Angehende Landwirte schließen ihre duale Berufsausbildung in der Regel nach drei Jahren ab. Unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. Abitur, anderer vorheriger Ausbildungsabschluss) lässt sich die Zeit auf zwei Jahre verkürzen. Danach beginnt das lebenslange Lernen im Betrieb und in diversen Bildungseinrichtungen.

Angehende Landwirte schließen ihre duale Berufsausbildung in der Regel nach drei Jahren ab. Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Abitur, anderer vorheriger Ausbildungsabschluss) lässt sich die Zeit auf zwei Jahre verkürzen. Danach beginnt das lebenslange Lernen im Betrieb und in diversen Bildungseinrichtungen.

Staatlich anerkannt ist etwa die Fortbildung an landwirtschaftlichen Fachschulen. Sie vermitteln jungen Landwirten vertiefte berufliche Kompetenzen, wie sie vor allem Führungskräften benötigen. Fachschulischen Bildungsgänge über ein oder zwei Jahre enden mit einer staatlichen Prüfung und staatlich anerkannten Abschlüssen.

  • Absolventen der einjährigen Fachschulen erwerben den Abschluss „staatlich geprüfte/r Wirtschafter/in“,
  • Absolventen der zweijährigen Fachschulen dürfen sich nach erfolgreicher Prüfung staatlich geprüfte/r Agrarbetriebswirt/in bzw. staatlich geprüfte/r Techniker/in nennen und sind damit für Leitungsaufgaben in der Praxis, der dem Agrarbereich vor- und nachgelagerten Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung qualifiziert.

Meister ihres Faches

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
(Foto: Forum Moderne Landwirtschaft)

Eine weitere Möglichkeit der Fortbildung für Ausgelernte ist die Fortbildung zum Meister. Sie setzt nicht nur eine mindestens zweijährigen Berufspraxis voraus: Interessenten müssen zudem einen Meisterlehrgang absolvieren. An dessen Ende steht die Meisterprüfung. Sie umfasst in allen Grünen Berufen einem spezifischen berufsfachlichen Teil, einen Prüfungsteil zur Betriebs- und Unternehmensführung sowie einen zu Berufsausbildung und Mitarbeiterführung.

Wer sich Meister nennen darf, hat bewiesen, dass er alle betrieblichen Vorgänge und Entwicklungen beurteilen, kontrollieren und aktiv gestalten kann – und dass er dabei stets die Anforderungen des Marktes, des Rechts, der Politik, der Natur und Ökologie und des sozialen Miteinanders zu berücksichtigen weiß. Darüber hinaus sind Meister für die Berufsausbildung sowie für die Mitarbeiterführung und Personalentwicklung qualifiziert. Eine abgeschlossene Meisterprüfung berechtigt grundsätzlich zum Studium an einer Hochschule – unabhängig vom Schulabschluss.

Landwirtschaft studieren

Foto: science photo / AdobeStock
(Foto: science photo / AdobeStock)

Wer sich für ein landwirtschaftliches bzw. agrarwissenschaftliches Studium interessiert, kann in Deutschland aus mehr als 200 verschiedenen, teils spezialisierten Angeboten der Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften wählen (Wintersemester 2016/2017). Die meisten Studiengänge schließen mit einem Bachelor of Science (B.Sc.) und Master of Science (M.Sc.) ab.

Die wissenschaftliche Ausbildung, die gleichermaßen grundlagen- und anwendungsorientiert ist, bereitet die Studierenden zielgerichtet auf die konkreten Anforderungen des jeweiligen Berufsbereichs vor. 63.800 Studierende waren bundesweit im Wintersemester 2017/2018 in den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften sowie der Veterinärmedizin an deutschen Hochschulen immatrikuliert.

Viele Absolventen – vor allem diejenigen mit praktischer Berufserfahrung – orientieren sich nach dem Studium in Richtung landwirtschaftlicher Betriebe einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche, also Saatgut- und Düngemittelherstellung bzw. Handel, Mühlen, Molkereien oder Schlachthöfe. Der öffentliche Dienst bietet ebenfalls attraktive Jobs für landwirtschaftliche Hochschulabsolventen.

Der Landwirt als Manager

Jenseits des Erwerbs beruflicher Kompetenzen in den staatlich anerkannten Bereichen der Agrarbildung ist das lebenslange und berufsbegleitende Lernen unabdingbar, um dauerhaft beruflich erfolgreich zu sein. Im Agrarbereich gibt es dafür umfangreiche, flexible und oft preisgünstiges Angebote. Organisatoren sind neben Landwirtschaftskammern und -ämtern und berufsständischen Organisationen in den Bundesländern auch regionale Bildungswerke, landwirtschaftliche Bildungszentren, bundesweite Anbieter wie die Andreas Hermes Akademie, regionale Verbände für landwirtschaftliche Fachbildung (vlf), private Bildungsanbieter und auch verschiedene Wirtschaftsunternehmen.

Hier finden sich auch Kurse, die nicht auf die Vermittlung produktionstechnischer, betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Kenntnisse gerichtet sind, sondern die Fach- und Führungskräfte landwirtschaftlicher Betriebe mit wichtigen „Soft Skills“ ausstatten. Sie werden im Alltag immer wichtiger. Denn nur wer im Umgang mit Mitarbeitern, Beratern und Nachbarn gut kommuniziert und in Konflikten klug vermittelt, wird seinen Betrieb langfristig erfolgreich führen können. Wichtig ist zudem die Fähigkeit, neue gesellschaftliche Anforderungen – etwa beim Tier-, Klima- oder Naturschutz – zeitnah zu erkennen und lösungsorientiert umzusetzen.