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Umwelt und Klima
Behauptet wird, dass gut ein Drittel aller Klimagase und aller negativen Klimaeffekte durch industrielle Landwirtschaft entstehen.

Tatsache ist, dass der Sektor Landwirtschaft in Deutschland selbst nur für einen vergleichsweise geringen Anteil an den Treibhausgasemissionen von rund 7 Prozent verantwortlich ist. In fast dem gleichen Umfang trägt die Land- und Forstwirtschaft über die Bioenergie zur Einsparung fossiler Klimagase bei.

Fakten: 
  • Die Daten des Umweltbundesamtes (UBA) zur Treibhausgasberichterstattung führen die Landwirtschaft mit einem Anteil von 7 Prozent (ca. 67 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent) für das Jahr 2015. Bereits berücksichtigt wurde dabei die gegenüber CO2 höhere Klimawirkung von Methan und Lachgas. Das UBA bestätigt, dass die Emissionen des Sektors Landwirtschaft gegenüber 1990 bereits um rund 21 Prozent gesenkt werden konnten.
  • Die Landwirtschaft produziert durch den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und die Verwendung von Bioenergie Klimaleistungen im Umfang von rund 60 Millionen Tonnen CO2 für andere Sektoren (Wärme, Energie, Verkehr).
  • Eine moderne Tierhaltung (Rinder und Schafe) führt bezogen auf die erzeugte Milch bzw. das Fleisch zu geringeren Klimagasen (Methan) als extensive Weidehaltung auf anderen Erdteilen. Auch in Deutschland dient die Beweidung mit Wiederkäuern der Erhaltung von rund 5 Millionen Hektar Grünland und damit dem Naturschutz.


Behauptet wird, dass die „Agroindustrie“ weltweit und auch bei uns das Grundwasser verschmutzt.

Tatsache ist, dass in Deutschland das Grundwasser weit überwiegend Trinkwasserqualität erreicht.

Fakten

  • Düngemittel sind unverzichtbar, um den Bedarf der Nutzpflanzen mit Nährstoffen und damit die Nahrungsversorgung der Bevölkerung zu decken – sowohl im ökologischen als auch im konventionellen Landbau.
  • Nach dem aktuellen UBA-Bericht von Februar 2015 zur Trinkwasserqualität in Deutschland erhält das deutsche Trinkwasser wieder die Note „sehr gut“. Grenzwerte seien nur selten überschritten.
  • Laut Nitratbericht 2016 der Bundesregierung halten über 82 Prozent der 1.207 für Deutschland repräsentativen Messstellen die strengen Trinkwassergrenzwerte für Nitrat ein.
  • Die Landwirtschaft hat ihre Effizienz der Düngung in den letzten 20 Jahren stetig verbessert. Die Stickstoffüberschüsse wurden in der Flächenbilanz seit Anfang der 90er Jahre bereits um über 25 Prozent gesenkt. Im gleichen Zeitraum wurden die Erträge z. B. von Weizen um 20 Prozent erhöht.

Behauptet wird, dass die „Agroindustrie“ mit ihren Monokulturen die Hauptursache für das weltweite Artensterben ist.

Tatsache ist, dass im deutschen Ackerbau Fruchtfolgen dominieren. Tatsache ist auch, dass nur mit der Landwirtschaft die Vielfalt von Arten und Biotopen in der Agrarlandschaft zu erhalten ist.


Fakten
  • Die Landwirtschaft in Deutschland ist geprägt durch einen Fruchtwechsel verschiedener Kulturen. Zu den wichtigsten Feldfrüchten in Deutschland zählen Winterweizen, Mais, Winterraps und Wintergerste, die in der Fruchtfolge im Wechsel auch mit anderen Kulturen angebaut werden.
  • Plantagenflächen (Obst und Wein) machen in Deutschland nur 0,2 Millionen Hektar aus (1 Prozent der Agrarfläche) stellen damit kein Problem dar, sondern sind eine große Bereicherung für die Landschaftsvielfalt.
  • Die Landwirte in Deutschland halten auf rund jedem 3. Hektar (> 5 Millionen ha) auf freiwilliger Basis zusätzliche Auflagen im Umwelt- und Naturschutz im Rahmen von Agrarumweltprogrammen ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umwelt-, Ressourcen- und Naturschutz.
  • Der Verlust von Lebensräumen geht in erheblichem Maße auf die Flächenversiegelung durch Siedlungen und Verkehr zurück. Seit 1992 gingen allein in Deutschland über 860.000 ha landwirtschaftliche Flächen durch Überbauung verloren und fallen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen dauerhaft weg.
  • Die Schutzgebiete für Natur und Umwelt sind stetig ausgeweitet worden, unter anderem 3,3 Millionen Hektar in 4.600 FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat) sowie 4,0 Millionen Hektar in 740 Vogelschutzgebieten.

 



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