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Milch | Qualitätsmanagement Milch
| von DBV-Milchreferat

Milchkuhhaltung in Deutschland

Die Milchwirtschaft ist der umsatzstärkste Zweig der Land- und Ernährungswirtschaft der Bundesrepublik. Mit der Vermarktung ihrer Rohmilch erwirtschaften die Milchkuhhalter je nach aktueller Preissituation zwischen 10 und 16 Milliarden Euro pro Jahr. Das Milchgeld, welches die Milchkuhhalter von den Molkereien in den letzten fünf Jahre bekam, lag im Fünf-Jahresdurchschnitt bei 47,2 Cent und bewegte sich in diesem Zeitraum zwischen 36,8 und 53,4 Cent je Kilogramm Rohmilch im Jahresdurchschnitt (bei standardisierten Inhaltsstoffen von 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß). Pro Jahr liefern deutsche Milcherzeuger rund 32 Millionen Tonnen Rohmilch an die Molkereien. Mit diesem Wert nimmt Deutschland unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union einen führenden Platz ein.

In Deutschland gab es Ende 2025 noch rund 47.000 Milchkuhhalter, womit rund jeder fünfte Landwirt Milchkühe hielt. Insgesamt wurden 3,6 Millionen Milchkühe zu diesem Zeitpunkt in Deutschland gehalten. Im Bundesdurchschnitt lag die Herdengröße bei rund 76 Kühen je Milchkuhhaltung. Die Milchleistung der Kuh liegt aktuell bei rund 9.500 kg je Milchkuh im bundesweiten Durchschnitt. Die Hauptmilchregionen in Deutschland befinden sich in Bayern und Niedersachsen.

Bunte Rassenvielfalt

Je nach Region dominieren unterschiedliche Milchviehrassen. Knapp die Hälfte der Milchkühe gehört zur Milchviehrasse Holstein-Friesian. Sie werden überwiegend im Norden und der Mitte Deutschlands gehalten. Fleckviehkühe machen etwa ein Drittel des Bestandes aus und stehen vor allem in Süddeutschland. Sie kommen sowohl in der Milch- als auch in der Fleischerzeugung zum Einsatz. Weitere in Deutschland verbreitete Rassen sind u. a. Rotbunte Holstein, Braunvieh, Rotbuntes Niederungsrind, Angler, Vorderwälder und Jersey. Sie unterscheiden sich in Größe und Fellfarbe, aber auch der Körperbau oder die Milchleistung können je nach Rasse variieren.

Zucht auf Fitness

Im deutschlandweiten Durchschnitt bekommt eine Milchkuh etwa alle 13 Monate ein Kalb. Eine Kuh ist rund neun Monate tragend, dann kommt das Kalb zur Welt und die Kuh kann gemolken werden. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Tiergesundheit konzentriert sich die Milchviehzucht bereits seit mehr als zwanzig Jahren auf bestimmte Fitnessmerkmale. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, vitale und fruchtbare Kühe zu züchten, die lange und gesund leben. 

Ställe mit Kuhkomfort

Deutsche Milchbauern setzen sich auch intensiv mit dem Thema Tierwohl auseinander – und lassen sich das Wohlergehen ihrer Kühe einiges kosten. Zahlen des Konjunkturbarometers Agrar aus der Vergangenheit belegen, dass Landwirte zwischen drei und vier Milliarden Euro pro Jahr in den Um- bzw. Neubau von Boxenlaufställen sowie moderne Stalltechnik investiert hatten. Die Planung und der Bau moderner Ställe sind inzwischen ganz darauf ausgerichtet, im Interesse des Tierwohls und der Tiergesundheit die Vorteile einer Weide in den Stall zu holen und die Nachteile (wie etwa die schlechtere Hygiene oder Extremtemperaturen) draußen zu lassen. „Kuhkomfort“ ist ein gängiger Fachbegriff unter Architekten, Stallausrüstern und Milchviehhaltern. Heute werden fast 90 Prozent aller Milchkühe in Deutschland in Laufställen gehalten. Der Weg zu einer solchen Modernisierung ist aber oft steinig: Teils fehlen die finanziellen Mittel, teils erschweren die räumlichen Gegebenheiten auf einem Hof den Um- bzw. Neubau – oder die Behörden verweigern aus bau- oder emissionsrechtlichen Gründen die Genehmigung für das Projekt.