Die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes, Stefanie Sabet, sieht die Novelle des Bundesjagdgesetzes als wichtigen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem praxistauglichen und rechtssicheren Wolfsmanagement. „Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht ist überfällig und setzt eine langjährige Forderung der Landwirtschaft um", betont Sabet. „Doch für den Schutz der Weidetierhaltung reichen die bisherigen Anpassungen nicht aus. Bundestag und Bundesrat müssen an entscheidenden Punkten nachschärfen.“
Grundsätzlich positiv bewertet der DBV die Klarstellung im Regierungsentwurf, wonach Problemwölfe unabhängig von der Erstellung von Managementplänen entnommen werden können. Dringender Nachbesserungsbedarf besteht in Bundestag und Bundesrat aber in Bezug auf die Notwendigkeit einer generellen Quote zur Entnahme von Wölfen im BJagdG. Damit soll verhindert werden, dass ein Bestandsmanagement jetzt erneut über Jahre hinausgezögert wird, bis die untergesetzlichen Regelungen geschaffen sind. Hierfür sollte bereits im BJagdG eine jährliche Entnahmequote von 40 % des Nachwuchses eingeführt werden, damit der Wolfsbestand nicht unendlich weiterwächst. Höhere Abschusszahlen müssen dann die Länder gesondert festlegen. Der DBV erwartet, dass in den anstehenden Ausschussberatungen im Deutschen Bundestag die entsprechenden Anpassungen erfolgen und damit die Grundlage für ein praxistaugliches und rechtssicheres Wolfsmanagement gelegt wird, welches bereits im Jahr 2026 zur Anwendung kommt.
„Ohne eine konsequente Regulierung des Wolfes droht die Weidetierhaltung in Deutschland zum Auslaufmodell zu werden“, warnt Sabet. Die Haltung von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und landwirtschaftlichem Gehegewild auf der Weide seien bereits heute in einigen Regionen auf dem Rückzug. Die Absenkung des Schutzstatus des Wolfes auf europäischer Ebene und die Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes machten deutlich, dass eine Regulierung sowohl möglich als auch notwendig sei. „Der Bundestag hat jetzt die Chance, ein Gesetz zu verabschieden, das nicht nur gut gemeint, sondern praktisch und kurzfristig wirksam ist. Die Weidetierhaltung braucht jetzt klare Entscheidungen.“, so Sabet abschließend.
