkeit, betont Rukwied. Dabei verweist er auf die Bedeutung der anstehenden Entscheidungen auf europäischer Ebene: „Der Mehrjährige Finanzrahmen braucht eine verlässliche und starke Ausstattung. Wir benötigen 500 Milliarden Euro für die Gemeinsame Agrarpolitik. Nur mit einer eigenständigen und ausreichend finanzierten GAP können wir die Herausforderungen bewältigen. Kappung und Degression lehnen wir ab. Die Entwicklung der ländlichen Räume muss ein zentraler Bestandteil europäischer Politik bleiben.“ 

Rukwied macht deutlich, dass die Landwirtschaft bereit sei, Veränderungen aktiv mitzugestalten. Voraussetzung sei jedoch, dass politische Entscheidungen stärker an der Praxis ausgerichtet würden: „Nur gemeinsam können wir tragfähige Lösungen entwickeln und umsetzen.“

Abschließend bekennt sich der Bauernpräsident klar zu den grundlegenden Werten des Berufsstandes: „Wir stehen für Demokratie, für ein starkes, geeintes Europa sowie für Offenheit und Dialog. Vereinfachenden Parolen und spalterischen Tendenzen erteilen wir eine klare Absage. Unser Weg ist der der sachlichen, lösungsorientierten Diskussion.“

Mit Blick auf die kommenden Jahre unterstreicht Rukwied: „Gemeinsam mit Politik und Gesellschaft können und wollen wir zeigen: Die deutsche Landwirtschaft ist bereit für eine nachhaltige und innovative Zukunft – wenn man sie lässt und diesen Weg partnerschaftlich mit ihr geht.“

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