Die Eier und Geflügelwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der deutschen Agrar und Ernährungswirtschaft. Geflügelfleisch und Eier zählen seit Jahren zu den am stärksten nachgefragten tierischen Lebensmitteln. Gleichzeitig liegt der Selbstversorgungsgrad, insbesondere bei Eiern, weiterhin deutlich unter 100 Prozent. Die inländische Erzeugung spielt eine wesentliche Rolle für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Verbraucherakzeptanz. Der Sektor ist leistungsfähig, nachfragegetrieben und in funktionierende Wertschöpfungsketten eingebunden. Gleichzeitig ist er durch eine hohe strukturelle und produktionstechnische Vielfalt geprägt. Unterschiedliche Tierarten, Produktionsrichtungen, Betriebsgrößen und regionale Gegebenheiten erfordern differenzierte, praxisgerechte politische Rahmenbedingungen.
Ihre weitere Entwicklung hängt maßgeblich von verlässlichen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Zugleich ist der Sektor erheblichen Belastungen durch Tierseuchengeschehen ausgesetzt, insbesondere durch die Aviäre Influenza (HPAI) und die Newcastle Krankheit (ND). Seuchenbedingte Keulungen, Produktionsausfälle und Einschränkungen beim Wiederaufbau führen regional und betrieblich zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen, insbesondere im Legehennen und Elterntierbereich.
Unabhängig davon steht die Branche vor grundlegenden strukturellen und rechtlichen Herausforderungen, die ihre Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit maßgeblich bestimmen. Bau und Genehmigungsrecht, Fragen der Wettbewerbsfähigkeit sowie Markt und Kennzeichnungsregelungen prägen den politischen Handlungsbedarf. Die Betriebe sind grundsätzlich bereit, in Tierwohl, Nachhaltigkeit, Biosicherheit und moderne Produktionssysteme zu investieren. Voraussetzung hierfür sind jedoch verlässliche, praktikable und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Entwicklung setzt Genehmigungsfähigkeit und Marktsicherheit voraus.
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