Die Öko-Tierhaltung basiert auf der Fütterung mit ökologisch erzeugten Futtermitteln und strebt eine flächengebundene und artgerechte Tierhaltung an mit Zugang zum Außenbereich. Im Detail sind die gesetzlich definierten Anforderungen sehr komplex und in einigen Fällen nicht widerspruchsfrei umsetzbar. Grundsätzlich dürfen im Ökolandbau maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar (= 10.000 m2) gehalten werden. Verbildlicht dargestellt muss damit pro Kuh eine Fläche in der Größe eines Fußballplatzes im Betrieb bereit stehen. Viehhaltung ohne Flächen ist im Öko-Landbau nicht zulässig. Diese Flächenbindung der Tierhaltung im Ökolandbau mindert die Gefahr von Nitratüberschüssen aus der Tierhaltung, schließt sie aber nicht aus.

Die Öko-Tierhaltung beginnt mit wenigen Regeln und wird dann im Detail aber schnell komplex:

  1. Die Tiere müssen mit Öko-Futter und gentechnikfrei ernährt werden.
  2. Sie müssen Auslauf haben und alle Wiederkäuer wie Rinder und Schafe sowie Equiden sollten zudem Weidegang haben.
  3. Sie müssen sich in ihren Ställen und Ausläufen möglichst artgerecht verhalten können, weswegen erhöhte Platzvorgaben gelten.
  4. Jungtiere sollen aus Öko-Betrieben stammen, es sei denn, dass zu Zuchtzwecken oder dem Neuaufbau von Herden Tiere aus konventioneller Aufzucht benötigt werden.

Die Tiere sollen sich frei bewegen können. Für Schweine reicht ein offener Auslaufbereich, der teilüberdacht sein darf. Bei Geflügel sind 4 m2 Auslauf/ Henne vorgeschrieben, bei Herdengrößen von maximal 3.000 Hennen ist daher der Auslauf mehr als ein Hektar groß. Im Bereich der Rinder-, Schaft- und Ziegenhaltung ist Weidegang grundsätzlich erforderlich. In einzeln zu begründenden Ausnahmefällen wird in der Milchviehhaltung ein Laufhof als Ersatz akzeptiert. Eine Ausnahmereglung gilt im Milchviehbereich für Kleinbetriebe mit Anbindehaltung. Die Anbindehaltung wird für kleine Herden bis zu 20 Kühen, in Bayern und Baden-Württemberg bis zu 35 Kühen, geduldet, wenn regelmäßiger Auslauf gewährt wird. Mit der Ausnahme will man einen starken Struktureinbruch in der süddeutschen und EU weit der alpenländischen Milchviehhaltung verhindern. Es wird davon ausgegangen, dass der Großteil der Anbindehaltungen aufgrund der wenig rentablen Herdengröße in den nächsten 10 bis 20 Jahren eingestellt werden wird. Eine offene Frage könnte aber z. B. die Almwirtschaft bleiben mit ihrer Mischung aus saisonaler Anbindehaltung und Weidegang.