Land- und Forstwirte können nicht nur ihre eigenen Treibhausgasemissionen beeinflussen. Sie helfen auch anderen Wirtschaftszweigen, Emissionen zu reduzieren, indem sie Bioenergie produzieren. Sie kommt sowohl zur Strom- und Wärmeerzeugung als auch im Verkehrssektor zum Einsatz.

Strom aus Biomasse

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Zum einen liefert die Landwirtschaft grünen Strom durch Biogasanlagen, die aus Biomasse wie beispielsweise Mais, Gülle oder Mist Strom produzieren. Luftdicht abgeschlossen zersetzen hier verschiedene Mikroorganismen organische Stoffe, so dass am Ende Biogas aus CO2 und Methan entsteht.

2017 gab es in Deutschland mehr als 9.300 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von etwa 4.500 Megawatt. Zum Vergleich: Ein Kraftwerksblock eines großen Kohle- oder Atomkraftwerks hat eine Leistung in der Größenordnung von mehreren 100 bis über 1.000 Megawatt. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energieträgern wie Wind und Sonne ist Strom aus Biogasanlagen unabhängig vom Wetter, er lässt sich speichern und flexibel einsetzen, also das Biogas kann dann zu Strom verarbeitet werden, wenn der Bedarf im Stromnetz am größten ist.

Klimagase der Land- und Forstwirtschaft

Biogasanlagen haben 2017 in Deutschland etwa 33 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Das entspricht zirka fünf Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Damit konnten sie 14 Mio. Tonnen CO2 einsparen und durch die anfallende Wärme nochmals rund drei Mio. Tonnen CO2. Diese Klimaschutzleistung entspricht knapp einem Viertel der Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft, dennoch wird sie nach den Regeln der UN-Klimarahmenkonvention der Energiewirtschaft gutgeschrieben.

Grüne Kraftstoffe

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Landwirte liefern nicht nur erneuerbaren und klimaschonende Strom. Auch im Verkehrssektor leisten sie einen wichtigen Beitrag dazu, die Klimabilanz zu verbessern – durch die Produktion von Biokraftstoffen.

Beim Anbau der Rohstoffe, bei der Produktion der Kraftstoffe selbst und bei der Verbrennung im Motor entstehen zwar ebenfalls Treibhausgase, so dass Biokraftstoffe nicht klimaneutral sind. Im Vergleich zu konventionellen Spritsorten wie Benzin und Diesel schneiden sie jedoch deutlich besser ab. Damit Biokraftstoffe auf die Klimaziele des Verkehrssektors angerechnet werden können, muss zudem zertifiziert nachgewiesen sein, dass sie deutlich weniger Treibhausgase als fossile Kraftstoffe ausstoßen.

Biodiesel verursachte 2016 rund 78 Prozent und Bioethanol 75 Prozent weniger Emissionen als Mineralölkraftstoffe. 2017 sparten die beiden Bio-Treibstoffarten rund sieben Mio. Tonnen CO2 ein. Zum Vergleich: Die Treibhausgasemissionen des gesamten Verkehrssektors lagen 2017 in Deutschland bei rund 171 Mio. Tonnen CO2 und damit 4 Prozent über den Werten von 1990. Ohne Biokraftstoffe sähe die Bilanz also noch viel schlimmer aus.

Weiterer Vorteil: Biokraftstoffe verringern die Importabhängigkeit von Erdöl, das oft aus instabilen Krisenregionen stammt. Als Nebenprodukt der Biokraftstoffherstellung fallen regionale Futtermittel für die Tierhaltung an. Das stärken die Wirtschaftskreisläufe auf dem Land.

Erneuerbare Wärme

Erneuerbare Energien aus der Landwirtschaft sind auch beim Heizen ein wichtiger Faktor. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Gesamtwärmeverbrauch lag 2016 bei 13 Prozent. Dabei stammen etwa 88 Prozent aus der Verbrennung fester Biomasse zum Heizen. Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft (Stroh, Industrierestholz, Waldrestholz, Rinde, organischer Müll etc.) leisten damit einen spürbaren Beitrag zur klimafreundlichen Wärmeerzeugung. Aber auch gasförmige und flüssige Bioenergie ist aus der Wärmerzeugung nicht wegzudenken.

Die Biomasse bleibt im erneuerbaren Wärmemarkt aber der mit Abstand wichtigste Energieträger. Millionen Menschen heizen mit Pellets, Holzhackschnitzeln oder Scheitholz. Besonders effizient ist die so genannte Kraft-Wärme-Kopplung, bei der sich aus den Bioenergie gleichzeitig Strom und Wärme gewinnen lässt. Durch die feste Biomasse und den Ersatz fossiler Energieträger werden jährlich fast 40 Mio. t CO2 eingespart.