„Jedes Jahr ist ein bewegtes Jahr in der Milchbranche. In diesem Jahr hat uns der Jahreswechsel vor dem Hintergrund des Niedrigpreiskampfes zwischen den LEH-Discountern Lidl und ALDI aber besonderen Diskussionsbedarf hinsichtlich unserer Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette beschert“, kommentiert Karsten Schmal, Vize- und Milchbauernpräsident des Deutschen Bauernverbandes, den Termin.
In diesem Jahr tauschten sich die Spitzenvertreterinnen und Vertreter aus Land- und Molkereiwirtschaft, die jährlich zu Beginn der Grünen Woche auf Einladung des Deutschen Bauernverbandes in Berlin zusammenkommen, zur Zusammenarbeit mit der neuen Bundesregierung aus, zur großen Dynamik im Thema Klimabilanzierung, zu Entwicklungen bei QM-Milch sowie bei der LEH-Haltungsformkennzeichnung und zur Sektorstrategie 2030 der Deutschen Milchwirtschaft. Der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbands, Detlef Latka, sieht insbesondere im Bereich Bürokratie und Berichtspflichten große Herausforderungen: „Die Sinnhaftigkeit vieler Pflichten und Auflagen erschließt sich uns als Branche schon lange nicht mehr, denken wir einmal an die Nachhaltigkeitsberichterstattung oder gerade an die EU-Verpackungsverordnung. Wir müssen als Branche im internationalen Wettbewerb bestehen können und dafür brauchen wir Vereinfachung. Niemand spricht von Regellosigkeit, aber die Politik muss noch besser zeigen, dass sie den Wert unserer Branche und den der deutschen Wirtschaft insgesamt wirklich sieht und versteht.“
Schmal und Latka waren sich einig, dass die schiere Fülle an Themen und Herausforderungen derzeit bestechend sei. Gerade in solchen Zeiten sind starke Allianzen ebenso wichtig, wie eine stabile und faire Zusammenarbeit unter den Wirtschaftspartnern auf nationaler Ebene. Die offene Diskussion zwischen Milcherzeugung und Molkereiwirtschaft zeige wieder einmal, dass die Vertreterinnen und Vertreter aus den vorgelagerten Bereichen dies verstehen und sich ihrer Verantwortung bewusst sind.
