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Ländliche Räume | Diversifizierung
| von Franziska Schmieg

Diversifizierung in der Landwirtschaft

Die Diversifizierung in der Landwirtschaft gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Laut Agrarstrukturerhebung 2023 verfügen bereits 54 % der Betriebe – rund 137.270 Höfe – über mindestens ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen, Wertschöpfung zu erhöhen und Einkommensrisiken langfristig abzusichern.

Vielfältige Wege der Diversifizierung

Landwirtschaftliche Betriebe erschließen neue Einnahmequellen sowohl innerhalb des landwirtschaftlichen Umfelds als auch im gewerblichen Bereich. Besonders relevante Diversifizierungsfelder sind:

  • Erzeugung erneuerbarer Energien (Photovoltaik, Biogas, Windkraft)
  • Dienstleistungen für andere landwirtschaftliche Betriebe
  • Forstwirtschaftliche Tätigkeiten

Diversifizierung kann produktionsorientiert erfolgen – etwa durch neue Kulturen, Produktveredelung oder Energieerzeugung – oder dienstleistungsorientiert, z. B.:

  • Direktvermarktung
  • Urlaub auf dem Bauernhof
  • Hofgastronomie

Auffällig ist der starke Beitrag von Frauen, die viele dieser Einkommenskombinationen initiieren und damit wesentlich zur wirtschaftlichen und sozialen Stabilität der Betriebe beitragen.

Erfolgsfaktoren für Diversifizierung

Diversifizierung eröffnet Betrieben neue Perspektiven, erfordert jedoch:

  • sorgfältige betriebliche Planung,
  • hohe Einsatzbereitschaft,
  • Flexibilität im betrieblichen Alltag
  • verlässliche Rahmenbedingungen. 

Der Deutsche Bauernverband setzt sich dafür ein, Diversifizierung langfristig zu stärken. Notwendig sind insbesondere:

  • passgenaue Förderangebote, insbesondere für notwendige Einstiegsinvestitionen,
  • mehr Aus- und Weiterbildungsangeboten sowie qualifizierter Beratung,
  • der Erhalt regionaler Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen
  • leistungsfähiger digitaler Infrastrukturen in ländlichen Räumen,
  • Abbau bürokratischer Hürden. 

Diversifizierung steigert nicht nur die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher Betriebe, sondern stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit ländlicher Regionen, schafft neue Arbeitsbereiche und erhöht die regionale Wertschöpfung.

 

© Situationsbericht 2026/Gr33-7

Quelle: Statistisches Bundesamt

© Situationsbericht 2026/Gr33-8

Quelle BMLEH

© Situationsbericht 2026/Gr T33-6

Quelle: Statistisches Bundesamt