Die Landwirtschaft: Ein Arbeitsmarkt mit Anspruch
Themendossier

Die Landwirtschaft: Ein Arbeitsmarkt mit Anspruch

Kaum ein Beruf ist so vielfältig wie der des Landwirts.

Kaum ein Beruf ist so vielfältig wie der des Landwirts. Seine vielleicht wichtigste Aufgabe: Die komplexe Erzeugung pflanzlicher und tierische Produkte. Je nach Jahreszeit und Wetter bearbeiten Landwirte Böden, sähen, düngen und ernten oder kümmern sich um das Wohl ihrer Tiere. Doch auch jenseits von Feld und Ställen ist viel zu tun, denn Landwirte organisieren auch den Verkauf ihrer Produkte, bilden Mitarbeiter aus und kümmern sich um die (Lohn)-Buchhaltung.

In der Landwirtschaft arbeiten 940.000 Arbeitskräfte als Betriebsleiter, Familienangehörige, ständige Angestellte oder Saisonarbeitskräfte. Zudem stellt jeder landwirtschaftliche Arbeitsplatz sieben weitere Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen, wie zum Beispiel in der Landtechnik, der Saatgut- und Düngemittelherstellung oder im Handel. 32.898 Auszubildende (Stand 31.12.2017) erlernen derzeit einen von insgesamt 14 landwirtschaftlichen Ausbildungsberufen, zum Beispiel Gärtner/in, Landwirt/in, Winzer/in oder Forstwirt/in.

Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind gesucht

Foto: patrick / AdobeStock
(Foto: patrick / AdobeStock)

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, die Technisierung der Produktionsprozesse und die Digitalisierung verändern die Abläufe und Strukturen in den Betrieben sowie die Anforderungen an die Erwerbstätigen.

Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind daher das Rückgrat der deutschen Agrarwirtschaft. Die Angebote für deren Aus- und Weiterbildung sind vielfältig und sehen sowohl für Ein- als auch für Umsteiger diverse theoretisch fundierte, praxisnahe Qualifikationsmöglichkeiten vor. Die Bandbreite reicht von der der klassischen Berufsausbildung, über verschiedene Fort- und Weiterbildungen bis hin zur akademischen Bildung mit bundesweit einheitlichen Standards.

Berufsinformation und -beratung wichtiger denn je

Die Nachwuchssuche in der Landwirtschaft ist kein Selbstläufer. Der demographische Wandel, gesellschaftliche Veränderungen und nicht zuletzt die Akademisierung des Bildungswesens senken die Zahl der Ausbildungsinteressenten im dualen System der Berufsausbildung seit Jahren. Die Agrarberufe stehen auf dem Ausbildungsstellenmarkt zudem im Wettbewerb mit vielen anderen, vermeidlich attraktiveren Wirtschaftszweigen. Ziel der Branche muss es daher sein, interessierte junge Menschen mit realistisch dargestellten, zielgruppengerechten und attraktiven Angeboten über das Internet und die sozialen Medien anzusprechen und für den Beruf des Landwirts zu begeistern und die Qualität der Ausbildung immer weiter zu verbessern.

Wichtig ist es auch, potenziellen Nachwuchskräften die Vielfalt der Beschäftigungsmöglichkeiten im Agribusiness aufzuzeigen. Sie gehen weit über den landwirtschaftlichen Unternehmer mit eigenem Hof hinaus. Motivierten Fach- und Führungskräften bietet die Branche vielfältige Möglichkeiten zur beruflichen Fort- und Weiterbildung und eröffnet auch Arbeitsnehmern interessante Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeiten.

Ein Blick in die Statistiken zeigt das große Interesse junger Menschen an einer Ausbildung, Fortbildung und/oder einem Studium im Agrarbereich.

Artikel zum Thema "Arbeitsmarkt"

Hier geht's zum Dossier Archiv